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BBS-Vorschlag: Skaten statt Tennis

Jugendtreff Bad Segeberg BBS-Vorschlag: Skaten statt Tennis

Es war ein Vorschlag der Freien Wählergemeinschaft BBS: Der städtische Jugendtreff könnte in eine der beiden Bad Segeberger Tennishallen umziehen, wo auch eine Indoor-Skateranlage möglich wäre. Doch der Vorschlag scheiterte bereits  im Sozialausschuss.

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Für den Jugendtreff könnte laut BBS-Vorschlag eine der beiden Tennishallen umgebaut werden.

Quelle: Michael Stamp

Bad Segeberg. In ihrem Antrag bezieht sich die BBS-Fraktion auf einen Termin, der Ende März bei Bürgermeister Dieter Schönfeld stattgefunden hatte. „In dem Gespräch wurde vorgebracht, dass die Kita aufgrund der Verringerung des Angebotes anderer Träger künftig mehr Platz in der Mühle benötigen wird“, teilte BBS-Fraktionsvorsitzender Torsten Bohlmann mit. „Das würde zur Folge haben, dass Flächen, die derzeit in der Mühle für die Jugendarbeit genutzt werden, künftig für die Jugend nicht mehr zur Verfügung stehen.“ Daher müsse für das städtische Jugendzentrum ein Alternativstandort gesucht werden.

 Eine Idee dazu lieferten Bohlmann und seine Fraktionskollegen gleich mit. „Aus dem Tennisverein war zuletzt zu hören, dass der Betrieb der Tennishalle finanziell kaum tragbar ist. Unter Umständen ist der Verein daher mit einer Herauslösung der Halle aus dem Pachtvertrag einverstanden.“ Die jetzige Tennishalle an der Marienstraße könnte dann zu einem Jugendzentrum mit Indoor-Skateranlage umgebaut werden. Die Stadtverwaltung solle von der Kommunalpolitik beauftragt werden, Verhandlungen mit dem Tennisverein zu führen.

 BBS-Mitglied Ralf Schaffer verwies im Sozialausschuss darauf, dass es in der Mühle ohnehin „kein gedeihliches Zusammenleben“ zwischen Kita und Jugendzentrum gebe. Zunächst habe der BBS im übrigen mit dem Antrag die kleinere, vom Verein hinzu gemietete Tennishalle gemeint, möchte nun aber die Prüfung auf beide Hallen ausweiten.

 Die übrigen Fraktionen erteilten diesem Ansinnen schnell einen erheblichen Dämpfer. So empörte sich Uwe Rönnfeldt (SPD) darüber, dass die Gedankenspiele zur Tennishalle öffentlich gemacht worden sind, noch bevor jemand mit dem betroffenen Verein gesprochen habe. Außerdem sollte man die Jugend an der Suche nach einem neuen Standort im Rahmen des jüngst gestarteten Drei-Jahres-Programms „Jugendgerechte Kommune“ beteiligen. „Nichts wäre schlimmer, als wenn wir der Jugend eine fertige Lösung vor die Füße knallen.“ Rönnfeldt räumt aber ein, dass der bisherige Standort Mühle für das Jugendzentrum „nicht ideal“ sei.

 Regelrecht um die Ohren gehauen bekam die BBS-Fraktion ihren Antrag von Hermann E. Westphal (FDP). „Mein erster Gedanke war: Das ist Populismus hoch drei!“, erklärte der Liberale. „Aber dann war mein zweiter Gedanke: Nee, das ist Populismus hoch vier!“ Es seien von der Stadtverwaltung bereits über 20 potenzielle Ersatz-Standorte für die 2010 abgerissene Skateranlage geprüft worden – doch überall sei die Ansiedlung am Widerstand der Nachbarschaft gescheitert. Grundsätzlich sei jeder für solch eine Sportanlage, aber nicht in der eigenen Nähe, klagte Westphal. „Wir wollen alle in der Sackgasse wohnen – mit Waldnähe und U-Bahn-Anschluss. Das gibt es nicht! Es tut mir in der Seele weh, dass wir keinen Standort haben.“

 Petra Kröger (CDU) warf der BBS-Fraktion vor, „einen Antrag zu stellen, von dem man weiß, dass er nicht durchgehen kann“. Der Jugend werde in Aussicht gestellt, eine Indoor- Skateranlage zu bekommen, obwohl das mit vielen Schwierigkeiten verbunden wäre. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass dem Bürgerblock das nicht bewusst ist.“

 BBS-Mann Schaffer wehrte sich vor allem gegen die Vorwürfe, man sei sich der Aussichtslosigkeit des Antrages vorher schon bewusst gewesen. Die Fraktion wolle doch lediglich, dass entsprechende Sondierungsgespräche geführt werden. Das bekräftigte auch Fraktionschef Bohlmann. „Ich finde das alles ziemlich traurig.“ Man wolle der Jugend keinen Standort vorschreiben, sondern nur eine Vorarbeit leisten.

 Dem widersprach Sozialdemokrat Rönnfeldt energisch. Im Antrag sei nicht von unverbindlichen Gesprächen, sondern von Verhandlungen die Rede. An dieser Stelle ging FDP-Fraktionschef Westphal erneut der Hut hoch: „Für jeden Pups beauftragen wir die Verwaltung!“

 In die Diskussion schaltete sich auch Kulturbeauftragter Michael Meier ein, obwohl das nicht zu seinem Fachgebiet gehört. Er regte an, eine Prüfung auf die kleine Tennishalle zu begrenzen, weil im Winter ein Wegfall der großen Halle die Einstellung des gesamten Spielbetriebs beim Tennisclub zur Folge hätte.

 So wurde der Antrag im Sozialausschuss am Ende auch nur von den beiden BBS-Mitgliedern befürwortet. Sieben Ausschussmitglieder stimmten mit nein, die Vertreterin der Grünen enthielt sich.

 Der für Kita und Jugendzentrum zuständige Amtsleiter Stephan Hartung widersprach gestern der Darstellung im BBS-Antrag, dass es in der Mühle Probleme zwischen den beiden Einrichtungen gebe. „Stress ist es nicht.“ Es sei lediglich so, dass sich manche Kita-Eltern daran stören, dass vor dem gemeinsamen Eingang manche Jugendliche sich küssen und schmusen. Auch dass dort im Umfeld von einigen jungen Leuten geraucht wird, finden sie nicht in Ordnung. „Das passiert aber auch nicht direkt vor der Tür, sondern die gehen meist ein Stück weg“, sagte Hartung.

 Ansonsten sei es zwischen Kita und Jugendzentrum zu Unstimmigkeiten über die Nutzung gemeinsamer Räume gekommen. Hartung: „Es gab Terminüberschneidungen, weil man keinen zentralen Kalender hatte.“ Das sei jetzt aber „bestens im Griff“.

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