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Vorschläge an der Motzmauer

Jugendworkshop in Bad Segeberg Vorschläge an der Motzmauer

An einer „Motzmauer“ formulierten Jugendliche in einem Workshop, was sie an der Kreisstadt stört. Ein allzu früher Unterrichtsbeginn in den Schulen wurde ebenso bemängelt wie ein zu geringes Freizeitangebot und zu wenig Respekt von Erwachsenen – auch Politikern – gegenüber jungen Leuten.

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Arthur Wagemann und Marieke Aden zeigten im Workshop, wie sie sich einen Ferienpark in Bad Segeberg vorstellen.

Quelle: Detlef Dreessen

Bad Segeberg. Ein schläfriges Faultier, dem das Herz aus dem Leib gefallen ist und dessen Gedärme nicht viel mehr hervorbringen als heiße Luft: So sehen manche junge Leute die Stadt Bad Segeberg. Provokant wie diese Karikatur waren auch einige Gedanken, die im Rahmen einer Kulturwerkstatt formuliert wurden, die im Jugendzentrum Mühle stattfand.

 45 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 12 und 27 Jahren kamen auf Einladung von Thomas Minnerop, Leiter des Projektes „Jugendgerechte Kommune“. Gemeinsam entwickelten sie einen Tag lang Ideen zum Thema „jugendgerechtes Bad Segeberg“, angeleitet von Jens Zussy und Claudia Brunsemann vom „Team Planen mit Phantasie“ aus Rosengarten bei Hamburg.

 In einer Fantasiephase durften die Teilnehmer ihren Ideen freien Lauf lassen, ohne gleich auf Wirklichkeitsnähe zu achten. Die Ergebnisse reichten von einem Freizeitpark mit Achterbahn und Schokoladenbrunnen bis zur Skaterbahn und einem neuen Jugendzentrum. Marieke Aden (13), Mitglied im städtischen Kinder- und Jugendbeirat, äußerte die Sorge, dass das Jugendzentrum in der Mühle wegen der Platznot der Kita im selben Gebäude geschlossen wird. „Dann brauchen wir einen neuen Treffpunkt.“ Die Tennishalle, die der Tennisverein (vielleicht) nicht mehr brauche, sei groß genug. „Und Lärmbelästigung kann da nicht entstehen.“

 Viele der Ideen fand Arthur Wagemann (14) interessant. „Man kann nur hoffen, dass wir damit etwas erreichen.“ Doch dies könne nur gelingen, wenn im Rathaus „Trägheit und Ignoranz“ überwunden werden, vermuteten die etwas älteren Teilnehmer. „Es gibt zu wenig Kommunikation“, kritisierte Ole Käbel (19). „Ich glaube, die Politik weiß nicht, was im Jugendcafé am Markt passiert – und die Jugendlichen wissen nicht, was die Politik macht.“

 Manche Kritik gehe aber auch an der Realität vorbei, stellte Thomas Minnerop klar. Es werden in Bad Segeberg viele Aktionen für die Altersstufe angeboten, aber die Jugendlichen wissen nichts davon. Ein Veranstaltungskalender für junge Leute könne das Problem vielleicht lösen.

 Am Donnerstag, 2. Juni, sollen die Ergebnisse des Workshops vor der Stadtverwaltung und Kommunalpolitikern vorgestellt werden. „Wir hoffen, dass es dann in die Gremien getragen wird“, sagte Minnerop. Eines sei klar: „Die Stadt wird nicht drum herum kommen, Geld in die Hand zu nehmen.“ Es gebe aber ja Zuschüsse von Europäischer Union, Bund und Land.

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