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80 Arbeitsplätze gehen verloren

Kaltenkirchen 80 Arbeitsplätze gehen verloren

Für die Beschäftigten des Kaltenkirchener Standortes des amerikanischen Technologiekonzerns Laird gibt es keine Hoffnung mehr. Ihr Betrieb in der Stadt wird geschlossen, weil die Produktion nach Tschechien verlegt wird. Das hat die Konzernzentrale in den USA beschlossen.

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Mitarbeiter haben am Firmentor ein schwarzes Kreuz mit Beschriftung angebracht, um gegen die Schließung zu protestieren.

Quelle: Daniel Friedrichs

Kaltenkirchen. Die Folge der Schließung: 60 Angestellte und 20 Leiharbeiter verlieren in Kaltenkirchen ihren Job.„Das ist sehr, sehr traurig“, sagt Betriebsratsmitglied Stephan Tews. „Wir haben dem Unternehmen einen Sozialplan vorgelegt, der aber von der Geschäftsleitung als utopisch zurückgewiesen wurde.“ Jetzt sei eine Schiedsstelle eingeschaltet, um doch noch zu einer Einigung zu kommen. Vermutlich werde der Betrieb zum Ende des Jahres aufgegeben. Offenbar laufen aber auch Überlegungen, die Firmentore bereits Ende September zu schließen. An denen haben die Mitarbeiter ihren stillen Protest zum Ausdruck gebracht. Unter anderem mit einem schwarzen Kreuz mit der Beschriftung, dass der Tod nun Kaltenkirchen besuche. Auch Kerzen wurden aufgestellt.

 Einer der von der Kündigung Betroffenen ist der 25-jährige Nicolai Busch aus Lentföhrden. Er ist seit rund neun Jahren im Unternehmen tätig. Der Mechatroniker für Kälte- und Klimatechnik bedauert die Schließung sehr. „Es hat hier immer Spaß gemacht. Die Arbeit war anstrengend, aber schön, und wir hatten ein nettes Betriebsklima.“ Busch weiß, im Gegensatz zu vielen anderen, was er künftig machen wird. „Ich werde als Tätowierer arbeiten. Für viele meiner älteren Kollegen sieht die Zukunft leider düster aus“, glaubt er.

 Laird produziert Kühlaggregate für den Hochtechnologiebereich. Sie werden unter anderem in Computertomographen und in der Röntgentechnik eingesetzt, auch bei Geräten an Flughäfen.

 Bis 2011 war das Unternehmen in Familienbesitz und nannte sich Klüver Aggregatebau. Eigentümer Jens Klüver verkaufte das Unternehmen an Laird und ist über die jetzige Entwicklung bestürzt. „Das Unternehmen war und ist kerngesund“, sagt er. Probleme gebe es aber offensichtlich im Management des Gesamtunternehmens. Die Strukturen sind seiner Meinung nach nicht schlank genug. Klüver hat den Immobilienkomplex an Laird vermietet, und dieser Vertrag wurde noch 2015 um zwei Jahre verlängert. Klüver: „Das ist alles schon recht merkwürdig.“

 Auch Bürgermeister Hanno Krause ist traurig über die Schließung und sprach von einer schmerzlichen Entscheidung für die Stadt. Wie Firmen-Mitarbeiter berichten, soll Laird durch den Umzug nach Tschechien jährlich rund 1 Million Dollar einsparen, unter anderem wegen der deutlich niedrigeren Löhne im Nachbarland. Der Geschäftsführer von Laird in Kaltenkirchen war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Er hält sich gerade am neuen Firmenstandort in Tschechien auf.

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