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Freies WLAN im Containerdorf

Kaltenkirchen Freies WLAN im Containerdorf

Die Stadt hat einen freien WLAN-Internetzugang im Containerdorf für Flüchtlinge im Freizeitpark eingerichtet. „Das betrachte ich als humanitäre Selbstverständlichkeit gegenüber den aus Kriegswirren geflohenen Menschen, die bei uns Schutz suchen“, sagte Bürgervorsteher Rüdiger Gohde.

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Bürgervorsteher Rüdiger Gohde (2. von rechts) und der Hausmeister der städtischen Unterkünfte, Heiko Uibel (4. von rechts) testeten mit den Asylbewerbern im Kaltenkirchener Containerdorf die neue WLAN-Verbindung.

Quelle: Klaus-Ulrich Tödter

Kaltenkirchen. Gohde (CDU) liegt es schon lange am Herzen, dass die Flüchtlinge im Containerdorf die Möglichkeit haben, über eine kostenfreie WLAN-Verbindung Kontakt zu ihren Familien in der oft weit entfernten Heimat zu halten. Am Freitag wurde in der Asylbewerberunterkunft die drahtlose Internetverbindung offiziell freigegeben. „Das freut mich sehr“, sagte Gohde und probierte die Kommunikationsmöglichkeit gleich mit Erfolg aus.

 Während der Stadtvertretersitzung im Januar hatte der Bürgervorsteher dazu aufgerufen, den Flüchtlingen eine kostenfreie WLAN-Verbindung zu ermöglichen. Daraufhin stellte die CDU-Fraktion im März einen entsprechenden Antrag an den Sozial- und Gleichstellungsausschuss. Schließlich entschied die Stadtvertretung im April, die Wohncontaineranlage und auch den Festplatz im Freizeitpark mit freiem Internet zu versorgen.

 Wie Gohde ausführte, sei alles nicht so einfach gewesen: „Wie so häufig passierte es auch hier, dass einige Kollegen Stadtvertreter Ergänzungen und Verbesserungsvorschläge einbrachten.“ So wurde darüber diskutiert, WLAN für die ganze Stadt, aber wenigstens am Grünen Markt und am Bahnhof einzuführen. „Glücklicherweise konnte mein beabsichtigtes Anliegen, die Versorgung der Flüchtlinge mit einer Kommunikationsmöglichkeit, als Dringlichkeitsangelegenheit abgetrennt werden“, sagte Gohde. „Diese Maßnahme betrachte ich als humanitäre Selbstverständlichkeit gegenüber den aus Kriegswirren geflohenen Menschen, die bei uns Schutz suchen.“

 Einen positiven Nebeneffekt sieht der Bürgervorsteher darin, dass jetzt auch der Festplatz über freies WLAN verfügt. Davon könnten zum Beispiel nächste Woche die Mitarbeiter und Artisten des Circus Charles Knie bei ihrem Gastspiel profitieren. Und im September auch erstmals die Jahrsmarktbeschicker.

 Gohde stellte klar, dass er stets die Bereitstellung von Kommunikationswegen für Flüchtlinge im Auge hatte. Häufig werde anders argumentiert, indem Investitionen als etwas bezeichnet werden, von dem Asylbewerber nebenbei auch profitieren könnten – nur um dem Vorwurf zu begegnen, wieder einmal Geld eigens für Flüchtlinge auszugeben. „Einer solchen argumentativen Umkehr will ich hier klar widersprechen. Ich habe immer deutlich gesagt, um was es mir ging.“ Deshalb dankte er der Stadtvertretung noch einmal für die Unterstützung. 7500 Euro wurden für die WLAN-Installation von der Stadt ausgegeben.

 Die Flüchtlinge probierten das neue, freie WLAN-Netz sofort aus. Einige bemängelten, dass der Empfang in einigen der Container nicht so gut sei – das liegt offenbar daran, dass sie aus Blech sind. Vor den Unterkünften funktioniert die Verbindung reibungslos.

 Ende August werden auch die Bewohner in den Asylunterkünften am Kamper Stieg über eine kostenlose Internetverbindung verfügen, kündigte Ralf Köhler als Pressesprecher der Stadt an.

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