19 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Naturschutz beim See geht vor

Itzstedter See Naturschutz beim See geht vor

Der neue Eigentümer des Itzstedter Sees hat sich verpflichtet, den See zu schützen und das als Flora-Fauna-Habitat (FFH-Gebiet) eingestufte Gewässer weitgehend der Natur zu überlassen.

Voriger Artikel
Mit Luther an der langen Tafel

Der Itzstedter See soll weiterhin geschützt werden - auch vom neuen Besitzer. Vor allem Hunde, die unkontrolliert am Ufer und im Wasser herumtollen, sollen künftig zum Schutz der Schilfzone gebändigt werden.

Quelle: Scholmann, Nicole

Itzstedt. Welche Regelungen gibt es nach dem Wechsel des See-Eigentümers? Und welche Absprachen werden sogar ins Grundbuch eingetragen? Das erfuhren Ausschussmitglieder wie auch Zuhörer bei der Sitzung des Umweltausschusses und des Ausschusses für die Schwimm- und Badestätte des Amtes Itzstedt. Im Ausschuss, den Helmut Thran als Vorsitzender anführt, kamen viele Fragen auf. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit stellte sich die Eigentümerfamilie aus Tangstedt vor, die großen Wert auf die Privatsphäre legt.

Angeln dürfen nur die Eigentümer

Festgeschrieben wurde beispielsweise, dass kein Angelsport mehr auf dem See ausgeübt werden darf. „Es ist klar, dass der See nicht intensiver genutzt werden darf als jetzt“, sagte Angelika Bretschneider vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR). Der Eigentümerfamilie werde erlaubt, mal die Angel in ihren See zu halten, allerdings ist es schon nicht mehr gestattet, Gäste dazu einzuladen.

Baderecht bleibt erhalten - Höchstgrenze bei 28 000 Gästen pro Jahr

Auch die Badestelle an der Itzstedter Seite kann zum Problem werden, wenn zu viele Gäste in das kühle Nass tauchen. „Wir haben eine Höchstgrenze an Besuchern festgelegt“, betonte Thran: Das Limit sind 28 000 Gäste pro Jahr.  Das Baderecht für die Öffentlichkeit ist im Grundbuch eingetragen. Damit kann der neue Besitzer den Badebetrieb nicht stilllegen.

Große Bedenken äußerte Axel Timmermann von der Unteren Naturschutzbehörde (UNB), die bei der Kreisverwaltung angesiedelt ist: Er macht sich Sorgen um den Schilfgürtel am See. Wegen der Seezugänge am Westufer gibt es keine geschlossene Schilfzone; die aber sei wichtig, vor allem, um Tieren Rückzugsmöglichkeiten und Nahrung zu bieten. Auch Spaziergänger, die den Wanderweg direkt am Ufer nutzen und dort nicht nur selber ins Wasser steigen, sondern auch ihre Hunde herumtollen lassen, würden für Unruhe sorgen, erklärte Timmermann.

Wanderweg am Ufer stört Naturschützer

Der Wanderweg, der unmittelbar am Ufer entlang führt, ist den Naturschützern ein Dorn im Auge. Allerdings gibt es auf absehbare Zeit keine Alternative. „Wir wollten den Weg verlegen, aber die Eigentümer der landwirtschaftlichen Flächen dort spielen nicht mit“, sagte Thran. Ein Rundweg um das Gewässer ist bislang nur eine Wunschvorstellung. Denn auch an anderer Stelle weigern sich Besitzer von Koppeln und Äcker, Land herzugeben.

Die Stiftung Naturschutz achtet künftig darauf, dass der Eigentümer seine Pflichten einhält. Thorsten Deinert von der Stiftung erläuterte, dass maximal zwei Stege bleiben dürfen und der See nicht mit einem Motorboot befahren werden darf. Die Stiftung erhält vom Besitzer die Erlaubnis, Ufer und Wasser zu betreten sowie Untersuchungen vorzunehmen.

Voriger Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Ein Artikel von
Nicole Scholmann

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

THW-Liveticker!

Alle THW-Spiele live
online verfolgen. Mit
dem THW-Liveticker

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3