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So viele Fledermäuse wie noch nie

Kalkberghöhle Bad Segeberg So viele Fledermäuse wie noch nie

Warum haben mit über 27000 Fledermäusen so viele wie noch nie seit Beginn der Zählung vor 25 Jahren ihren Winterschlaf in der Bad Segeberger Kalkberghöhle verbracht? Zwei Erklärungen hat das Fledermauszentrum Noctalis – und eine davon gibt durchaus Anlass zu Besorgnis.

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Noctalis- und Höhlen-Geschäftsführerin Dr. Anne Ipsen führt Besucher am Sonnabend durch die Bad Segeberger Kalkberghöhle.

Quelle: Olaf Francke

Bad Segeberg. Die große Anzahl an Tieren mache natürlich zunächst einmal die Bedeutung der Kalkberghöhle als größtes europäisches Winterquartier deutlich, betont Geschäftsführerin und Wissenschaftlerin Dr. Anne Ipsen. Ein Grund für den starken Zuwachs könnte sein, dass der unterirdische Schlafplatz nicht nur besonders gut geeignet, sondern darüber hinaus noch lange nicht voll belegt sei. Weil die alten, erfahrenen Fledermäuse ihrem Nachwuchs die Behausung zeigen, entstehe eine Art Sogeffekt.

 Die zweite Erklärung wäre weniger erfreulich, meint Ipsen. „Es ist auch möglich, dass die zunehmende Zerstörung von Fledermausquartieren in der Umgebung dazu führt, dass die Tiere in die Höhle ausweichen.“

 Beide Ansätze sollen in den nächsten Jahren näher beleuchtet werden, um zu verstehen, was gerade geschieht und wie gegebenenfalls entgegen gesteuert werden könnte, „sollten sich die Bedingungen für winterschlafende Fledermäuse in der Umgebung wirklich verschlechtert haben“.

 Erst einmal blickt man an der Oberbergstraße jedoch positiv nach vorn: Denn morgen Vormittag um 11 Uhr öffnet die Kalkberghöhle nach langer Winterpause wieder ihre Türen für Besucher: „Auch dort ist nun der Frühling eingezogen“, erklärt Anne Ipsen. „Fast unbemerkt machen sich bei Einbruch der Dunkelheit derzeit Exemplare sechs verschiedener Arten nach und nach auf in ihren gewohnten Sommerlebensraum, um Jagd auf Insekten zu machen.“ Anhand von Infrarotlichtschranken können die Tiere beim Ausflug gezählt werden. Seit Anfang Januar haben demnach schon über 8500 der rund 27000 Flugsäuger die Höhle in Richtung Wälder und Seen verlassen.

 Dennoch können einige der Tiere noch in der Höhle angetroffen werden, wo sie zum Teil in größeren Gruppen in unmittelbarer Nähe des Ausflugs darauf warten, dass es wärmer wird und Insekten als Nahrung des Nachts wieder vermehrt unterwegs sind. Bis in den April hinein zieht sich nach Angaben der Expertin die Abwanderung noch hin, denn auch bei Fledermäusen gebe es Frühaufsteher und Langschläfer.

 Am Sonnabend findet nun erst einmal die Eröffnung der Höhlensaison mit einer besonderen Führung statt. Dr. Anne Ipsen begleitet die Besucher auf den Spuren der Entdecker und früherer Erforscher: „Die Höhle im Dämmerlicht, ausgestattet mit Helm und Lampe, mit den Augen der Forscherin betrachtet, mit Stimmen aus vergangenen Zeiten.“ Nach diesem ersten Termin wird es wie gewohnt tägliche Führungen in die Unterwelt des Kalkbergs geben.

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