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Der politische Einzelkämpfer

Kaltenkirchen Der politische Einzelkämpfer

Danny Blechschmidt hat es in der Kaltenkirchener Stadtvertretung schwer. Der 38-jährige Justizvollzugsbeamte sitzt als einziger Vertreter der Linken in dem Gremium. Doch frustriert ist er deshalb nicht, auch wenn seine Vorschläge meist breite Ablehnung erfahren.

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Danny Blechschmidt ist einziger Vertreter der Linken in der Kaltenkirchener Stadtvertretung.

Quelle: Privat

Kaltenkirchen. „Mir macht die Arbeit sehr viel Spaß“, sagt er. Sein großes Ziel ist es, dass bei der nächsten Kommunalwahl seine Partei den Fraktionsstatus erreicht, also mindestens zwei Stadtvertreter stellt. Denn das sei für den Informationsfluss wichtig.

 So gibt es zum Beispiel regelmäßig Gespräche der Fraktionsvorsitzenden bei Bürgermeister Hanno Krause, wo der Verwaltungschef wichtige Informationen weitergibt. Gerade in der aktuellen Flüchtlingssituation sei viel an ihm vorbeigelaufen, moniert Blechschmidt: „Ich bedauere, da nicht eingebunden worden zu sein, denn ich hätte in Fragen der Integration sicher auch Ideen gehabt, die uns weitergebracht hätten.“

 Mit besonderem Engagement tritt der Linken-Stadtvertreter für die Bürger mit geringem Einkommen ein. So ist eines seiner wichtigen Themen der soziale Wohnungsbau in der Stadt. „Mehr günstigen Wohnraum in Kaltenkirchen fordere ich schon seit der Kommunalwahl 2013. Leider konnte ich mich damit aber nicht durchsetzen.“ Mit Erschrecken habe er zur Kenntnis nehmen müssen, dass der Bürgermeister immer wieder dafür keinen Bedarf gesehen habe, ebenso wie zum Beispiel auch die CDU. Deshalb freue es ihn umso mehr, dass jetzt auch sogar die CDU umdenke und dafür eintrete. Die 100 geplanten Sozialwohnungen würden aber nicht reichen, meint Blechschmidt: „Nicht nur Flüchtlinge brauchen bezahlbaren Wohnraum. Auch immer mehr ältere Menschen mit bescheidenen Renten benötigen preiswerte Wohnungen.“ Deshalb werde er weiter an diesem Thema dranbleiben. „Ich sehe mich als das soziales Gewissen der Stadt. Manchem ist das unangenehm.“

 Außerdem will der Linke sein Augenmerk auf die Kindertagesstätten richten. Es dürfe auf keinen Fall eine Erhöhung der Elternbeiträge geben, fordert er. Zudem müsse es mehr Personal in den Kitas geben. Aufstocken möchte Blechschmidt auch die Stundenzahl der Gleichstellungsbeauftragten Sabine Schäfer-Manietzky. „Sie sollte endlich eine Vollzeitstelle erhalten“, denn das wäre Wertschätzung ihrer Person und Anerkennung ihrer Arbeit.

 Als Erfolg seiner Arbeit wertet Blechschmidt, dass nun auch der Vorsitzende der Jugendstadtvertretung eine monatliche Aufwandsentschädigung von 33 Euro erhält und damit beispielsweise dem Umweltschutzbeauftragten gleichgestellt ist. Zudem sollte die Beteiligung der Jugendlichen in den städtischen Gremien auch in der Hauptsatzung der Stadt verankert werden. Und er habe dafür gesorgt, dass die Stadt-Homepage mehr Informationen zu Flüchtlingslotsen biete, betont der Stadtvertreter.

 Blechschmidt ist geschieden. Aus der Ehe stammen zwei Kinder. Er ist inzwischen wieder liiert. Mit seiner neuen Partnerin hat er eine zehn Monate alte Tochter. „Amelie ist übrigens das erste Kind, das 2015 in Kaltenkirchen geboren wurde.“

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