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Start mit Stichwahlen

Jugendkreistag Segeberg Start mit Stichwahlen

Dass Personalien in der Politik häufig die Sachfragen überlagern, erlebten gut 40 Schüler hautnah. Als Teilnehmer am Planspiel Jugend im Kreistag mussten sie am Dienstag drei Mal wählen, um das dreiköpfige Präsidium zu bestimmen.

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Nach drei Wahlgängen war das Präsidium im Segeberger Jugendkreistag mit Jan Kuller, Rebecca Wichert und Lennart Schümann (von links) besetzt.

Quelle: Petra Stöver

Kreis Segeberg. „Zwei Stichwahlen, das hatten wir noch nie“, staunte selbst Kreispräsident Winfried Zylka, der den Workshop bereits zum 17. Mal leitete. Detailverliebt diskutierten die Nachwuchspolitiker anschließend und beschlossen unter anderem, bis 2025 den Unterricht an den weiterführenden Schulen im Kreisgebiet zu digitalisieren.

 Zwei Mal Stimmengleichheit zog zwei Stichwahlen nach sich. Vier Jungen und ein Mädchen hatten sich um das Amt des Jugend-Kreispräsidenten beworben, erst im zweiten Wahlgang bekam Rebecca Wichert die deutliche Mehrheit. Im ersten Durchgang hatte sie noch mit Jan Kuller gleichauf gelegen, der dann zu ihrem Stellvertreter gewählt wurde. Beide sind 14 Jahre alt und besuchen das Alster-Gymnasium in Henstedt-Ulzburg. Als zweiter stellvertretender Kreispräsident setzte sich in der zweiten Stichwahl Lennart Schümann (14, Gymnasium Harksheide aus Norderstedt) durch. Wegen der Patt-Situation wurden im Sitzungssaal des Kreistages im Kreishaus in Bad Segeberg selbst die Stimmzettel knapp. Die Schüler behalfen sich, indem sie die Namen ihres Favoriten auf die Rückseite von bereits ausgefüllten Stimmzetteln schrieben.

 Das Schülerparlament bereitete ihrem Präsidium anschließend wenig Arbeit, diszipliniert wurde diskutiert und abgestimmt. Mit großer Mehrheit befürworteten die Jugendlichen als Experten in eigener Sache eine Umgestaltung der Klassenräume. Eine Digitalisierung sei notwendig, „da die Schüler durch medialen Unterricht auf das spätere Arbeitsleben vorbereitet werden und die Lehrer Materialien besser visuell veranschaulichen können“. Whiteboards, Beamer und W-Lan würden den Unterricht verbessern. Das Projekt sollte mit einer Testphase und ab der 5. Klasse anlaufen, sagte Jan Kuller.

 Außerdem empfiehlt der Jugendkreistag, Ruheräume für die verschiedenen Klassenstufen einzurichten. Darin sollten „häufig erschöpft und ausgelaugt“ fühlende Schüler sich zurückziehen können. Generell möchten sie erreichen, dass in den Klassenzimmern eine entspannte Lernatmosphäre herrscht.

 Mit den Vorschlägen der Schüler wird sich der echte Kreistag beschäftigen, sagte Zylka. Der Jugendkreistag hatte unter anderem für jeden Schüler verpflichtende 13 Schuljahre angeregt. An Schulen sollten Solaranlagen installiert und ein E-Bike-Verkehrssystem eingerichtet werden.

 Das Projekt „Jugend im Kreistag“ ist gleichzeitig Rollenspiel und kommunalpolitischer Unterricht und findet einmal im Jahr statt. Daran nahmen diesmal Neunt- und Zehntklässler von Alstergymnasium (Henstedt-Ulzburg), Gymnasium Harksheide und Gemeinschaftsschule Friedrichsgabe (beide Norderstedt), Jürgen-Fuhlendorf-Schule (Bad Bramstedt), Richard-Hallmann-Schule (Trappenkamp) und Gemeinschaftsschule am Seminarweg (Bad Segeberg) teil. Nur 30 der insgesamt 42 jungen Leute wollten als Abgeordnete diskutieren und entscheiden. Erstmals war der Andrang auf das Presseteam, das auf zwölf Reporter anwuchs, größer als auf die fünf Sachgebiete. Das journalistische Interesse lag wohl auch daran, dass die Redaktion ihre Nachrichten vom Jugendkreistag gleich über vier Kanäle verbreiten konnte.

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