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Politiker-Querelen dauern an

Lentföhrden Politiker-Querelen dauern an

Zerstrittener als in Lentföhrden kann eine Gemeindevertretung kaum sein. Das wurde bei der Wahl des 2. stellvertretenden Bürgermeisters klar, als es auch um die Abberufung von Gemeindevertretern aus Ausschüssen ging. Zwischen den Fraktionen als auch innerhalb der CDU herrscht Streit.

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Der im Mai neu gewählte Lentföhrdener Bürgermeister Norbert Dähling (links) gratulierte dem frisch vereidigten Hans-Werner Falldorf zur Wahl zum 2. stellvertretenden Bürgermeister.

Quelle: Harald Becker

Lentföhrden. Schon im Mai sorgten die Christdemokraten für eine Überraschung, als sie ihrem Parteifreund Rüdiger Stender bei der Bürgermeisterwahl die Gefolgschaft verweigerten. So wurde Norbert Dähling von der Wählergemeinschaft (WGL) zum Nachfolger des zurückgetretenen Bernd Specht (SPD) gewählt. Für Stender stimmten lediglich zwei von 13 Gemeindevertretern. Die CDU stellte aber bis dahin mit fünf Kommunalpolitikern die größte Fraktion; vier SPD- und vier WGL-Politiker komplettierten die Gemeindevertretung.

 Stender verließ daraufhin verärgert die CDU-Fraktion und gehört seitdem als Fraktionsloser der Gemeindevertretung an. Zudem legte er sein Amt als 1. stellvertretender Bürgermeister und als Finanzausschussvorsitzender nieder. Jetzt erhielt er dafür von seinen ehemaligen Fraktionskollegen die Quittung. Er und die aus Sicht der CDU zu Alleingängen neigende Simone Bartels, die aber noch der Fraktion angehört, wurden mit jeweils 7:6 Stimmen aus dem Amtsausschuss, dem Verbandsbeirat Abwasser-Zweckverband Pinneberg, der Verbandsversammlung des Breitbandzweckverbandes (alle Stender) sowie dem Schulverband und Kindergartenbeirat (Bartels) abberufen.

 „Die beiden Kommunalpolitiker haben sich immer korrekt verhalten. Die Gemeindeordnung sagt aus, dass eine Abwahl eigentlich nur bei schuldhaftem Verhalten erfolgen kann“, kritisierte der SPD-Fraktionsvorsitzende Holger Pohlmann das Verhalten der CDU und der WGL, die ebenfalls für die Abberufung stimmte. „Wir können so verfahren. Da wir das Vertrauen in diese beiden Personen verloren haben, sind diese Abberufungen legitim“, entgegnete dagegen Joannis Stasinopoulos, der Fraktionssprecher der CDU.

 Zur Wahl stand auch das Amt des 2. stellvertretenden Bürgermeisters. Der Entscheid war nötig geworden, weil Martin Mißfeldt (CDU) schon kurz nach seiner Wahl im Sommer das Amt des 1. stellvertretenden Bürgermeisters aus persönlichen Gründen niedergelegt hatte. Sein Nachfolger wurde damals der 2. stellvertretende Bürgermeister Reinhard Gottschalk (CDU), dessen Posten deshalb vakant war. Die SPD, die das Vorschlagsrecht hatte, verzichtete aber auf die Nennung eines Kandidaten. „Es hat sich kein Mitglied unsere Fraktion gefunden, der sich dies antun möchte“, hieß es aus den Reihen der Sozialdemokraten. Gewählt wurde dann der WGL-Gemeindevertreter Hans-Werner Falldorf, der neun Stimmen der 13 Kommunalpolitiker bekam.

 Für den vakanten Vorsitz des Finanzausschusses stellte sich aus der SPD, die auch dieses Amt hätte bekleiden können, wiederum kein Politiker zur Verfügung. „Dies ist eine Verweigerungshaltung, die ich nicht verstehen kann. Denn die SPD wollte doch konstruktiv die Politik in Lentföhrden mitgestalten. So zumindest ihre Wahlaussage“, kritisierte CDU-Sprecher Stasinopoulos. Sein SPD-Kollege Pohlmann entgegnete: „Die jüngere Vergangenheit zeigt, dass die Zusammenarbeit der Fraktionen nicht dazu einlädt, diesen Vorsitz von uns zu bekleiden.“ Der stellvertretende Finanzausschuss-Vorsitzende Torsten Petersen (SPD) stellte klar: „Für mich kommt der Ausschuss-Vorsitz nicht in Frage. Berufliches und auch Privates sind mir wichtiger.“

 Auf Vorschlag von Rüdiger Stender ließ sich Bürgermeister Norbert Dähling breitschlagen, den Vorsitz des Finanzausschusses zu übernehmen. 11 Kommunalpolitiker stimmten für ihn. „Dies ist eine Notlösung, denn der Finanzausschuss-Vorsitz wäre sonst von Amts wegen mit einer externen Person besetzt worden“, erklärte der Bürgermeister: „Diesen neuen Posten meiner Gattin zu erklären, wird schwierig für mich. Da wird wohl die Bratpfanne heute tiefer fliegen.“

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