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VJKA ist in akuter Geldnot

Jugendakademie-Trägerverein VJKA ist in akuter Geldnot

Dem Verein für Jugend- und Kulturarbeit im Kreis Segeberg (VJKA) fehlt Geld. Die 89 festen Mitarbeiter müssen in diesem Jahr auf ihr Weihnachtsgeld verzichten. Auch andere Sparmaßnahmen prüft der VJKA, ebenso eine Erhöhung von Gebühren. Er hofft auf mehr Kreis-Zuschüsse.

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10500 Übernachtungen von Seminarteilnehmern gibt es jedes Jahr in der Jugendakademie Bad Segeberg, der Zentrale des VJKA.

Quelle: Archiv

Kreis Segeberg. Doch die Kreispolitik zögert. Nach Gesetzeslage steht der Kreis prinzipiell in der Pflicht. Er muss die Jugend- und Kulturarbeit „in angemessenem Umfang“ unterstützen. Bislang zahlt er pro Jahr 1,126 Millionen Euro. Insgesamt setzt der VJKA 4,2 Millionen Euro um mit dem Bildungszentrum Jugendakademie in Bad Segeberg, Jugendzeltplatz Wittenborn, Kreismusikschule, Betreuung der offenen Ganztagsschulen sowie den Kulturwerkstätten wie Remise und Otto-Flath-Haus.

 Inklusive freier Mitarbeiter und Honorarkräfte beschäftigt der VJKA 445 Menschen. 2011 war der Verein aus der Mühle in die große Akademie am Großen Segeberger See gezogen, die über 80 Betten bietet. 10500 Übernachtungen gibt es dort pro Jahr, 5000 waren es in der Mühle. 2016 ist die Jugendakademie schon fast ausgebucht, ebenso der Jugendzeltplatz. Die Zahl der Musikschüler stieg auf 2376.

 Dennoch geriet der Verein in Schieflage, erklärt Christine Braun, Leiterin der Kreismusikschule, eine der beiden Geschäftsführer und Mitglied des VJKA-Vorstands. Ein Grund sind Altlasten. Beim Einzug in die Akademie hatte der Verein etliche Umbauten selbst finanzieren müssen. Mehrere Hunderttausend Euro fielen an Kosten an, teilweise finanziert über Kredite. Sie müssen abgetragen werden. Außerdem sanken etwa Einnahmen aus dem Kreismusikschulunterricht. Viele Übungsstunden hat der VJKA wegen des Ganztagsschulbetriebs in Schulen verlagern müssen. Dort zahlen die Schüler aber geringere Gebühren als beim klassischen Unterricht an der Musikschule.

 Seine Reserve, rund 100000 Euro, hat der VJKA aufgebraucht. Das ganze Problem sei erst „beim September-Controlling auf den Tisch gekommen“, sagt Christine Braun. Der Verein wolle seine Ausgaben senken. Dazu zähle die Streichung des Weihnachtsgeldes. Frei werdende Posten werden vorerst nicht besetzt, Aufgaben durchleuchtet, Kosten und Nutzen gegenübergestellt, Gebührenerhöhungen für Seminare, Musikunterricht und Kurse geprüft.

 Braun hofft, dass nach Ablauf des Zuschussvertrages mit dem Kreis zum Jahreswechsel 2016/2017 der Kreis seinen Beitrag erhöht. Ein Plus von 200000 Euro würde den Verein entlasten, heißt es.

 Zuletzt hatte der Kreis kaum draufgesattelt. Schon 1998 zahlte er fast den gleichen Zuschuss wie heute. Damals hatte der VJKA umgerechnet 1,7 Millionen Euro Umsatz, heute zweieinhalb Mal so viel.

 Der Verein war 1997 gegründet worden, um der Träger der Mühle und der Kreismusikschule zu werden. Zuvor war die Jugend- und Kulturarbeit aus der Kreisverwaltung heraus geführt worden.

 Die Kreispolitiker wurden vom Hilferuf des VJKA überrascht. Christoph J. Lauff (CDU), Vorsitzender des Kreisbildungsausschusses, hält die Arbeit des Vereins für unverzichtbar. Ob der Kreis aber mehr Geld gebe, ließ er offen. „Der Kreishaushalt ist extrem angespannt.“ Nach bisheriger Kalkulation erwartet der Kreis 2016 ein Minus von 12 Millionen Euro. Auch Henning Wulf (CDU), Vorsitzender des Hauptausschusses, bremst. Erst müsse der Verein prüfen, wo er selbst sparen könne und ob sein Angebot noch passe. Dass sich der Verein mit dem Umzug von der Mühle in die Akademie übernommen habe, glaubt Wulf nicht. Es sei generell sogar besser gelaufen als zuvor kalkuliert.

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
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