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Angeschlagener VJKA gerettet

Jugend- und Kulturverein Angeschlagener VJKA gerettet

In Gefahr schwebten Kreismusikschule, Jugendakademie, Jugendzeltplatz Wittenborn, offene Ganztagsschulen und Kulturwerkstätten wie die Remise in Bad Segeberg. Seit Donnerstagabend sind diese Einrichtungen gerettet. Der Verein für Jugend- und Kulturarbeit (VJKA) erhält höhere Zuschüsse.

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Martin Karolczak führt die Jugendakademie in Bad Segeberg und ist einer von zwei Geschäftsführern des VJKA.

Quelle: Archiv

Kreis Segeberg. In einer gemeinsamen Sitzung hatten der Jugendhilfeausschuss und Bildungsausschuss des Kreises getagt. Die Zeit drängte. Der Kooperationsvertrag des Kreises mit dem Verein für Jugend- und Kulturarbeit (VJKA) läuft Ende 2016 aus. Außerdem ist der VJKA in finanzieller Not. Er hatte 2015 etlichen Angestellten sogar das Weihnachtsgeld vorenthalten müssen.

 Grund waren Altlasten und dass die Einnahmen die Ausgaben nicht deckten. Nach Angaben des Hauptausschussvorsitzenden Henning Wulf (CDU) habe der Kreis dem Verein rund 250000 Euro an ausstehenden Zahlungen sogar stunden müssen.

 Bislang zahlt der Kreis dem Verein rund 1,1 Millionen Euro im Jahr, weil der Verein vor rund 20 Jahren Kreisaufgaben in der Jugend-, Bildungs- und Kulturarbeit übernommen hatte. Außerdem stellt der Kreis dem Verein gegen Miete die Jugendakademie zur Verfügung. Rund 4,2 Millionen Euro setzen rund 90 feste und 350 freie Mitarbeiter des Vereins pro Jahr um.

 Der Kreis will den Kooperationsvertrag um weitere fünf Jahre verlängern, teilten Christoph Lauff (CDU), Vorsitzender des Bildungsausschusses, und Hans-Jürgen Kütbach, VJKA-Vorsitzender und Bürgermeister von Bad Bramstedt, nach der Sitzung mit. Der Kreis erhöht den Zuschuss 2017 um 290000 Euro. Er steigert sich schrittweise, bis auf 435000 Euro im Jahr 2021. Damit würden auch die üblichen Kostensteigerungen berücksichtigt, sagt Kütbach. Außerdem werde ab 2016 wieder Weihnachtsgeld gezahlt.

 Die Summe für das Weihnachtsgeld 2015, das der Verein gestrichen hatte, wird der Kreis dem VJKA aber nicht nachträglich zukommen lassen. Der Kreis sei nicht zuständig für Gehaltszahlungen des Vereins, sagt Lauff.

 Der Verein selbst hat Berater eingeschaltet, die laut Kütbach „mehr betriebswirtschaftliche Instrumente einführen, die eine bessere Kontrolle ermöglichen“.

 Das reicht dem Kreis aber noch nicht. Er will auch im Verein selbst mitreden. So soll das Rechnungsprüfungsamt regelmäßig die Bilanzen des Vereins prüfen. Ein Mitarbeiter der Kreisverwaltung soll dem VJKA beratend zur Seite stehen. Geplant ist auch, dass ein Kreisvertreter mit im Vorstand sitzt. Dafür müsste einer der beiden VJKA-Geschäftsführer weichen, entweder Jugendakademieleiter Martin Karolczak oder Musikschulleiterin Christine Braun. Zu vernehmen ist, dass wohl Braun aus dem Vorstand ausscheidet. Weiterhin angehören sollen dem Vorstand der Vorsitzende und sein Stellvertreter, Hans-Jürgen Kütbach und der CDU-Landtagsabgeordnete Axel Bernstein.

 Über diese neue Konstruktion berieten die beiden Ausschüsse aber nicht. Sie übertrugen die Arbeit dem Kreishauptausschuss. Sie ist nicht ohne Fallstricke. Denn das Beihilferecht, Vergaberecht und Steuerrecht müssen beachtet werden. Angedacht ist deshalb eine „Inhouse-Lösung“. Dem Verein würde dann nur noch Kommunen als Mitglieder angehören. Kreis und Verein wäre sozusagen beide öffentlich-rechtlich. Die drei privatrechtlichen Vereinsmitglieder, der Kreisjugendring und die Freundeskreise, müssten sich dann über einen noch zu gründenden Beirat einbringen.

 Kütbach war rundum zufrieden. Das Finanzkonzept decke sich mit den Vorstellungen des Vereins. „Alle Fraktionen schätzen – trotz der Krise – unsere inhaltliche Arbeit und sind bereit, sie zu unterstützen.“

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
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