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Hochsitze angezündet

Hitzhusen Hochsitze angezündet

Zwei Hochsitze wurden angezündet und vom Feuer komplett zerstört. Auf rund 5000 Euro veranschlagt Jagdpächter Peter-Wolfgang Radbruch die Schadenshöhe. „Und das ist nur das Material.“

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Jäger Peter-Wolfgang Radbruch entdeckte zwei abgebrannte Hochsitze in seinem Revier.

Quelle: Uwe Straehler-Pohl

Hitzhusen. „Es gibt für mich nur zwei Gruppen, die dafür in Frage kommen: übermütige Jugendliche oder Jägerhasser“, ist sich Peter-Wolfgang Radbruch sicher, der das Revier zusammen mit seinem Sohn Erk-Peter gepachtet hat. Doch genau genommen vermutet der Jagdpächter hinter den Brandanschlägen doch keine jungen Leute. Die Hochsitze liegen recht abgelegen in den Flurstücken „Bockhorn“ und „Kahling“. „Das sind nicht unbedingt Ziel der Jugendlichen“, meint Radbruch. Außerdem traut er ihnen eine solche Tat auch nicht zu. „Wenn man Jugendliche vernünftig anspricht, zeigen sie auch Verständnis für den Schutz des Wildes.“ Deshalb tippt der Jäger eher auf militante Jagdhasser.

 Verstehen kann er deren Haltung nicht: „Wir schießen doch nicht nur Tiere, sondern tun so viel für die Natur.“ Radbruch hat drei Biotope auf seinem Land angelegt - ohne staatliche Zuschüsse dafür zu bekommen. „Die dienen den Wildtieren als Rückzugsgebiete.“ Wird das Land drei Jahre lang als Biotop genutzt, darf es danach nicht mehr bewirtschaftet werden. „Es hat für mich keinen wirtschaftlichen Nutzen mehr“, bekräftigt Radbruch sein Engagement für den Erhalt der Natur. Er und die anderen Jäger pflanzen auch Bäume: „Zum Beispiel eine Art Kirsche, die zwar keine Früchte trägt, deren Blüten den Bienen aber als Nahrung dienen.“

 Zudem sorgen die Jäger dafür, dass Verkehrsfallwild, wie Rehe, von den Straßen gesammelt wird. „Und das oft mitten in der Nacht und kostenlos“, erklärt Radbruch. „Unsere Jagdgemeinschaft Hitzhusen erlegt lediglich 15 Rehe im Jahr“, relativiert er die Vorurteile gegenüber Jägern, die angeblich nur aus reiner Lust Tiere erschießen.

 Gerade den Hochsitzen kämen bei der Jagd eine besondere Bedeutung zu, erläutert der Hitzhusener. „Von dort aus können wir die Tiere in Ruhe beobachten und schießen nur auf die, die beispielsweise alt und krank sind.“ Anders sei das bei Treibjagden, die in seinem Revier aber nicht veranstaltet werden. Dort werde meist spontan auf die Tiere geschossen, sobald sie sich sehen lassen.

 Radbruch erinnert außerdem daran, dass die Jagdpächter für die Schäden an landwirtschaftlichen Feldfrüchten aufkommen müssen, die vom Wild verursacht werden - also beispielsweise von Wildschweinen, die in Maisfelder gehen.

 Nachdem bereits vor einigen Jahren in den Bereichen Fuhlendorf und Hitzhusen Hochsitze Brandstiftern zum Opfer gefallen waren, zieht Radbruch nun die Konsequenzen aus den neuen Vorfällen: „Natürlich haben wir Strafanzeige bei der Polizei erstattet.“ Außerdem lässt er die rechtlichen Möglichkeiten prüfen, Wildkameras im Bereich von Hochsitzen zu installieren. Und schließlich erhofft sich der Jäger von einer ausgesetzten Belohnung über 1000 Euro, dass sich vielleicht doch noch Zeugen melden, die der Polizei sachdienliche Hinweise geben können.

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