11 ° / 5 ° Regenschauer

Navigation:
Teiche und Gräben ausgetrocknet

Ist Neubaugebiet schuld? Teiche und Gräben ausgetrocknet

In der Osterau-Niederung am Achtern Dieck sind Teiche und Gräben ausgetrocknet oder führen zu wenig Wasser. Schuld daran könnten Erschließungsarbeiten am Neubaugebiet "Oststadt" sein, für die der Grundwasserspiegel gesenkt wurde. Heikel: Auch Teile des Natura-2000-Gebietes Osterau sind betroffen.

Voriger Artikel
Ein paar Cent mehr pro Kilo helfen schon
Nächster Artikel
Kita-Satzung: Kein Stimmrecht für Eltern

Hartmut Müller zeigt auf einen ausgetrockneten Teich. "Sonst steht hier immer Wasser", sagt er.

Quelle: Einar Behn

Bad Bramstedt.. Hartmut Müller, Anwohner der Bimöhler Straße, betrachtet schon seit Jahren die Bebauung der Wiesen in der Osterau-Niederung mit Skepsis. Eigentlich seien sie Überschwemmungsgebiet, gehörten nicht bebaut. Das Grundwasser steht hier hoch, normalerweise jedenfalls. Nun hat Müller auf Spaziergängen festgestellt, dass Teiche und Gräben ausgetrocknet sind oder zumindest einen auffällig niedrigen Wasserstand haben.

An dem unter europäischem Schutz stehenden Natura-2000-Gebiet darf nichts geändert werden. Das schließt auch aus, dass von außerhalb die Wasserzufuhr abgestellt wird. Genau das scheint hier aber geschehen zu sein: Selbst nachdem am Dienstag Dauerregen auf Bad Bramstedt niederging, blieb ein Tümpel am Achtern Dieck, der das Neubaugebiet „Oststadt“ südlich begrenzt, fast trocken. Nur einige Pfützen hatten sich gebildet.

Kröten und andere Amphibien laichen in den Gräben und Tümpeln, ein Storch hat angesichts des reichhaltig gedeckten Speisetisches ein Nest bezogen. „Wenn hier kein Wasser mehr steht, wird den Tieren ihre Lebensgrundlage entzogen“, sagt Müller.

Der FDP-Stadtverordnete, der sich auch gerne als Sprecher der Bürgerinitiative „Erhaltet das Stadtbild!“ zu Wort meldet, vermutet als Ursache für die Trockenlegung die Grundwasserabsenkung für das Neubaugebiet „Oststadt“ südlich der Bimöhler Straße. Hier laufen gerade die Erschließungsarbeiten für den dritten Abschnitt, zwei Gebiete sind schon vollständig bebaut. Das Grundwasser steht hier normalerweise hoch, nach einem Gutachten eines Ingenieurbüros aus Nahe nur 50 bis 70 Zentimeter unter der Oberfläche. Damit das Gebiet überhaupt erschlossen werden kann, musste es deutlich abgesenkt werden. „Sonst ist es nicht möglich, eine Kanalisation zu bauen“, erklärte Bauamtsleiter Udo Reinbacher in Bad Bramstedt. Doch die Absenkung habe bereits im März und April stattgefunden, sodass dies eigentlich nicht die Ursache mehr sein könne. „Unsere eigenen Fachleute im Rathaus können sich das nicht erklären“, sagte Reinbacher. Möglicherweise liege die Austrocknung des Teiches und der Gräben aber auch nur an den geringen Niederschlägen in den vergangenen Wochen. Er kündigte eine gründliche Überprüfung an.

Müller sagt dagegen: „Hier stand immer Wasser, auch bei längerer Trockenheit.“ Er sei hier aufgewachsen und kenne die Gegend aus dem Effeff. Am Mittwoch schrieb er an die beim Kreis Segeberg angesiedelte Untere Naturschutzbehörde in der Hoffnung, dass die nun für die Wiederherstellung des alten Zustandes sorgt.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3