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Hier können junge Leute mitreden

„Jugendgerechte Kommune“ Hier können junge Leute mitreden

Junge Leute sollen in Bad Segeberg stärker mitreden können. Erreichen möchte die Stadt dieses Ziel mit ihrer Teilnahme am bundesweiten Projekt „Jugendgerechte Kommune“. Ob sich die dort erarbeiteten Ideen umsetzen lassen, steht allerdings in den Sternen.

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Sie wollen die Sache ins Rollen bringen: Sozialausschussvorsitzender Jens Lichte (von links), Projektleiter Thomas Minnerop und Jugendakademie-Chef Martin Karolczak kümmern sich um das bundesweite Projekt „Jugendgerechte Kommune“.

Quelle: Michael Stamp

Bad Segeberg. Begonnen hat das Ganze schon mal sehr erfreulich: mit einem Sieg. Bad Segeberg bewarb sich für das dreijährige Projekt, bei dem pro Bundesland ein Gewinner ermittelt wurde – und setzte sich in Schleswig-Holstein gegen acht Kommunen durch. Die Stadt hat den Verein für Jugend- und Kulturarbeit mit der Betreuung des Vorhabens beauftragt. Dessen Mitarbeiter Thomas Minnerop ist der örtliche Projektleiter.

 Der Anlass zur Teilnahme war die drohende Schließung des städtischen Jugendtreffs in der Mühle. Als Bad Segeberg vor einigen Monaten nach Vorgaben des Landes zwingend weitere 750000 Euro einsparen musste, wurde neben anderen Streichungen auch über das Aus der Einrichtung diskutiert. Bürgermeister Dieter Schönfeld schlug jedoch vor, sich für das Projekt zu bewerben, das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend initiiert worden war. Das Ziel: Die Jugend soll selbst mitbestimmen, wie Jugendarbeit in Bad Segeberg künftig aussieht.

 Laut Jugendakademie-Leiter Martin Karolczak sollen jetzt „Leitlinien für jugendgerechtes Handeln“ in Bad Segeberg erarbeitet werden. Geplant sind Zukunftswerkstätten und weitere Treffen, an denen junge Leute im Alter von 12 bis 27 Jahren mitwirken dürfen. Die Organisatoren hoffen, neben ohnehin engagierten Jugendlichen wie der Initiative „alleineinboot“ und der Jugendbeiratsvorsitzenden Hellena-Mercedes Wagemann auch Teilnehmer zu finden, die sich bisher nicht engagiert haben.

 Thomas Minnerop will in die weiterführenden Schulen gehen und dort für das Projekt werben. Geleitet wird es von einer Arbeitsgruppe, zu der neben Minnerop und Geschäftsführer Karolczak auch der Sozialausschussvorsitzende Jens Lichte, die Schulsozialpädagogen Steffi Jürs, Tobias Kleine und Bettina Weiß sowie die Streetworker Dennis Drick, Petra Schoder vom Jugendzentrum, Angelika Traumann von der evangelischem Kirche und ein wechselnder Jugendlicher aus dem Kinder- und Jugendbeirat gehören. Außerdem können „regionale Akteure“ aus Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Sportvereinen dazukommen.

 „Wir müssen die Jugendlichen bei diesem Prozess mitnehmen“, wirbt Karolczak. Sozialausschussvorsitzender Lichte dämpft allerdings ein wenig die Erwartungen. Aus Berlin gibt es nur fachliche Begleitung – aber keinen Finanztopf. Bezahlen muss Bad Segeberg also alles selbst. „Unser Haushalt ist nicht planbar“, sagt Lichte. „Es ist eine sehr unruhige Zeit.“ Er hofft jedoch, dass sich junge Leute für die Arbeit in solch einem Gremium begeistern können und der Stadt dabei helfen, ihre Jugendarbeit zu gestalten. „Vielleicht wollen sie ja gar keinen Jugendtreff, sondern lieber einzelne Konzerte und Veranstaltungen in den Stadtteilen.“

 Sowohl Karolczak als auch Minnerop und Lichte wünschen sich, dass Jugendliche für ihre Themen aktiv werden. „Wenn da eine Gruppe von 50 bis 80 Jugendlichen im Bürgersaal sitzt, werden es sich Kommunalpolitik und Verwaltung überlegen, ob man an deren Wünschen vorbeigehen kann“, sagt Lichte – und fügt mit einem Lächeln an: „Das sind ja auch Wähler...“

 Ein Klassiker in der Bad Segeberger Politik ist mittlerweile die seit Jahren immer wieder scheiternde Skateranlage. Mehrere Dutzend Standorte wurden bereits geprüft und nach Anwohnerprotesten verworfen. Eine Garantie, solch eine Herzensangelegenheit durchzusetzen, gibt es also nicht.

 Minnerop will jetzt einen Zeitplan für die drei Jahre des Projekts aufstellen und mit der Werbung beginnen. Fest steht bereits, dass die Experten aus Berlin am 2. Juni in die Kalkbergstadt kommen. Ob dann bereits der Kurzfilm-Wettbewerb gelaufen ist, bei dem die Jugendlichen laut Minnerop ihre Sicht auf Bad Segeberg vorstellen, kann man derzeit noch nicht sagen.

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