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Erinnerung als Pflichtaufgabe

KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen Erinnerung als Pflichtaufgabe

Nachdem in der Woche zuvor bereits Vizekanzler Sigmar Gabriel der KZ-Gedenkstätte Springhirsch einen Besuch abgestattet hatte, war diesmal Anke Spoorendonk, Ministerin für Kultur des Landes Schleswig-Holstein, gekommen. Anlass war die Einweihung des neuen Eingangsgebäudes.

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Im Gespräch bei der Einweihung (von links): Uta Körby (Beisitzerin im Trägerverein der KZ-Gedenkstätte und Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft Gedenkstätten Schleswig-Holstein), Friederike Löffert-Prokatis (Leiterin des Ministerbüros von Anke Spoorendonk) und Uwe Czerwonka (Vorsitzender des Trägervereins).

Quelle: Ulrike Bundschuh

Nützen. Licht ins Dunkel bringen - das erreicht die KZ-Gedenkstätte in übertragenem Sinne, indem sie auch nach über 70 Jahren noch einen Blick auf ein düsteres Kapitel deutscher Geschichte ermöglicht. Aber es geschieht vor Ort nun auch tatsächlich, denn die neu errichtete Glaskonstruktion am Eingang ist lichtdurchflutet.

 70000 Euro Fördergelder des Landes Schleswig-Holstein, 20000 Euro der Stadt Kaltenkirchen und 14000 Euro Eigenleistung durch die honorarfreie Arbeit des Architekturbüros Nuckel machten den Erweiterungsbau möglich. „Viele am Bau beteiligte Handwerksbetriebe und Dienstleister verzichteten ganz oder teilweise auf Honorare oder machten äußerst kostengünstige Angebote“ erklärte Architekt Jens-Olaf Nuckel. Uta Körby, Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft Gedenkstätten und Erinnerungsorte in Schleswig-Holstein sowie Mitglied im Vorstand des Trägervereins, wies darauf hin, dass es dieses jüngste Projekt „nur ein Zwischenschritt“ sei. Wegen der schwierigen Finanzierungslage könne der Trägerverein lediglich „Stück für Stück“ vorgehen.

 Ministerin Spoorendonk hob in ihrer Rede hervor, wie wichtig die Unterstützung des Landtages sei, um die Arbeit in den Gedenkstätten zu professionalisieren.

 Gut 50 Gäste und Mitglieder des Trägervereins konnten von dem architektonisch gelungenen Bauwerk einen Eindruck verschaffen. Zu den Gästen zählten unter anderem Kreispräsident Winfried Zylka, Landrat Jan Peter Schröder, Bürgervorsteher Rüdiger Gohde, Vertreter der katholischen Kirche und des Landtages, der Volkshochschule und einige Schüler des Kaltenkirchener Gymnasiums, die im Rahmen einer Projektarbeit des Wahlpflichtkurses „Spurensuche mit einem Denkmal“ eine Plakatwand gestaltet haben. Ministerin Spoorendonk hatte viel Lob für die Arbeit der Jugendlichen und unterstrich, dass „Gedenkstätten ein Ort der Dokumentation und Aufklärung sind und als Orte des Lernens eine gesellschaftliche Pflichtaufgabe seien“. Damit sich auch junge Menschen angesprochen fühlen, ist die Gestaltung des neuen Eingang bewusst modern gehalten.

 In einem weiteren Bauabschnitt wird ein Raum für Seminare und Ausstellungen entstehen, der sich architektonisch dem bestehenden Gebäude anpasst. Die Optik in Holzständerbauweise soll an die Baracken des ehemaligen Lagers erinnern. Bürgervorsteher Gohde mahnte in seiner Rede: „Nur wer die Vergangenheit kennt, kann in Zukunft solche Exzesse vermeiden. Es ist unsere Pflicht, ehrenvoll mit den Geschehnissen in und um Kaltenkirchen umzugehen. Eine Gedenkstätte soll immer daran erinnern, dass Frieden und Freiheit nicht selbstverständlich sind.“

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