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Politik als Rollenspiel

Jugend im Segeberger Kreistag Politik als Rollenspiel

Welch ein zähes Geschäft Politik sein kann, erlebten junge Nachwuchsparlamentarier hautnah. Erst mussten die zeitaufwendigen Regularien und Wahlen abgehandelt werden, bevor der Jugendkreistag im Segeberger Kreishaus richtig Fahrt aufnehmen konnte.

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Im Kreistagssitzungssaal diskutierten die Jugendlichen über die Themen, die zuvor Arbeitsgruppen vorbereitet hatten.

Quelle: Petra Stöver

Kreis Segeberg. Als Experten in eigener Sache lehnten sie es beispielsweise ab, dass bereits 14-Jährige wählen dürfen.

Wissbegierig und diskussionsfreudig berieten rund 50 Schüler über die Anträge, die sie am Tag zuvor in der Jugendakademie erarbeitet hatten. Das Projekt „Jugend im Kreistag“ ist gleichzeitig Rollenspiel und kommunalpolitischer Unterricht. Seit dem Jahr 2000 lädt Kreispräsident Winfried Zylka Neunt- und Zehntklässler ein, sich in Workshops über gesellschaftliche Themen auszutauschen, die in diesem Alter interessieren.

 Diesmal hatten sich sieben Schulen angemeldet: Alstergymnasium (Henstedt-Ulzburg), Gymnasium Harksheide (Norderstedt), Grund- und Gemeinschaftsschule Friedrichsgabe (Norderstedt), Jürgen-Fuhlendorf-Schule (Bad Bramstedt), Grund- und Gemeinschaftsschule (Boostedt), Sventana-Schule (Bornhöved) und Grund- und Gemeinschaftsschule am Seminarweg (Bad Segeberg). Die 14- bis 17-Jährigen konnten zwischen sechs Arbeitsgemeinschaften wählen, die ihre Ergebnisse im Kreistagssitzungssaal zur Diskussion im Plenum stellten.

 Selbstbewusst brachte die AG „Jugendgerechte Gesellschaft" ihren Antrag ein. „Die Jugend ist die Zukunft. Wir, als Teil der Jugend, wollen, dass unsere Meinung gehört wird, da wir ein großer und wichtiger Teil der Gesellschaft sind“, stellten Kevin Altenburg und Marijan Neubert heraus. Deshalb solle das Wahlalter auf Kommunal- und Landesebene auf 14 Jahre gesenkt werden. Damit würde das Interesse an Politik wachsen, den Jugendlichen käme größere Anteilnahme und Verantwortung zu.

 Die beiden Jungs am Rednerpult hatten einen schweren Stand, ihre Altersgenossen warfen ihnen Ungereimtheiten vor. „Man ist noch nicht reif für die Wahl, wenn man noch stark manipulierbar ist“, hieß es. Nach kontroverser Diskussion wurde der Antrag mit breiter Mehrheit abgelehnt. So erging es mehreren Anliegen, sogar nach mehr öffentlichen Treffpunkten für Jugendliche. Befürwortet wurden unter anderem eine Kindergartenpflicht und die Reduzierung von Plastikmüll.

 Geleitet wurde die Diskussion von Jugendkreispräsidentin Lucie Waschkowitz (14, Alstergymnasium) sowie ihren Stellvertreterinnen Julia Frese (14, Gemeinschaftsschule Boostedt) und Leonie Dührkoop (15, Alstergymnasium). Sie hatten unter fünf Bewerbern die meisten Stimmen erhalten.

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