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Sommertour mit ernsten Themen

Ingbert Liebing Sommertour mit ernsten Themen

Ingbert Liebing, CDU-Landesvorsitzender und Bundestagsabgeordneter, tourt derzeit durchs Land. Bei seiner Station in der Beratungsstelle der Migrations-Sozialarbeit in Bad Segeberg wurde er mit Kritik an der CDU-Bundespolitik und Sorgen  von Flüchtlingen und Helfern konfrontiert.

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Ein Kochbuch mit Rezepten aus aller Welt bekam Ingbert Liebing bei seinem Besuch in der Beratungsstelle für Migrations-Sozialarbeit in Bad Segeberg von Sadaf Haschimi geschenkt.

Quelle: Petra Stöver

Kreis Segeberg. Neben Ingbert Liebing im Haus der Diakonie des Kirchenkreises Plön-Segeberg saß Sadaf Haschimi, die vor fünf Jahren aus Afghanistan nach Deutschland floh. Die 29-Jährige wohnt mit ihrer Familie in Bad Segeberg und muss weiterhin auf eine Entscheidung über den Asylantrag warten. „Warten macht krank“, sagte sie. Das Verfahren sei bei Gericht. Jeden Tag hoffen und bangen sie auf die Entscheidung, ob sie bleiben dürfen oder gehen müssen. „Wie lange müssen wir mit Angst und Stress leben?“ Auf diese Fragen hatte der Politiker keine Antwort, meinte aber, dass solch lange Verfahren nicht akzeptabel seien.

 Ungerecht fand die junge Afghanin auch die unterschiedliche Behandlung von Flüchtlingen, je nachdem aus welchem Land sie kommen. Der Mann aus Syrien bekommt schnell einen Integrationskurs, die Frau aus Afghanistan nicht. Diese Konkurrenzsituation kritisierte auch die Leiterin der Migrationsberatung, Diplom-Pädagogin Kirstin Schwarz-Klatt. Es sei problematisch zu vermitteln, dass vorrangig Leute mit gesicherter Bleibeperspektive gefördert werden. Jeder sollte eine Perspektive haben, unabhängig vom erwarteten Ausgang eines Asylverfahrens, damit nicht der Eindruck von „richtigen“ oder „falschen“ Flüchtlingen entstehe. Zurzeit sei es ein Flickenteppich.

 Auf „praktische Gründe“ verwies Liebing. Dass nicht alle die Kurse besuchen könnten, liege unter anderem an den fehlenden Lehrkräften. Es sei keine individuelle Ablehnung, wenn Flüchtlinge eingruppiert würden. Nachdem im vorigen Jahr Krisenmanagement angesagt war, sei jetzt das Alltagsgeschehen zu bewältigen.

 Das Land habe in diesem Jahr für die Migrationsberatung mehr Geld zur Verfügung gestellt, erkannte Michael Steenbuck, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes, an. In Bad Segeberg sei die Stellenzahl auf 1,5 aufgestockt worden. Dagegen beklagte er, dass der Bund im Jugendmigrationsdienst acht Millionen Euro kürzen wolle. Damit würden bundesweit 70 Stellen wegfallen. Für deren Beibehaltung und eine weitere Erhöhung der Haushaltsmittel solle Liebing in Berlin eintreten. Steenbuck lobte den „sehr intensiven Austausch“ mit dem Politiker. Es sei wichtig und richtig, zu gucken und zu hören, wie es an der Basis zugeht.

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