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Abgesägte Pferdebeine gefunden

Wiemersdorf Abgesägte Pferdebeine gefunden

Einen makaberen Fund machten Merima Pump und ihr sechsjähriger Enkel am Dienstag im Bereich Großenasper Weg. Vom Waldweg aus entdeckten die beiden zwei Plastikkisten im Gestrüpp. Der Inhalt schockte sie: abgesägte Pferdebeine.

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Hermann Auras, Jäger in Wiemersdorf, kann nicht verstehen, warum die Pferdebeine immer noch im Wald liegen.

Quelle: Uwe Straehler-Pohl

Wiemersdorf. Neugierig hatten sie angehalten, um zu schauen, um was es sich handelt. „Mein Enkel ist von Natur aus neugierig, deshalb ließ ich ihn nachschauen“, sagt Merima Pump. Nach kurzer Zeit sei der Junge aufgeregt zu ihr gekommen und habe berichtet, dass dort Pferdeknochen lägen. „Da musste ich natürlich auch nachsehen.“ Was sie dort entdeckte: Rund 20 untere Teile von Pferdebeinen mit Hufen am Ende, teilweise skelettiert, befanden sich in den zwei Plastikkisten. Besonders schauerlich: In einigen Pferdebeinen steckten große Nägel.

 „Mein Enkel wollte sofort die Polizei alarmieren, aber ich habe ihm gesagt, dass wir erst mal einen Jäger aufsuchen wollen“, erzählt Merima Pump weiter. Aus diesem Grund fuhren die beiden zu Hermann Auras, einen am Ort ansässigen Jäger, und berichteten ihm über ihrer Entdeckung.

 Auras rief daraufhin bei der Polizei an, um von ihr zu erfahren, dass der Fund bereits seit einigen Tagen bekannt sei und der Umwelttrupp der Polizeidirektion Segeberg informiert worden sei. Doch offensichtlich war der Umwelttrupp zu diesem Zeitpunkt über den Vorfall noch nicht in Kenntnis gesetzt, wie ein Mitarbeiter des Umwelttrupps auf Nachfrage gestern der Segeberger Zeitung erklärte. „Hierbei handelt es sich vermutlich um einen Verstoß gegen das Gesetz zum Umgang mit tierischen Nebenprodukten. Dafür sind wir zuständig“, mutmaßte Marcus Bitter. Er wusste von den Pferdebeinen bis dahin noch nichts.

 Trotz mehrfacher Anfrage der Segeberger Zeitung war von der Polizeistation Bad Bramstedt keine Information zu dem makabren Fund zu erhalten. So konnte auch nicht geklärt werden, warum die als Beweismittel geeigneten Kisten oder auch die Knochen selbst nicht sichergestellt wurden, sondern stattdessen weiterhin im Wald lagen. Das dort von der Polizei befestigte Absperrband war inzwischen zerfetzt und kaum noch als Absperrung eines „Tatortes“ zu erkennen.

 Nach Auskunft des Pressesprechers der Polizeidirektion Segeberg, Nico Möller, ist dann gestern, am späten Nachmittag, die ordnungsgemäße Abholung des Fundes durch einen Entsorger veranlasst worden. „Das Amt Bad Bramstedt-Land ist informiert worden, der Umwelttrupp fährt noch einmal vor Ort, um zu prüfen, ob der Fund tatsächlich abgeholt wurde“, versicherte Möller. Den Grund dafür, dass der Umwelttrupp erst am Mittwoch informiert wurde, konnte er nicht nennen.

 Einen Anhalt auf denjenigen, der die Knochen dort vermutlich entsorgt hat, liefert eine der Kisten, auf der sich der Aufdruck des Namen einer im Raum Stade liegenden Schlachterei befindet. Möglicherweise hat der Täter einen Bezug zur Firma und der Region. Recherchen haben jedoch ergeben, dass die Schlachterei schon seit vielen Jahren nicht mehr existiert; das Gebäude ist inzwischen abgerissen. Auf dem Gelände ist mittlerweile eine Neubausiedlung entstanden. Allerdings gibt es im nur 25 Kilometer entfernten Buxtehude eine Rossschlachterei.

 Die Pferdebeine waren nicht der erste grausige Fund in Wiemersdorf: „Vor fünf Jahren wurden hier schon Schaffelle und Teile von Schafskadavern gefunden“, weiß Jäger Hermann Auras. Der Enkelsohn von Merima Pump habe sich im Übrigen nach seiner schrecklichen Entdeckung aber wieder beruhigt.

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