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Streitobjekt Juhls Gasthof

Itzstedt Streitobjekt Juhls Gasthof

Gegen den geplanten Kauf des Gebäudes und Geländes rund um Juhls Gasthof durch die Gemeinde gibt es Widerstand. Die Itzstedter Wählergemeinschaft UBI hat vor, den Immobilienkauf mit einem Bürgerbegehren zu verhindern. Hintergrund ist der Erhalt des alten Ortskerns.

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Juhls Gasthof, den Bolzplatz und das Areal des Schützenverein mit dem Vereinshaus will die Mehrheit der Gemeindevertretung für 1,1 Millionen Euro erwerben.

Quelle: Harald Becker

Itzstedt. In der Gemeinde haben sich CDU, SPD und FDP zusammengetan, um die Dorfmitte rund um den traditionsreichen Gasthof zu retten. Sie wollen verhindern, dass ein Investor diese Ländereien kauft und das grüne Idyll womöglich einer Bebauung weichen muss. Die drei Fraktionen haben deshalb in der Gemeindevertretung den Grundsatzbeschluss gefasst, den Landgasthof zusammen mit umliegenden Flächen zu kaufen.

 Die UBI mit dem Vorsitzenden Hartmut Imhäuser und Heiko Ehwald (Fraktionssprecher) an der Spitze will nun Unterschriften für das Bürgerbegehren sammeln. Nach Gesetzeslage müssen 10 Prozent der wahlberechtigten Einwohner – in Itzstedt wären es rund 190 – das Einsetzen eines Bürgerbehrens unterstützen. Für das Einsammeln der Unterschriften wird den Initiatoren eine Frist von sechs Monaten gesetzt. Während dieser Frist darf die Gemeindevertretung keinen Kauf-Beschluss fassen.

 Die UBI hatte ein Wirtschaftlichkeitsgutachten für Juhls Gasthof eingefordert und wollte dem Kauf nur zustimmen, wenn statt dessen der Lindenhof (Restaurant zum Griechen) verkauft wird und der Erlös daraus in die Finanzierung eingebracht wird. Der Lindenhof befindet sich im Besitz der Gemeinde. „Ein Wertgutachten liegt abschließend noch nicht vor, und auf den Verkauf des Lindenhofs wurde von den anderen Fraktionen nicht eingegangen“, erklärte Heiko Ehwald.

 Nach Meinung von CDU, SPD und FDP gibt es zahlreiche gute Gründe für den Kauf der Liegenschaften durch die Gemeinde. Wichtigster Punkt: Als Eigentümerin behalte allein die Gemeinde die Planungshoheit für die Ländereien in der Hand und könne eine massive Bebauung der Grünflächen verhindern. Der Gasthof Juhls mit Saal und Theaterbühne könnte als wichtiger kultureller Treffpunkt erhalten bleiben. Die Gemeinde würde den Landgasthof verpachten. Die UBI entgegnet, dass der Gasthof keinen Bekanntheitsgrad über Itzstedt hinaus habe. Es gebe keine Laufkundschaft.

 Zum Immobilienpaket gehören neben dem Gasthof auch eine Wohnung, eine Scheune, der mehr als 5600 Quadratmeter große Bolz- und Spielplatz, das Schützengelände und eine Koppel. Für den Ankauf durch die Gemeinde haben CDU, SPD und FDP im Nachtragshaushalt für dieses Jahr 1,1 Millionen Euro bereitgestellt. Der Kauf soll über einen zinsgünstigen Kredit finanziert werden. Bürgermeister Peter Reese: „Die Pachteinnahmen decken die Finanzierungskosten, die Gemeinde rechnet sogar mit einem kleinen Plus.“ UBI-Vorsitzender Imhäuser entgegnet: „Ist die Pacht nicht ausreichend, muss jede Investition, ob eine Steckdose, die sanierungsbedürftigen Toiletten oder der Saalboden, über den Steuerhaushalt finanziert werden.“ Heiko Ehwald betont: „Ob dieser Millionendeal realisiert werden soll, können die mündigen Bürger von Itzstedt nach einer sachlichen Abwägung aller Argumente bei einem Bürgerbegehren selbst entscheiden. Die Gemeindevertretung muss sich dann daran halten.“

 CDU, SPD und FDP warnen in einem Info-Blatt: „Jede Unterschrift für das Bürgerbegehren kann den Bestand des grünen Zentrums gefährden.“ Und sie appellieren an die Bürger: „Rettet Itzstedts alten Ortskern.“

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