15 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Flüchtlingsheim im Juni bezugsfertig

Kaltenkirchen Flüchtlingsheim im Juni bezugsfertig

Augenblicklich zeichnet sich ab, dass deutlich weniger Asylsuchende kommen, als noch vor einiger Zeit prognostiziert. Das hat dazu geführt, dass die als Flüchtlingsunterkunft vorgesehene städtische Tennishalle leer steht. Unterdessen wurde das erste von zwei Wohnhäusern in der Kieler Straße gerichtet.

Voriger Artikel
Schüler auf den Spuren der „Weißen Rose“
Nächster Artikel
Spargel auf die Sprünge helfen

Das erste von zwei Gebäuden mit jeweils 24 Wohnungen für Asylbewerber an der Kieler Straße in Kaltenkirchen soll im Juni bezugsfertig sein, das andere einige Monate später.

Quelle: Klaus-Ulrich Tödter

Kaltenkirchen. Nachdem die Stadt das Containerdorf am Freizeitpark erweiterte, konnten die Bewohner aus der Halle dorthin umziehen. Sie ist zur Zeit nicht wieder für den Sportbetrieb vorgesehen. „Wir werden die Tennishalle dieses Jahr als Reserve behalten, denn wir wissen nicht, was noch auf uns zukommt“, sagte Bürgermeister Hanno Krause: „Es könnte fatal sein, sie kurzfristig wieder zurückzubauen.“

 Tennis wird in der Halle vermutlich nie wieder gespielt, denn die Tennissparte der Kaltenkirchener Turnerschaft (KT), die hier zu Hause war, hat sich aufgelöst. „Ich kann mir vorstellen, dass wir die Halle ab 2017 dem Breitensport zur Verfügung stellen“, so der Verwaltungschef. Ob die Tennis-Außenplätze bleiben, könne er noch nicht sagen. Dazu müssten noch Gespräche mit dem Tennisclub An der Schirnau geführt werden. Das KT-Tennisheim, das zur Zeit als Begegnungsstätte für Flüchtlinge dient, soll ins Eigentum der Stadt übergehen, wünscht sich der Bürgermeister. Rund 138000 Euro müsste die Stadt an die KT als Entschädigung zahlen. Eine Entscheidung der Stadtvertretung steht noch aus.

 Dagegen ist klar, dass die ersten Flüchtlinge bald in das erste neue Gebäude an der Kieler Straße ziehen können. Die 24 Wohnungen dort sind im Juni bezugsfertig, 24 weitere in dem Bau dahinter sollen auch noch im Sonner fertig werden. Auf ein Richtfest, wie sonst bei allen städtischen Neubauten üblich, wurde hier komplett verzichtet. Offenbar wurde eine Neid-Diskussion befürchtet, weil für die Asylbewerber neue Räume in einem sehr ansehnlichen Bau geschaffen werden. So betont der Bürgermeister dann auch stets, dass es sich keineswegs um Luxus-Appartements handele. Die Zimmer seien nur etwa 15 Quadratmeter groß und beinhalteten auch Küchenzeile und Sanitärbereich. „Sie entsprechen damit einem modernen Studentenzimmer“, so Krause.

 Es wurde massiv gebaut und Wert auf eine vernüftige Optik gelegt. Darüber hinaus wurde auch für den Fall geplant, dass der Flüchtlingsstrom verebbt. „Dann könnten je vier Einheiten in eine 60 Quadratmeter große Wohnung umgewandelt werden, die dann an Kaltenkirchener vermietet werden kann“, erklärte der Verwaltungschef. Doch das dürfte Zukunftsmusik sein. Der Bürgermeister rechnet damit, dass im Schnitt mindestens vier Jahre vergehen, bevor Flüchtlinge soweit sind, dass sie mit ihrem eigenen verdienten Geld ihr Leben ohne Hilfe bestreiten können.

 Dass die Integration ein schwieriger Weg ist, ist bekannt, denn das Leben in Deutschland unterscheidet sich oft fundamental von dem der Herkunftsländer. Der Lions Club in Kaltenkirchen hat deshalb 300 sogenannte „Refugee-Guides“ gespendet. Es handelt sich um kleine Heftchen, die als Leitfaden dienen sollen. Die Exemplare in Deutsch, Englisch, Arabisch, Kurdisch, Dari und Tigrinya sollen die Asylbewerber unter anderem über das öffentliche Leben, die Gleichberechtigung, das Zusammenleben und die persönlichen Freiheiten des Einzelnen in Deutschland aufklären. Die Verteilung der Broschüren erfolgt durch die Sozialarbeiter und Flüchtlingshelfer der Stadt.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3