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Eine Firma setzt sich ein

Kaltenkirchen Eine Firma setzt sich ein

Die Belegschaft des Süßwarenhersteller Cavendish & Harvey hat als „freundliches Zeichen in der Weihnachtszeit“ gesammelt und gut gefüllte Tütchen mit Einkaufsgutscheinen, Schokolade und Bonbons für Flüchtlinge im Rathaus abgegeben - ein Startschuss für weitere Inititativen. 

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120 Präsent-Tütchen brachten Dörte Kielmann (von rechts), Marco Denker und Julia Bestmann von Cavendish & Harvey zu Sabine Kepsch ins Rathaus.

Quelle: Lutz Timm

Kaltenkirchen. Um die Eingliederung der Neuankömmlinge voranzutreiben, hat sich der Bonbon-Hersteller die Integration durch Sport und Arbeit auf die Fahnen geschrieben – und ruft weitere Gewerbetreibende zur Zusammenarbeit auf.

 „Im Unternehmen wurde viel über das Thema Flüchtlinge gesprochen“, erzählte Dörte Kielmann von Cavendish & Harvey. „Viele waren wirklich betroffen, und wir waren uns einig, dass wir aktiv werden wollen. Daher haben wir uns gefragt, was man als Firma, also auch als potenzieller Arbeitgeber oder Ausbilder, machen kann.“ Es folgten Gespräche mit der Stadtverwaltung und der Migrationssozialberatung der Diakonie, um festzustellen, was gebraucht wird. „Weil Sach- und Geldspenden schwierig sind, haben wir Einzelhändler abgeklappert und in der Belegschaft für Gutscheine gesammelt. Cavendish & Harvey hat dann aufgerundet und so sind 1800 Euro zusammengekommen, die als Famila-Gutscheine à 15 Euro über das Sozialamt verteilt werden“, berichtete Kielmann, die sich mit weiteren Kollegen in der eigens gegründeten Projektgruppe Flüchtlinge um die Spendenaktion gekümmert hat. „Wir hoffen, den Menschen damit Freude zu bereiten, auch wenn sie in ihren Herkunftsländern Weihnachten häufig nicht feiern.“

 Das Ziel der Belegschaft reicht allerdings noch weiter. „Wir wollen den Leuten die Möglichkeit geben, in unserer Gesellschaft Fuß zu fassen“, erläuterte Marco Denker von Cavendish & Harvey. „Und als Basis für eine gelungene Integration bieten sich Sport und Arbeit gut an.“ Daher bietet das Süßigkeitenunternehmen, das mit seinen aktuell rund 150 Mitarbeitern seit über 30 Jahren Bonbons in Kaltenkirchen produziert, Flüchtlingen die Möglichkeit für bezahlte Praktika und – bei entsprechender Eignung – Ausbildungen an. Zudem sollen die Asylbewerber in den monatlichen Betriebssport eingebunden werden. „Wir erhoffen uns, dass durch diesen Zugang Eindrücke geteilt und Sprachbarrieren abgebaut werden können“, sagte Denker. „Viele Mitarbeiter leben hier in Kaltenkirchen und Umgebung. Vielleicht entwickeln sich dadurch ja auch private Kontakte.“

 Die Mitglieder der Projektgruppe Flüchtlinge bei Cavendish & Harvey hoffen jetzt, noch mehr Unternehmen aus Kaltenkirchen und Umgebung für die Eingliederung der Flüchtlinge in die Gesellschaft gewinnen zu können. „Wir möchten andere Firmen dazu aufrufen, mit uns in Kontakt zu treten“, lautet die Bitte von Denker und seinen Kollegen. „Wir stehen mit unseren Gedanken und Plänen noch am Anfang. Uns ist jede Idee willkommen.“ Das Ziel sei es, Kräfte mit anderen engagierten Unternehmen zu bündeln, um keine Energie zu verschenken, die sinnvoll eingesetzt werden könnte. „Es stellen sich viele Fragen, etwa zu arbeitsrechtlichen Bedingungen und gesetzlichen Vorgaben. Was darf man machen? Wie können Asylbewerber eingesetzt werden? Mit einer Kooperation könnte man vermeiden, dass jedes Unternehmen alleine bei null anfängt.“ Die möglichen Formen seien offen, von Zusammenarbeit bis zum Erfahrungsaustausch alles denkbar.

 „Das ist eine super Idee“, findet Sabine Kepsch, Mitarbeiterin im Kaltenkirchener Sozialamt und zuständig für die Leistungsgewährung. „Besonders die Einbindung in den Betriebssport ist für viele Flüchtlinge sicherlich sehr schön.“ Als „Schnittstelle zwischen den Flüchtlingen und den Unternehmen“ ist Kepsch regelmäßig mit den aktuell 129 Asylbewerbern in Kaltenkirchen in Kontakt und versucht auch, sie an die lokale Wirtschaft zu vermitteln. „Es wäre eine tolle Sache, wenn die Unternehmen einen gemeinsamen Kreis bilden würden. So könnten wir mit der Integration in den Arbeitsmarkt schneller vorankommen.“

 Die Projektgruppe Flüchtlinge ist unter Telefon 04191/50010 zu erreichen.

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