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Mitreißende Schlager-Show

Kalkberg Open Air Mitreißende Schlager-Show

Besseres Wetter – da waren sich alle Beteiligten einig – hatte es seit der ersten Schlagernacht anno 1995 am Kalkberg nicht gegeben. Und so feierten 6500 Fans das über vierstündige „Kalkberg Open Air“ mit jeder Menge Mallorca-Hits, während es auf der spanischen Insel gerade regnete.

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Michael Wendler verband Publikumsnähe mit Imagepflege, schrieb fleißig Autogramme und posierte für jede Menge Selfies.

Quelle: Claus Harlandt

Bad Segeberg. 24 Grad Celsius! Dazu pure Sonne ohne ein einziges verschämtes Wölkchen am Himmel. Am Wetter lag es also nicht, dass das Freilichttheater nicht so brechend voll war wie in früheren Jahren. Seit sich der NDR vor zwei Jahren als Veranstalter zurückgezogen hat, bringt die Hamburger Agentur Tiedemann Art Productions die Show im Alleingang auf die Bühne. Seither verschiebt sich der Fokus aber von der lange erfolgreichen Mischung aus Schlagern, englischsprachigen Evergreens und aktuellem Pop hin zu Ballermann-Hits – und das spricht offenbar nicht mehr ein so großes Publikum an; zumal der neue Hörfunk-Partner Radio NORA (seit kurzem: Radio Bob!) derlei Musik in seinem Programm gar nicht spielt. Und: Peter Wackel, Jürgen Drews und Achim Petry waren im Vorjahr erst da gewesen – und einige ihrer Kollegen haben noch keinen großen Namen.

Autogramme und Selfies mit Wendler

Aber von derlei Überlegungen einmal abgesehen: Die Zuschauer bekamen eine mitreißende Show geboten. Nach Melanie Jäger („Es gibt nichts, was mich hält“) und Kerstin Ott mit ihrem aktuellen Ohrwurm „Die immer lacht“ kam ER: Michael Wendler. Der Mann polarisiert wie wohl kein zweiter Schlagerstar. Und so mischten sich auch etliche Pfiffe in den Applaus. An Wendler prallt so etwas aber ab - und er war offenbar wild entschlossen, die kritischen Schlagzeilen der vergangenen Monate vergessen zu machen – und das mit Erfolg. Spätestens mit seinem Hit „Sie liebt den DJ“ hatte er das Publikum in Griff, gefolgt von „Wenn alle Stricke reißen“. Nach seinem Auftritt, den er auch im Publikum absolvierte, schrieb er noch über 20 Minuten Autogramme und machte Selfies mit Fans.

Maja Hülcher verkaufte an dem warmen Tag viele Getränke.

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Laura Wilde („Im Zauber der Nacht“) bildete den Übergang zu Achim Petry. Dessen Vater Wolfgang hat am Kalkberg schon diverse umjubelte Auftritte gehabt. „Leck mich fett! Mein Alter hat mich ja vor der Sache hier schon gewarnt“, sagte Sohnemann Achim, als ihm der Applaus entgegenschlug und nahm per Smartphone eine Videobotschaft für seinen Vater auf. Allzu viel singen musste der junge Petry übrigens nicht. Das übernahm sehr schnell das Publikum. Ob nun „Wahnsinn“, „Verlieben, verlor’n, vergessen, verzeih’n“ oder „Weiß der Geier“. Beim neuen Titel „Rettungsboot“ und einer Billy-Idol-Rocknummer war aber genauso schnell Ruhe im Karton. Achim Petry machte den Zuschauern aber sogar Hoffnung, dass Vater Wolfgang eines Tages auch mal wieder in Bad Segeberg spielen könnte, weil der aus der Musikrente zurück ist.

"Küss mich, halt mich, lieb mich"

Peter Wackel versprach „richtig schön versaute Mallorca-Musik“ – und lieferte sie. Von „Scheiß drauf! (Malle ist nur einmal im Jahr) über „Wo war ich in der Nacht von Freitag auf Montag?“ bis hin zu „Party, Palmen, Weiber und’n Bier“ wummerte ein Fetenkracher nach dem nächsten durch die Arena.

Mit dem falschen Fuß war offenbar Jürgen Drews aus seinem Bett im Kornfeld aufgestanden. Der „König von Mallorca“, der in Schleswig-Holstein aufgewachsen ist, war nach einem technischen Verzacker so sauer, dass er wiederholt ins Mikrofon nölte – und zwar mitten in sein Vollplayback. Zudem versuchte er, den Zuschauern einige Songs seiner neuer CD näherzubringen, aber eine unbekannte Ballade wie „Es war alles am besten“ funktioniert bei solch einem Konzert nun mal nicht. Aber mit dem Versprechen, das nächste Mal wieder mehr Party zu machen, verabschiedete er sich samt „Ich bau dir ein Schloss“. Beim Auftritt von Ella Endlich kam mit „Küss mich, halt mich, lieb mich“ die berühmte nächtliche Kalkberg-Stimmung mit Glitzerlichtern im weiten Rund auf; gefolgt von Oli P. („Flugzeuge im Bauch“), der flummyartig über die Bühne hüpfte – auch bei der Milli-Vanilli-Nummer „Girl You Know It’s True“.

Den Schlusspunkt setzte aber der „Meister“: Guildo Horn. Ob mit Kuhglockenspiel, seiner Hymne „Ich find’ Schlager toll“ und den Coverversionen von „Und wenn du gehst“, „Aber bitte mit Sahne“ und „Tränen lügen nicht“ zauberte er im Nu eine nostalgisch-vergnügliche Atmosphäre. Genau so, wie Schlager am Kalkberg einfach richtig Spaß machen.

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