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Die Heide ist einen Ausflug wert

Kaltenkirchen Die Heide ist einen Ausflug wert

Wer Natur entdecken möchte, braucht gar nicht weit zu fahren. In der Kaltenkirchener Heide beispielsweise gibt es gerade in dieser Jahreszeit viel zu sehen. Sie gilt heute als Fauna- und Florahabitat. Nach EU-Richtlinien handelt es sich also um eine schützenswerte Landschaft, deren Zustand sich nicht verschlechtern darf.

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Mithilfe eines Spektivs konnten die Wanderer auch weit entfernt fliegende Bussarde beobachten.

Quelle: Isabelle Pantel

Kaltenkirchen. In der Vergangenheit wurde nicht immer pfleglich mit dem Gebiet umgegangen. Während des Dritten Reiches entstand dort ein Flughafen mitten in die Natur, dessen Start- und Landebahnen gegen Ende des Zweiten Weltkrieges bei Luftangriffen völlig zerstört wurden. Später wurde die Heide für mehrere Jahrzehnte von der Bundeswehr zu Übungszwecken genutzt. Danach sollte sich die Natur die Landschaft zurückerobern dürfen. Allerdings wird dieses Recht bis heute immer wieder missachtet. Motocrossfahrer veranstalten dort illegale Rennen, fahren tiefe Furchen in die Böden und zerstören den Lebensraum vieler Tiere.

 Die zertifizierte Natur- und Landschaftsführerin Monika Weber zeigte jetzt knapp einem Dutzend Interessierten bei einer geführten Wanderung die Heideblüte. Sie absolvierte 2011 ihre Ausbildung zur Natur- und Landschaftsführerin. Anfangs war sie als Gästeführerin auf der Landesgartenschau in Norderstedt tätig. Danach spezialisierte sie sich auf Wanderungen in der näheren Umgebung von Kaltenkirchen. „Man kann links und rechts des Weges ganz viel entdecken. Man muss nur hingucken“, erklärte sie.

 Weite Strecken legte die Gruppe während der zweistündigen Heide-Tour nicht zurück. Stattdessen nahmen sich die Naturfreunde immer wieder Zeit, Pflanzen und Tiere näher auszukundschaften. So konnten sie beispielsweise wilde Malven ausmachen, wilde Möhren, Katzenpfötchen und jede Menge spät blühender Traubenkirschen. „Die haben sich in Norddeutschland mittlerweile zu einem großen Problem entwickelt und müssen bekämpft werden“, sagte Kaltenkirchens Naturschutzbeauftragter Karl Ratjen, der die Wanderung ebenfalls begleitete. Die Traubenkirsche sei aus Nordamerika eingeführt worden. Während sie dort an die Vegetation angepasst gewesen sei, laufe ihr Wachstum in unseren Breiten völlig aus dem Ruder. Der Baum sei dabei, sich massenhaft auszubreiten und andere Arten zu verdrängen.

 Nebenbei machte die Gruppe auch eine traurige Entdeckung. In einem kleinen Wäldchen fanden die Wanderer einen verendeten Baumfalken. Damit gibt es in dem Gebiet nun wohl nur noch einen einzigen Vogel dieser Art. Der tote Vogel pendelte unnatürlich in einer Baumkrone. Das Tier hatte sich in einer Weidelitze verfangen. Die Schnur hatte sich vollkommen verheddert und dafür gesorgt, dass sich der Vogel nicht mehr aus dem Baum hatte befreien können. Ein Baumfalkenpaar war von Mitgliedern des Naturschutzbundes (Nabu) erst im vergangenen Jahr erstmals in der Kaltenkirchener Heide gesichtet worden. Es hatte sich auch einen Horst gebaut. Unklar ist allerdings, ob die beiden Vögel gebrütet haben, sodass der Bestand gesichert bleiben könnte.

 Guter Gesundheit erfreuen sich die Bussarde. Gleich fünf Stück konnte die Wandergruppe am Himmel entdecken und mit ihren Ferngläsern beobachten. Einige der Vögel waren wahrscheinlich Jungtiere, die Flugübungen machten.

 Als Ärgernis kamen auch Hundebesitzer zur Sprache, die sich nicht immer an die Vorschriften halten. In der Brut- und Setzzeit zwischen Anfang April und Ende August sind sie verpflichtet, ihre Hunde anzuleinen. „Es gibt leider immer wieder Leute, die sich nicht daran halten“, sagte Monika Weber.

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