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Bürgermeister legen sich nicht fest

Itzstedter See Bürgermeister legen sich nicht fest

Bei der Podiumsdiskussion um den möglichen Kauf des Itzstedter Sees haben sich die Kommunalpolitiker mit allzu deutlichen Aussagen zurückgehalten – obwohl sie nicht abgeneigt sind. Rund 150 Gäste verfolgten die Debatte in Juhls Gasthof.

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Peter Reese (von links), Holger Fischer, Volker Bumann und Uwe Voss debattierten über den Kauf des Sees.

Quelle: Lutz Timm

Itzstedt. Unter dem Titel „Itzstedter See – Jetzt oder nie“ hatte der CDU-Kreistagsabgeordnete Uwe Voss zum Stimmungstest eingeladen. Gesprächspartner waren die Bürgermeister Peter Reese (Itzstedt) und Holger Fischer (Nahe) sowie Amtsvorsteher Volker Bumann.

 „Es würde dem See guttun, wenn er in verantwortungsvolle Hände kommt“, sagte Voss, der für einen Erwerb des Sees warb. Er betonte erneut die günstigen Zinsen und verwies auf die finanziellen Mittel aus überörtlichen Schlüsselzuweisungen, die den Gemeinden Itzstedt und Nahe als ländlichem Zentralort zu Verfügung stehen. Der Knackpunkt: Die Bürgermeister vermieden es, sich eindeutig zu positionieren.

 Peter Reese betonte, dass er noch keine Aussage für die Gemeinde treffen könne, da sich bisher noch kein Gremium mit der Sache befasst habe. Dass es „eine gute Sache wäre, wenn der See in öffentlicher Hand“ ist, musste er dann aber doch zugeben. Aber: „Dem Preis von 1,4 Millionen Euro muss ein Wert gegenüberstehen, dazu sind wir dem Bürger gegenüber verpflichtet“, sagte der Bürgermeister. Ob das so sei, müsse durch ein Gutachten festgestellt werden. Außerdem wies er darauf hin, dass der See als besonderes Schutzgebiet nicht verändert oder wirtschaftlich genutzt werde dürfe und das Wohngebäude vielen Einschränkungen unterliege.

 Die zum Verkauf stehende Immobilie umfasst Seefläche (10,2 Hektar), Wald (4,2 Hektar) und Grundstück (5500 Quadratmeter) samt Wohnhaus. Sie ist im Privatbesitz; der Großvater der derzeitigen Eigentümerin hatte das Gelände erworben.

 Als „großen Traum“ bezeichnete Holger Fischer den möglichen Gewässerkauf. „Aber 1,4 Millionen Euro, das passt nicht“, sagte er. Er könne sich lediglich eine Größenordnung von 500000 Euro vorstellen. Zudem verwies Nahes Bürgermeister auf finanzielle Belastungen seiner Gemeinde durch den Kauf des Birkenhofs und warnte vor übereiltem Handeln. „Wir müssen das Ganze ruhig angehen, der See steht ja nicht zum ersten Mal zum Verkauf.“ Von einer Verwendung überörtlicher Mittel riet er ab.

 Zur Haltung der weiteren Gemeinden im Amt Itzstedt sagte Vorsteher Volker Bumann: „Sie können es sich gut vorstellen, wollen aber ein Wertgutachten. Auf der Grundlage sollen sich dann Itzstedt und Nahe zuerst beraten.“

 Kritik musste Voss für sein öffentliches Vorpreschen in Sachen See einstecken. Beide Bürgermeister monierten den Alleingang. „Der Weg wäre eigentlich ein anderer gewesen“, ärgerte sich Reese. Amtskollege Fischer sprach von einer „unmöglichen Werbekampagne“, die die Verhandlungen unnötig verkompliziere. Argumente, die Voss nicht gelten ließ. Wenn die Zeit dränge, müsse man schnell handeln. „Ich gebe Gas, das finde ich nicht schlimm“, entgegnete er.

 Reese und Fischer versprachen, dass sich die Kommunalpolitik eingängig mit dem Thema befassen werde. Voss riet den Gästen: „Gehen Sie zu den Sitzungen.“

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