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Nacht mit drei Bränden

Bornhöved Nacht mit drei Bränden

In der Nacht zu Freitag brannte es drei Mal am südlichen Dorfrand von Bornhöved, in einem Fall begleitet von einer Explosion. Ein Mensch wurde schwer verletzt. Die Feuerwehr und die Polizei stehen vor einem Rätsel.

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Der Container einer Hundesportschule wurde durch eine gewaltige Explosion regelrecht zerfetzt und durch das Feuer komplett zerstört.

Quelle: Gerrit Sponholz

Bornhöved. Ein Wohnwagen, ein Kleintrecker und ein Container wurden zerstört. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Als tatverdächtig gilt der verletzte Mann, aber höchstens für zwei der Taten. Zum Zeitpunkt des dritten Feuers war er schon in der Klinik. Außerdem stießen die Ermittler beim Einsatz auf eine kleine Hanfplantage. Eine Videokamera hat das Geschehen aufgenommen.

 „Den Film hat die Polizei beschlagnahmt“, sagt Klaus Ziegler. Er lebt rund 30 Meter entfernt von der Brandstelle in einem Schlichtwohnheim der Gemeinde. An dem Haus war auch die Kamera installiert. Ob die nächtlichen Aufnahmen verwertbar sind, zweifelte er allerdings an. So technisch ausgereift sei die Kamera wohl nicht gewesen.

 Die Schreckensnacht hatte ihren Anfang am Freitag um 0.16 Uhr genommen. Die Feuerwehr Bornhöved wurde zu einem Grundstück im Ortsteil Sanden gerufen. Er liegt in Richtung Gönnebek, nahe der A21-Unterführung. Auf einer Wiese nahe des Schlichtwohnheims in der Adolf-Piening-Straße brannten ein Wohnwagen und ein daneben abgestellter Rasenmähertrecker lichterloh. „Wir waren mit 32 Einsatzkräften vorort“, sagt Bornhöveds Wehrführer Dirk Stemke.

 Der alte, ausrangierte Wohnwagen stand auf einer Wiese. Das Gelände hatte die noch relativ junge „Hundesportgruppe 6 Pfoten“ erst im Oktober 2014 angepachtet, berichtet Babette Meschkat aus Wittenborn. Sie ist eines von elf Mitgliedern. „Gut, dass ich zufällig den Benzinkanister vorige Woche mit nach Hause genommen hatte.“ Der Treibstoff war für den Rasenmähertrecker gedacht und hätte das Feuer noch einmal stark anfachen können.

 Alle Gegenstände und Einrichtungen des kleinen Vereins sind vernichtet, sagt die Hundefreundin. „Wir fangen wieder bei Null an.“ Die Brandursache kann sie sich nicht erklären. „Wir hatten keinen Ärger mit den Nachbarn.“

 Auch Polizeisprecherin Sandra Mohr mochte zu den Ursachen nichts sagen. Vermutet werde aber in allen drei Fällen Brandstiftung.

 Die Bornhöveder Feuerwehr löschte das Feuer und rückte ab. Einige Feuerwehrleute waren gerade wieder zu Hause angekommen, da ging gegen 2 Uhr der nächste Alarm los. Nur wenige Meter von der ersten Brandstätte entfernt, auf einer anderen Wiese einer benachbarten Hundesportschule, brannte ein Container mit Ausrüstung.

 „Das war eine Explosion. Das hat so gewaltig geknallt, als ob ein Panzer schießen würde“, sagt Anwohner Ziegler. Selbst Scheiben in weiter Entfernung seien zerborsten.

 Die Wände des Containers künden von der Wucht der Detonation: Sie wölbten sich weit nach außen. Der Container und die Ausstattung darin brannten komplett ab.

 Auf 10000 Euro schätzt Besitzer und Hundetrainer Udo Hofmann aus Ascheberg den Sachschaden. Durch den Totalschaden sei seine berufliche Existenz bedroht, sagt er. Die Explosion kann er sich nicht erklären. Er habe im Container nur „ganz wenig Benzin“ gelagert. Seit 2009 sei er dort auf dem Gelände tätig. „Ich habe keine Feinde und keine Erklärung, wer so etwas macht. Da wollte wohl einer Spaß haben.“

 War ein 42-jähriger Mann der Täter? Die Polizei sieht ihn als möglichen Tatverdächtigen. Er tauchte plötzlich am Brandort auf, war im Gesicht schwer verletzt. Nach Angaben von Polizeipressesprecherin Sandra Mohr war er stark alkoholisiert. Der Mann wurde umgehend in eine Universitätsklinik gebracht. Vernommen werden konnte er wegen seiner schweren Verletzungen noch nicht.

 Der Container war nicht mehr zu retten. Die Feuerwehr löschte ihn ab. Und musste gegen 6 Uhr schon wieder zum Brandort eilen. Ein kleines Feuer loderte auf dem zuvor abgelöschten Baucontainer. Dass sich aus Glutnestern eine Wiederentzündung gebildet hat, schließt die Polizei aus. Die Kriminalpolizei übernahm die Ermittlungen.

 Zu den Feuern kommt noch ein ganz anderer Fall: Bei den Rettungsarbeiten stießen die Helfer und die Polizeibeamten im Umfeld des Brandortes per Zufall auf etliche Cannabispflanzen, die im Freien angepflanzt worden waren. Ein Verfahren gegen unbekannt wurde eingeleitet. „Es ist bislang unklar“, so Polizeisprecherin Mohr, „wem die Pflanzen gehören.“

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
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