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Eines der ältesten Häuser weicht

Kaltenkirchen Eines der ältesten Häuser weicht

Eines der traditionsreichsten Häuser der Stadt wird abgerissen: das alte Amtsgericht. An dessen Standort an der Hamburger Straße 17, neben der Gaststätte Feuerstein, wird anschließend ein viergeschossiger Bock mit Staffelgeschoss errichtet.

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Eines der ältesten Gebäude der Stadt, das ehemalige königliche Amtsgericht,wird abgerissen.

Quelle: Klaus-Ulrich Tödter

Kaltenkirchen. Bauherr ist der Kaltenkirchener Unternehmer Salih Cete, der in Berkenthin und Kiel-Melsdorf zwei Betonwerke mit rund 120 Mitarbeitern führt. Die Investitionssumme beträgt nach seinen Worten rund 6 Millionen Euro.

 In dem alten Haus war von 1867 bis 1871 das königliche Amtsgericht untergebracht. Später beherbergte es eine Arztpraxis und die erste kleine Krankenstation in Kaltenkirchen. Seit 2014 stand das Gebäude, das einer Erbengemeinschaft gehörte, leer. Es war zuletzt sowohl innen als auch außen in einem denkbar schlechten Zustand.

 Architekt Nils Feldsien, von dem die Neubaupläne stammen, hatte Kontakt mit dem Denkmalschutz aufgenommen. „Das Haus stand nicht in der Denkmalschutzliste, so dass es abgerissen werden konnte.“ Das bedauerte zum Beispiel Dr. Gerhard Braas von der SPD sehr: „Hier haben leider sehr viele Leute geschlafen.“

 Das knapp 2000 Quadratmeter große Grundstück fällt in den B-Plan „Zentrum“, der dort allerdings nur eine zweigeschossige Bebauung vorsah. Deshalb beschloss die Stadtvertretung im Januar eine Änderung, sonst hätte sich für den Investor das Projekt nicht gerechnet. Der Stadt kam das ohnehin entgegen, weil sie die Bebauung in der Innenstadt verdichten möchte.

 Das wird jetzt geschehen. Zur Zeit läuft noch der Abbruch. Der wird etwas komplizierter und zeitaufwendiger, weil im Dachbereich Asbest gefunden wurde, das nicht wie herkömmlicher Bauschutt entsorgt werden kann, wie Cete erklärte. Trotzdem glaubt er, den Zeitrahmen einhalten zu können. „Unser Bauantrag ist fast fertig, so dass wir ihn dann im nächsten Monat ’rausschicken können. Ich bin sehr optimistisch, noch in diesem Jahr mit den Bauarbeiten beginnen zu können.“

 In dem Gebäude sollen 28 Wohnungen entstehen. Sie sind zwischen 50 und 160 Quadratmeter groß. Einen Teil davon will Cete behalten und vermieten, den anderen Teil verkaufen. Im Erdgeschoss sind rund 700 Quadratmeter Gewerbeflächen vorgesehen. Dafür werden noch Mieter gesucht. „Einen gastronomischen Betrieb habe ich hier nicht vorgesehen. Ich denke an Büros für Versicherungen oder auch an eine Bankfiliale“, erklärt der 47-Jährige, der seit 1986 in Kaltenkirchen lebt.

 Das Wohn- und Geschäftshaus wird außerdem eine Tiefgarage mit 32 Plätzen bekommen, wie Architekt Feldsien erläutert. Er geht von einer Bauzeit von rund einem Jahr aus und hofft, dass das Gebäude im Herbst 2017 bezugsfertig sein wird.

 „Ich glaube, dass hier etwas architektonisch Schönes entstehen wird“, sagt Salih Cete, der insbesondere die gute Zusammenarbeit mit der Stadt lobt. „Der Bürgermeister war stets ansprechbar. Das war sehr gut“, erklärt der Unternehmer, der nach eigenen Worten noch mehrere Bauprojekte in der Stadt plant.

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