2 ° / -1 ° Schneeregen

Navigation:
Gasthof geht in Gemeindebesitz

Itzstedt Gasthof geht in Gemeindebesitz

Die Gemeinde Itzstedt will Juhls Gasthof kaufen. Die Gemeindevertreter fassten während ihrer jüngsten Sitzung im Saal der Gaststätte den Grundsatzbeschluss, die Immobilie mit Nebengebäuden und Ländereien für rund 1,2 Millionen Euro zu erwerben.

Voriger Artikel
Radfahrer lebensgefährlich verletzt
Nächster Artikel
Dorfschule in guten Händen

Die Gemeindevertretung hat grundsätzlich beschlossen, Juhls Gasthof und das dazugehörige Gelände, unter anderem mit Bolzplatz und Schützenheim, zu kaufen. Die Verhandlungen laufen aber noch.

Quelle: Harald Becker

Itzstedt. Überraschend war der Tagesordnungspunkt „Ankauf einer Liegenschaft“ durch Bürgermeister Peter Reese (CDU) vom nicht öffentlichen Teil in den öffentlichen Teil der Sitzung verlegt worden. So konnte sich das halbe Dutzend Zuhörer ein Bild von der Diskussion machen. „Es handelt sich eben nicht nur um Juhls Gasthof“, erklärte Reese, „der Bolzplatz, weitere Gebäude sowie das Areal des Schützenvereins mit dem Schießstand und der zur Wurfscheibenanlage gehörenden Wiese gehören dazu.“ Außerdem läge die planerische Hoheit damit weiter bei der Gemeinde. „Sonst wäre zu befürchten, dass der Bolzplatz, der auch als Festplatz genutzt wird, bebaut wird. Das könnten wir nicht verhindern“, argumentierte der Bürgermeister. Die Eigentümerin verkaufe ihr Anwesen nur im Gesamtpaket, betonte er.

 „Es ist klar, dass wir das Ganze nicht zum Nulltarif bekommen,“ sagte Helmut Thran, Fraktionssprecher der SPD, „der Bolzplatz als Grünfläche für die Jugend und auch der Gasthof gehören einfach zu Itzstedt und sind erhaltenswert.“ Ebenso befürwortete Reinhard Schümann (FDP), Vorsitzender des Finanzausschusses, den Kauf: „Der Erwerb durch die Gemeinde wäre auch für zukünftige Generationen wichtig. Wir geben sonst die Gestaltungsmöglichkeiten aus der Hand.“

 Allerdings fehlt noch die Bewertung des Gaststättenbetriebs aus den letzten fünf Jahren. Daran störten sich die Gemeindevertreter der UBI-Wählergemeinschaft. „Es ist doch keine Eile geboten. Warum warten wir denn nicht erst einmal das Gutachten des Wirtschaftsprüfers ab?“, sagte Heiko Ehwald (UBI) und lehnte eine aus seiner Sicht vorschnelle Entscheidung ab.

 „Es handelt sich jetzt nur um einen Grundsatzbeschluss“, sagte Reese zu den UBI-Bedenken. Selbstverständlich werde die Bewertung des Gutachters in weitere Verhandlungen einfließen. „Der Kaufvertrag wird natürlich den Gemeindevertretern zur abschließenden Beratung und Abstimmung vorgelegt.“ Trotzdem stimmten die UBI-Vertreter gegen den Grundsatzbeschluss, dem CDU, SPD und FDP zustimmten.

 Der Kauf des Gasthofs findet seinen Niederschlag im Nachtragshaushalt. Der Kaufpreis wird durch einen Kredit in gleicher Höhe finanziert. „Momentan ist mit einem Zinssatz von 1,4 Prozent bei 30-jähriger Zinsbindung zu rechnen“, erläuterte Gemeindevertreter Reinhard Schümann. Der Schützenverein wird mit 66000 Euro für die Liegenschaft belastet. Das Areal des Vereins geht in seinen Besitz über. „Wir geben gegen Eintragung ins Grundbuch dem Schützenverein diesen Betrag als Kredit weiter.“ Der Gasthof selbst soll zu einem günstigen Zins an einen Gastronomen verpachtet werden. „Die Pacht muss bezahlbar sein. Wir wollen keinen ständigen Wechsel der Pächter, wie es in anderen Gemeinden doch des öfteren vorkommt“, bekräftigte SPD-Sprecher Thran.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3