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Alkoholverbot im Jugendhaus

Kaltenkirchen Alkoholverbot im Jugendhaus

Im Kaltenkirchener Jugendhaus im Marschweg darf auch künftig bei Musikveranstaltungen kein Alkohol ausgeschenkt werden. Das beschloss die Stadtvertretung am Dienstagabend nach kontroverser Diskussion mit den Stimmen von CDU und SPD. Pro Kaki war für ein Probejahr.

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Im städtischen Jugendhaus am Marschweg darf auch künftig kein Alkohol konsumiert werden.

Quelle: Klaus-Ulrich Tödter

Kaltenkirchen. Die Wählergemeinschaft Pro Kaki und die Stadtvertreter Eberhard Bohn (FDP), Danny Blechschmidt (Linke) und Martin Eßmann (CDU) plädierten dagegen für eine Lockerung der Bestimmungen während eines Probejahres.

 Die Tausendfüßler Stiftung, die das städtische Jugendhaus führt, hatte den Antrag auf Änderung der Benutzungsordnung gestellt. „Ziel ist es nicht, Jugendlichen uneingeschränkten Zugang zu Alkohol zu ermöglichen, sondern diesen in kontrollierten Mengen anbieten zu können, um exzessivem Konsum vorzubeugen und einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol zu vermitteln“, heißt es in der Begründung der Tausendfüßler. Damit wolle man zum Beispiel das sogenannte Vorglühen vor den Konzerten verhindern. Den Ausschank sollten Jugendhaus-Mitarbeiter übernehmen. Am Eingang sollten unterschiedliche Armbändchen für Besucher unter und über 16 Jahren ausgeben werden. Den Jüngeren sollte Alkohol nach wie vor untersagt bleiben, die Älteren dürften maximal drei Bier konsumieren. Die Abgabe an die Einzelnen sollte auf einer persönlichen Getränkekarte dokumentiert werden, sah der Vorschlag vor. Bereits Angetrunkenen sollte der Eintritt verwehrt werden.

 Wie Tausendfüßler-Geschäftsführerin Anke Kehrmann-Panten in ihrer Antragsbegründung weiter ausführte, sei Alkohol ein Thema bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. „Die offene Jugendarbeit kann und darf davor nicht die Augen verschließen.“ Und für die Umsetzung gelte: „Die Mitarbeiter des Jugendhauses haben eine Fürsorgepflicht, der sie sich im Besonderen bei diesen Veranstaltungen bewusst sind.“

 Unterstützung erhielten die Tausendfüßler von Renate Volkland (Pro Kaki): „Wir sollten nicht so verknöchert sein und alles verbieten.“ Und ihre Fraktionskollegin Cornelia Meier sprach von einem guten Konzept und pädagogischen Fachkräften, die eingebunden seien. Bohn sagte, dass ein Verbot am Leben vorbei gehe. Der Vorschlag der Tausenfüßler sei pädagogisch begründet. „Ich werbe deshalb für das Probejahr.“

 Auf Ablehnung stieß die probeweise Aufhebung des Alkoholverbotes bei der SPD. „Alkohol ist ein Suchtmittel“, argumentierte Karl Stanek und verwies auf die hohe Zahl der Alkoholkranken in Deutschland. Und auch die Suchtberatungsstelle habe vor einer Lockerung des Verbotes gewarnt. Sein Parteifreund Hagen Meyer sagte: „Zum Feiern braucht man keinen Alkohol.“

 Kurt Barkowsky (CDU) erinnerte daran, dass beim Bau des Jugendhauses Wert darauf gelegt wurde, dass hier kein Alkohol konsumiert werde. „Ich sehe keine Veranlassung, das zu ändern.“ Bürgermeister Hanno Krause ist auch ein Gegner des gewünschten Alkoholausschanks. „Eine solche Symbolwirkung wäre nicht gut für unsere Stadt.“

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