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Der Mann hat viel zu erzählen

Kaltenkirchen Der Mann hat viel zu erzählen

Er war ganz oben, hatte die Taschen voller Geld und stürzte tief. Doch Herbert K.H. Meyer stand immer wieder auf und arbeitete hart. Doch im Sommer ist nun endgültig Schluss mit Heizkesseln und Wärmetauschern. Der Kaltenkirchener zieht sich zum 80. Geburtstag zurück.

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Herbert K.H. Meyer hat die Verantwortung für den Betrieb DSH Meyer-Heizung abgegeben.

Quelle: Klaus-Ulrich Tödter

Kaltenkirchen. Wer sich mit Herbert K.H. Meyer zum Gespräch verabredet, sollte Zeit mitbringen, denn dieser Mann hat eine Menge zu erzählen. Nicht nur von seinen vielen Reisen und Schiffstouren, sondern auch aus seinem ereignisreichen Berufsleben.

 Meyer, Sohn einer Putzfrau und eines Schlossers, verstand es früh, Geld zu machen. Und er zeigte auch gerne, dass er es zu was gebracht hat. Rolex am Arm, Yacht auf Mallorca und Rolls-Royce vor der Haustür. „Das war damals schon eine wilde Zeit“, erinnert sich der Geschäftsmann gerne zurück: „Es ging einfach nur immer nach oben.“

 Mit seinen 10000 Mark Abfindung von der Bundeswehr legte er sich die „Marktschänke“ in Kaltenkirchen zu, die schnell Kult-Status erreichte. „Ich habe hier gut verdient, denn ich war nicht mein bester Gast.“

 Aber bald sattelte er um. 1965 gründete Meyer in Henstedt-Ulzburg sein Büro für Wärmetechnik. 1970 siedelte er an den Kisdorfer Weg nach Kaltenkirchen um und eröffnete dort die Firma Meyer-Heizung. In der Folge kannte das Wachstum wenig Grenzen. Zweigbetriebe wurden in Elmshorn und Kappeln eröffnet, und nach der Wende ging es in die ehemalige DDR. In Gadebusch besaß er eine Hoch- und Tiefbaufirma. „Dort waren 360 Maurer, 100 Elektriker und 100 Heizungsbauer beschäftigt.“

 Dann kam das Jahr 2003. „Das schwärzeste“, sagt Meyer. Die Geschäfte brachen weg, große Auftraggeber gingen Pleite und zahlten nicht mehr. Schließlich drehte ihm seine Hausbank den Hahn zu, und er musste Insolvenz anmelden. So konnte er Gut Oersdorf nicht mehr halten, in das er zuvor viel Geld gesteckt hatte. Die Luxus-Yacht musste verkauft werden. „Wie meine Bank mit mir umgegangen ist, war einfach nicht in Ordnung“, meint Meyer, der trotzdem nicht den Kopf in den Sand stecke und noch einmal durchstartete.

 Seine Frau, der auch das Firmengebäude am Kisdorfer Weg gehörte, besaß damals in der Kaltenkirchener Holstenstraße den DSH-Schlüsseldienst. Daraus wurde wieder ein Heizungsunternehmen. Meyer schuftete Tag und Nacht und war glücklich, eines Tages wieder mit der Firma in den Kisdorfer Weg umziehen zu können.

 Doch nun ist Schluss. Die Immobilie verkaufte Agathe Meyer an den Betreiber des Restaurants Akropolis, das auch im Gebäudekomplex beheimatet ist. Das Heizungsgeschäft und die 13 Mitarbeiter übernahm der neue Chef - Detlef Reusch. Ihn wird Herbert K.H. Meyer noch als Berater unterstützen, bevor dann im Juli Schluss ist. „Dann bin ich 80. Das ist eine gute Zahl, um aufzuhören.“

 Wenn er zurückblickt, sei er nicht nur stolz auf das Geleistete, sondern vor allem auf seine Frau und die beiden Töchter Christina und Johanna, sagt der Kaltenkirchener. „Wir haben immer zusammengestanden. Und das hat mir die Kraft gegeben, immer weiterzumachen“, sagt Meyer, der Kaltenkirchen treu bleibt. Und wer ihn mal zufällig in seinem Stamm-Café trifft, wird von ihm sicher manche spannende Geschichte hören.

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