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See mit Badestrand zu verkaufen

Itzstedt See mit Badestrand zu verkaufen

Der Itzstedter See, bislang in Privatbesitz, soll samt Wohngebäude und Wäldchen verkauft werden – für 1,4 Millionen Euro. Eine „Jahrhundertchance“ findet der CDU-Kreistagsabgeordnete Uwe Voss und fordert die Gemeinden Itzstedt und Nahe zum Kauf auf. Die Kommunalpolitiker reagieren zögerlich.

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Der Itzstedter See steht für 1,4 Millionen Euro samt Badestelle und Bungalow zum Verkauf.

Quelle: Lutz Timm

Itzstedt. Rund 10 Hektar Wasserfläche, dazu ein sanierungsbedürftiger Bungalow und ein knapp fünf Hektar großer Forst – das Angebot dürfte auch für den Immobilienmakler Günther & Günther etwas Besonderes sein. Im Auftrag von Sabina Grillo sucht die Hamburger Maklergesellschaft derzeit einen neuen Eigentümer für das „Paradies vor den Toren Hamburgs“.

 Grillo möchte das Anwesen aus privaten Gründen verkaufen. Ursprünglich hatte ihr Großvater das Areal 1956 erworben und mit der Gemeinde eine Nutzungsvereinbarung über die beliebte Badestelle am See abgeschlossen. Zu dem Besitz gehört der überwiegende Teil des 14 Hektar großen Gewässers, ein kleiner Teil gehört der Gemeinde Oering.

 CDU-Politiker Uwe Voss fordert jetzt die Gemeinden Itzstedt und Nahe dazu auf, den See „für ihre Bürger“ zu erwerben. „Das ist die Jahrhundertchance für den ländlichen Zentralort Itzstedt-Nahe“, sagte der Christdemokrat. Durch den Erwerb könne der Badebetrieb für nachfolgende Generationen gesichert und ein Rundwanderweg ermöglicht werden.

 Auch in der Finanzierung sieht Voss kein Problem: Einen Teil der Kosten könne durch die übergemeindlichen Zentralortsmittel aufgebracht, zudem sind Kredite „so günstig wie nie“. Auch Einnahmen aus der Verpachtung des Hauses und die Akquise von Fördergeldern seien denkbar. „Es braucht jetzt keine Folgekosten-Bedenkenträger und die ,Ja, aber’-Mentalität bringt niemanden weiter“, betonte Voss. Es sei eine parteiübergreifende Einigkeit gefragt und „mutige und schnell handelnde Gemeindevertreter“.

 Die Reaktionen auf den Vorstoß fallen verhalten aus. Für Hartmut Imhäuser, Vorsitzender der Wählergemeinschaft Unabhängige Bürger für Itzstedt (UBI), wäre ein Kauf „sehr problematisch“. Die UBI sei nicht grundsätzlich dagegen, „aber es ist immer eine defizitäre Geschichte“. Er sehe allerdings eine Möglichkeit, wenn sich alle Gemeinden im Amtsbereich beteiligen. „Dann können wir gucken, wie hoch die Belastung im Einzelnen ist und dann entscheiden.“

 Auch Itzstedts CDU-Bürgermeister Peter Reese ist skeptisch. „Grundsätzlich ist die Idee nicht schlecht, aber es bleiben noch sehr viele Fragezeichen“, sagte er. Letztlich könne es nur als gemeinsames Projekt mit den umliegenden Gemeinden funktionieren, aber „nicht als Schnellschuss“. Man müsse zudem bedenken, dass der See als Flora-Fauna-Habitat nicht wirtschaftlich nutzbar ist. „Bis es so weit sein könnte, muss noch viel geredet werden. Schließlich müssen wir mit den Haushaltsmitteln vernünftig umgehen.“

 Die FDP steht dem Vorstoß „positiv“ gegenüber. „Wir müssen aber herausfinden, welche Vorteile es der Gemeinde bringt“, sagte Gemeindevertreterin Uta Mette. Der Zugang zur Badeanstalt mit ihrem kleinen Strand sei gewährleistet, vor einem möglichen Kauf müssten sich alle Beteiligten intensiv mit der Thematik auseinandersetzen.

 Die SPD wollte sich nicht äußern.

 Wie das Amt Itzstedt bestätigte, ist die Grunddienstbarkeit der Badestelle im Grundbuch eingetragen. Damit ist auch die zukünftige Nutzung gesichert. Die vom Amt betriebene Badestelle ist laut Bürgermeister Reese defizitär, durchschnittlich würden jährlich Kosten von etwa 60000 Euro anfallen.

 Wer den See letztendlich kauft, ist für Sabina Grillo unerheblich. Doch eines wünscht sie sich doch: „Dass der See im Sinne meines Großvaters als großes Biotop weiterbetrieben wird. Das wäre schön.“

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