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So bleiben junge Leute gesund

Jugendgesundheitstage So bleiben junge Leute gesund

Der Tipp der Ärztin vom Kreisgesundheitsamt: Viel bewegen, sich gesund ernähren und den PC-Konsum begrenzen. Experten informieren 470 Siebtklässler während der vier Jugendgesundheitstage in Kaltenkirchen und in Bad Segeberg.

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Die "Zahnfeen" des Kreisgesundheitsamtes Silvia Schäfer (von links) und Doris Salzmann klären Merle Karl und Lea Dahlmann (beide 13 und aus Bad Bramstedt) über richtiges Zähneputzen auf.

Quelle: Gerrit Sponholz

Kreis Segeberg. „Die 13- und 14-Jährigen sind genau in dem Alter, in dem Gesundheit nicht so im Mittelpunkt steht und Süchte wie Rauchen und Trinken beginnen“, sagt Dr. Sylvia Hakimpour-Zern vom Kreisgesundheitsamt. Außerdem stürzen sich viele auf ungesundes, kohlenhydratreiches und fettes Fast-Food. „Erst mit 16 entwickeln sie wieder ein Körperbewusstsein“ – wenn die ersten Flirts beginnen. Kritisch ist das Alter auch, weil für Jugendliche die Auffrischung vieler Impfungen ansteht, die oft in Vergessenheit geraten sind.

 Deshalb hat das Kreisgesundheitsamt gemeinsam mit Partnern wie der Suchtberatung ATS, den Gewichtsberatern von ZIMT, den Schulen, der Krankenkasse AOK, der Arbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege und JIM’s Bar mit alkoholfreien Getränken die Jugendgesundheitstage zusammengestellt. Nach der erfolgreichen Premiere im Vorjahr wurde der Umfang auf vier Tage erweitert. Nach zwei Tagen in der Dietrich-Bonhoeffer-Schule in Kaltenkirchen folgen heute zwei Tage im Kreishaus in Bad Segeberg. Mit insgesamt 470 Kindern wird etwa ein Fünftel des Jahrgangs im Kreis erreicht, freut sich Dr. Hakimpour-Zern.

 Die Jugendlichen waren wissbegierig. So staunten sie, wie viel Zucker nicht nur in Cola-Getränken steckt, sondern auch in Apfelsaft. Nach einem Aufstrich auf Zähne wurde in einem abgedunkeltem Zelt mit Hilfe von Speziallicht die Schmutzschicht auf den Zähnen sichtbar. Bei etwa jedem zehnten Schüler wurde entdeckt, dass er eine Sehhilfe benötigt, berichtet Birgit Hansen vom Kreisgesundheitsamt. „Und manche, die schon eine Brille haben, tragen sie nicht, weil sie sie nicht für schick halten.“ Und auch bei den Impfungen war viel Aufklärungsarbeit nötig. „Viele Eltern achten nicht so sehr darauf“, bedauert Hakimpour-Zern.

 Was auffällig ist: Trotz zahlreicher Besserungstendenzen in der Zahnpflege ist Karies bei Kindern vor allem in städtischen Gefilden verbreitet. „Brennpunkte sind Norderstedt, Bad Bramstedt und Trappenkamp“, sagt Hakimpour-Zern. Dann kommen „Zahnfeen“ in die Schulen, um den Jugendlichen Zahnputzhilfen zu geben. Obligatorisch für alle künftigen Erstklässler sind Schuleingangsuntersuchungen.

 Auf einen „desolaten Zahnstatus“ stoßen die Gesundheitsexperten bei vielen zugewanderten Flüchtlingskindern. Auf der Flucht hätten Eltern, ohne böse Absicht, mit Würfelzucker oder Süßigkeiten die Kinder ruhiggestellt, berichtet Hakimpour-Zern.

 Auf dem Vormarsch sind psychische Erkrankungen, vom Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom über Krisen, Psychosen und Depressionen, sagt sie. „Die Kinder wachsen heute weniger behütet auf.“ Eltern seien weniger zu Hause, die Kinder viel mit PC und Smartphone beschäftigt. Hakimpour-Zern: „Fast jeder zweite Mensch wird in seinem Leben mal psychisch krank.“

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Gerrit Sponholz
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