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Behinderte können mehr leisten

Inklusion Behinderte können mehr leisten

Menschen mit Behinderung arbeiten oft in speziellen Werkstätten. Zuletzt konnten sie aber vermehrt in der herkömmlichen Arbeitswelt Fuß fassen. Diesen Übergang will der Kreis Segeberg mit dem Förderprogramm „Budget für Arbeit“ zusammen mit der Arbeiterwohlfahrt weiteren Menschen ermöglichen.

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Gelungenes Beispiel für Inklusion: Florian Graap (23) aus Ahrensburg arbeitet als Bürokraft in der Kreisverwaltung in Bad Segeberg auf einer regulären Vollzeit-Arbeitsstelle, unter anderem im Empfang und in der Poststelle.

Quelle: Gerrit Sponholz

Kreis Segeberg. Das Potenzial scheint groß zu sein: Allein in einer diakonischen Einrichtung in Norderstedt werden 366 Menschen mit Behinderung betreut. In den Wohn- und Werkstätten des Landesvereins für Innere Mission in Bad Segeberg, Wahlstedt, Kaltenkirchen, Rickling und Henstedt-Ulzburg leben und arbeiten weitere 550 Behinderte.

 Landrat Jan Peter Schröder und Annett Rohwer vom Kreisfachdienst Eingliederungshilfe wissen, dass trotz des Förderprogramms wohl nur wenige Behinderte den Sprung zum regulären Job schaffen werden. „Es werden keine großen Massen sein.“

 Die Art der Behinderungen sind oft erheblicher körperlicher und seelischer Art: Down-Syndrom, Lähmungen, Blindheit, Schädel-Hirn-Trauma-Verletzungen, und Menschen, die unter Psychosen leiden. In Werkstätten für behinderte Menschen tüten sie Schrauben ein oder verpacken Artikel von Arko.

 Doch etliche Behinderte könnten viel mehr leisten. Das zeigt das Café Spindel in Bad Segeberg, das seit 2012 von den Segeberger Wohn- und Werkstätten erfolgreich betrieben wird.

 Neuen Schwung in den Übergang von der Werkstatt in die herkömmliche Arbeitswelt soll seit Jahresbeginn ein Modellprojekt bringen. Im „Budget für Arbeit“ können Zuschüsse nun gebündelt werden. So erhalten Arbeitgeber für drei Jahre einen Lohnkostenzuschuss von 70 Prozent, falls sie einen Menschen mit Behinderung beschäftigen. Eine Segebergerin mit Behinderung hat davon bereits profitiert. Nach einem mehrmonatigen Integrationspraktikum im Alten- und Pflegeheim Haus Diana in Seedorf erhielt sie einen regulären Arbeitsvertrag.

 Der Integrationsfachdienst des Kreises begleitet diese Übergänge von der Werkstatt zur neuen Stelle. „Jobcoaches beraten die Arbeitgeber und die Beschäftigten“, sagt Fachdienstleister Frank Schlüter. Und sollte es mal Probleme an der neuen Arbeitsstelle geben, sei für die Behinderten der Schritt zurück in die Werkstatt immer möglich.

 Landrat Jan Peter Schröder freut sich über diesen neuen Weg hin zu mehr Inklusion, also Zugehörigkeit der Behinderten. Die Teilnehmerzahl des Programms sei nicht begrenzt, also viel Förderung möglich, betont er. Freuen würde sich Schröder, falls sich viele interessierte Arbeitgeber beim Kreis melden, die einem Menschen mit Behinderung eine Chance geben wollen.

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
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