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Hilfe für die Selbsthilfe

Informationsstelle KIS Hilfe für die Selbsthilfe

Mit einem neuen Projekt startet die Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe (KIS) ins neue Jahr. Sie will Ehrenamtliche für die Unterstützung von Selbsthilfegruppen gewinnen. Als „In-Gang-Setzer“ bezeichnen die Initiatoren diese Menschen, die die Treffen der Gruppen betreuen.

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Für Menschen mit gesundheitlichen Problemen bedeutet eine Selbsthilfegruppe oft die Rettung, weiß Sabine Ivert-Klinke von der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen im Kreis Segeberg.

Quelle: Petra Stöver

Kreis Segeberg. In den inhaltlichen Austausch einmischen sollen sich die Betreuer nicht.

In Deutschland gibt es rund 100000 Selbsthilfegruppen zu den verschiedensten sozialen und gesundheitlichen Themen. Besonders steigt das Interesse, sich mit Gleichgesinnten über psychische und psychosomatische Erkrankungen auszutauschen. Das gelte bundes- wie kreisweit, sagt Sabine Ivert-Klinke, die die im ganzen Kreis Segeberg tätige KIS leitet. Das Projekt wird von der Betriebskrankenkasse (BKK) Bund und regionalen BKKs finanziert. Vorab werden die Ehrenamtlichen durch erfahrene und qualifizierte Referenten geschult.

 In dem neuen Selbsthilfewegweiser, der demnächst erscheint, hat Ivert-Klinke die Kontaktdaten von etwa 100 Gruppen verzeichnet. Das Spektrum reicht von ADHS über Alkohol und Drogen bis zu Umwelterkrankungen und Verwachsungsbauch. Manche Gruppen bestehen schon seit über 20 Jahren, andere haben sich gerade erst gefunden. Ebenso uneinheitlich sind deren Teilnehmerzahl, zwischen drei und zwanzig, das Alter und die Verlässlichkeit. Die meisten kommen in Norderstedt oder Bad Segeberg zusammen. In der Broschüre ist auch eine Reihe nützlicher Adressen enthalten, denn die KIS ist Teil eines Netzwerkes.

 Im vorigen Jahr neu hinzugekommen sind ein Forum für Eltern von psychisch kranken Kindern und Erwachsenen in Bad Bramstedt, eine Gruppe namens „Gegenseitig stärken“ in Bad Segeberg und ein Treff für psychisch kranke Eltern in Kaltenkirchen. „Die Selbsthilfelandschaft ändert sich“, fasst die Fachfrau zusammen. Zwar erleichtere das Gespräch mit Leidensgenossen als Experten in eigener Sache den Umgang mit der eigenen Krankheit, doch „es gibt keine Wohlfühlgarantie“.

 Gerade in der Gründungs- und Findungsphase brauchen die Teilnehmer Beistand, den Ivert-Klinke als Einzelkämpferin ihnen nicht immer ausreichend gewähren kann. „Schon seit zwei Jahren liebäugele ich mit den ,In-Gang-Setzern', jetzt kann es losgehen“, kündigt sie an. Die Idee stammt vom Paritätischen in Nordrhein-Westfalen und hat auch in Schleswig-Holstein bereits Nachahmer gefunden. In-Gang-Setzer, so der Grundgedanke, begleiten zeitlich begrenzt neue und aktive Selbsthilfegruppen, wenn sie Anregungen für die Organisation ihrer Treffen brauchen. Sie geben den Teilnehmern Impulse, ohne inhaltliche Einmischung.

 Kümmerer werden solche Menschen landläufig genannt, als Moderatoren oder Organisatoren könnten sie wertvolle Dienste leisten. Die KIS-Leiterin denkt an kontaktfreudige, lebenserfahrene Menschen, die andere mit einer anspruchsvollen Aufgabe unterstützen wollen. „Wenn wir drei finden, ist das gut“, meint Sabine Ivert-Klinke. „Denn Selbsthilfe gehört nicht ins stille Kämmerlein oder in die Schmuddelecke.“

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