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Bürgervorsteher verlässt CDU-Fraktion

Kaltenkirchen Bürgervorsteher verlässt CDU-Fraktion

Bürgervorsteher Rüdiger Gohde hat überraschend die CDU-Fraktion in Kaltenkirchen verlassen. Er begründet seinen Schritt mit der schlechten Stimmung in dem Gremium. Verantwortlich macht Gohde dafür vor allem Fraktionschef Hauke von Essen. Der kümmere sich nicht um wichtige Themen und verwässere das politische Profil.

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Bürgervorsteher Rüdiger Gohde hat völlig überraschend die CDU-Fraktion verlassen, will aber weiter sein Amt ausüben und auch CDU-Mitglied bleiben.

Quelle: Klaus-Ulrich Tödter

Kaltenkirchen. Bei den Christdemokraten lief der Rücktritt Gohdes als geheime Kommandosache. Obwohl der Bürgervorsteher sein Abwenden von der Fraktion bereits am vergangenen Mittwoch von Essen mitgeteilt hatte, informierte der weder die Fraktion, noch am Freitagabend die Parteifreunde bei einer Mitgliederversammlung. Bei seinem Bericht aus der Fraktion sprach er dort alle möglichen Themen an, aber nicht den Schritt des Bürgervorstehers. So bezeichnete dann auch CDU-Stadtvertreter Werner Krieger diese Informationspolitik als sehr verwunderlich.

 „Rüdiger Gohdes Schritt kam für mich überraschend und hat sich nicht abgezeichnet“, so von Essen. Man habe die Fraktion und auch die Mitglieder deshalb nicht zeitnah informiert, weil man zuvor noch interne Gespräche führen wollte.

 Gegenüber der Segeberger Zeitung nahm der Bürgervorsteher kein Blatt vor den Mund. „Die Stimmung in der Fraktion ist am Boden. Es macht einfach keinen Spaß mehr.“ Und dafür macht Gohde hauptsächlich von Essen verantwortlich. „Er stellt wichtige Themen einfach zurück.“ Und der Bürgervorsteher nennt Beispiele. So sei es auch mit Blick auf die Kommunalwahl im nächsten Jahr besonders wichtig, neue Mitglieder zu gewinnen. Geschehen sei aber nichts. Und für von Essen sei das Thema offenbar nicht wichtig.

 Gohde vermisst vom Fraktionschef auch politische Ideen, die dann in Anträge münden. „Da kommt von ihm viel zu wenig. Wir laufen doch immer anderen hinterher.“ Und wenn dann in der Fraktion eine Idee geboren werde, wie zum Beispiel die Senkung der Kindergartengebühren, stimme sich von Essen so lange mit Bürgermeister Hanno Krause und der Verwaltung ab, bis der Antrag völlig verwässert werde. Das alles sei keine vernünftige und zielführende Fraktionsarbeit, die auch Profil zeigen müsse.

 Gohde machte gleichzeitig deutlich, dass die CDU seine politische Heimat sei. Auch zur Kommunalwahl im kommenden Jahr möchte er gerne wieder für die CDU in einem Wahlkreis antreten, zusammen mit einer motivierten Mannschaft.

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Ein Artikel von
Klaus-Ulrich Tödter

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