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Produktionsschule gut gestartet

Jobcenter Produktionsschule gut gestartet

Seit Mitte des Jahres bereitet die „Produktionsschule“ des Jobcenters Jugendliche mit Problemen im Kreis Segeberg auf das Berufsleben vor. Bei JobA in Bad Segeberg zogen Vertreter des Projekts, das 350000 Euro im Jahr kostet, eine erste Bilanz: Die Startphase sei erfolgreich verlaufen.

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Der Bau der Futtergondeln ist den jungen Leuten in der Holzwerkstatt von JobA in Bad Segeberg schnell gelungen. Das zeigen (Bild oben, von links) Delf Siebke (22, aus Schmalensee), Jordan Haak (18, aus Bornhöved), Tobias Dzaack (22, aus Trappenkamp), Michael Witthohn (21, aus Bad Segeberg) und Vanessa Wollgast.

Quelle: Petra Stöver

Kreis Segeberg. In der sogenannten Produktionsschule sollen junge Menschen für eine Ausbildung fit gemacht werden. Mit großer Toleranz versuchen Pädagogen, ihnen die Grundbegriffe eines geregelten Arbeitsalltags und handwerkliche Fertigkeiten zu vermitteln. Dabei verfolgt das Jobcenter Kreis Segeberg mit hohem Aufwand das Ziel, am Übergang von der Schule in den Beruf niemanden zu verlieren. Aufgefangen werden die Jugendlichen auch durch die gemeinsame Arbeit an einem Zirkuswagen.

 Auf die abschüssige Bahn war unter anderem Delf Siebke aus Schmalensee geraten. Nach der Mittleren Reife hatte der jetzt 22-Jährige eine Lehre begonnen, aber nicht beendet. Er habe damals „der Ausbildung wohl nicht allererste Priorität“ eingeräumt, gesteht der junge Mann zu. Das führte zu Spannungen in der Familie, der Stress wuchs, der Alltag wurde immer schwieriger. Seit Mai geht er in die Produktionsschule und hat sich soweit gefangen, dass er nach der Maßnahme wieder eine Lehrstelle suchen will, sagt er.

 Die Produktionsschule hat Werkstätten in Bad Segeberg, Kaltenkirchen und Norderstedt. In ihnen ist das auf Dauer angelegte Projekt vor vier Monaten gestartet. Im Bildungsunternehmen Junge Menschen in offener beruflicher Bildung und Ausbildung (JobA) in Bad Segeberg, beim Verein Regenbogen in Kaltenkirchen und in der Norderstedter Bildungsgesellschaft (NoBiG) in Norderstedt bereiten sich die 39 Jugendlichen, Männer und Frauen im Alter von 15 bis 25 Jahren aufs Berufsleben vor.

 Bei JobA in der Marienstraße in Bad Segeberg zogen Vertreter der beteiligten Einrichtungen gestern ein Resümee der als „erfolgreich“ bezeichneten Startphase. Das Besondere an dem Projekt ist eine große Toleranz und Flexibilität, mit der die Pädagogen versuchen, ihre schwierige Klientel zu fördern. Wohlverhalten werde belohnt, schildert Janina Golchert (JobA). Wer es schafft, regelmäßig pünktlich zu erscheinen und motiviert zu arbeiten, kann mit einer HVV-Monatskarte rechnen. Wer dauernd verschläft oder schwänzt, wird von Sozialpädagogen aus dem Bett geklingelt, muss im härtesten Fall mit Geldeinbußen rechnen.

 Die personalintensive Betreuung hat ihren Preis: 350000 Euro im Jahr. Die meisten erwachsenen Teilnehmer hätten „schon alle anderen Maßnahmen“ durchlaufen, unter den Jüngeren seien auch strikte Schulverweigerer, berichtet Janina Golchert. Wenn sie wollen, können sie zwischen den Unterrichtsräumen in Bad Segeberg (Metall und Bau), Kaltenkirchen (Kreativwerkstatt) und Norderstedt (PC-Werkstatt und Küche) wechseln. Einige ihrer Erzeugnisse - Konfitüre, Aschenbecher, Futtergondeln - sollen auch verkauft werden.

 Michael Knapp, Geschäftsführer des Jobcenters Kreis Segeberg, begrüßt die enge Zusammenarbeit mit Firmen aus dem Segeberger Kreisgebiet und den Jugendämtern. „Wir können es uns nicht leisten, Jugendliche auf dem Weg ins Berufsleben zu verlieren“, sagt Landrat Jan Peter Schröder. Das sei ein hoher Anspruch, so Schulrat Jürgen Hübner, der sich von der Arbeit der Produktionsschule großen Erfolg verspricht.

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