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Brandstiftung: Bald Prozess

Kaltenkirchen Brandstiftung: Bald Prozess

Der 17-jährige Kaltenkirchener, der die Brandstiftung am DRK-Seniorenzentrum am Krausen Baum gestanden hat, kommt bereits innerhalb von vier Wochen vor Gericht. Es werde ein „vorrangiges Jugendverfahren“ angewendet, erklärte Oberstaatsanwalt Axel Bieler aus Kiel.

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Der Geräteschuppen, in dem auch die Papiercontainer untergebracht waren, wurde durch die Brandstiftung schwer beschädigt.

Quelle: Alexander Christ

Kaltenkirchen. „Es waren Momente der Todesangst und des betäubenden Gefühls völliger Hilflosigkeit.“ So beschrieb der 87-jährige Rentner Reinhold Maywald die Situation beim Feuer des Geräteschuppens am Altenheim in Kaltenkirchen. Dem schnellen Eingreifen der Feuerwehr war es zu verdanken, dass die mutwillig gelegten Flammen nicht auf das voll belegte Betreuungsheim übergriffen. Scheiben waren durch die enorme Hitzeentwicklung bereits zerborsten.

 Durch Hinweise von Zeugen gelang es der Polizei unmittelbar nach der Tat, den Brandstifter festzunehmen, einen 17-jährigen Kaltenkirchener, der der Polizei kein Unbekannter ist. Der junge Mann, der die Tat beim Verhör durch Kriminalbeamte gestand, wurde nach seiner Vernehmung wieder auf freien Fuß gesetzt.

 Das verstehen Angehörige von Bewohnern des Seniorenzentrums nicht. So schreibt ein Sohn in einer E-Mail an die Segeberger Zeitung: „Mein Vater lebt in dem Heim, vor dem es brannte. Würden Sie bitte eine Stellungnahme von der zuständigen Staatsanwaltschaft einholen, warum der Täter zum Schutz der Öffentlichkeit vor Wiederholungstaten nicht in Haft genommen wurde? Schließlich ist der Täter polizeibekannt.“

 Warum von seiner Behörde kein Haftbefehl beantragt wurde, erläuterte Oberstaatsanwalt Bieler: So sei nicht das Seniorenheim selbst, sondern „nur“ ein Papiercontainer angesteckt worden, der sich fünf bis sechs Meter vom Haus entfernt befunden habe, was voraussichtlich als Sachbeschädigung geahndet werde. Zudem sei die genannte Schadenssumme mit fast 200000 Euro viel zu hoch angesetzt. Bieler: „Ein solche Zahl kann ich nicht bestätigen.“ Dazu komme, dass der Täter geständig sei, einen festen Wohnsitz habe und keine Haftgründe wie Wiederholungs- oder Fluchtgefahr vorlägen.

 Allerdings nehme auch die Staatsanwaltschaft die Tat keineswegs auf die leichte Schulter. Das jetzt angestrebte beschleunigte Gerichtsverfahren diene der Bekämpfung der Jugendkriminalität. Dadurch soll erreicht werden, dass staatliche Sanktionen zeitnah nach dem Vergehen erfolgen.

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