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Gäste erwünscht im Flüchtlingscafé

Kaltenkirchen Gäste erwünscht im Flüchtlingscafé

In der Stadt hat ein neues Café eröffnet, aber kaum jemand hat es mitbekommen. Das „Cosmos“ liegt etwas abseits – und zwar neben der ehemaligen Tennishalle der Kaltenkirchener Turnerschaft, die inzwischen als Flüchtlingsunterkunft dient. Das Café an der Schirnauallee 3 ist als Treffpunkt für Asylbewerber und Einheimische gedacht.

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Im ehemaligen Tennisheim an der Schirnauallee ist das „Café Cosmos“ eingerichtet worden. Es soll sich zur Begegnungsstätte für Flüchtlinge und Einheimische entwickeln. Betrieben wird es von den Flüchtlingslotsen unter der Leitung von Stephanie König (links).

Quelle: Isabelle Pantel

Kaltenkirchen. Unter sich bleiben wollen die Zuwanderer in ihrem Café nicht. Der Austausch mit alteingesessenen Kaltenkirchenern wird ausdrücklich gewünscht. Bislang finden jedoch nur vereinzelt Einheimische den Weg dorthin.

 Im Dezember zogen die ersten Flüchtlinge in die ehemalige Tennishalle. Kurz darauf eröffnete das Café Cosmos. Rund 20 Ehrenamtler halten den Betrieb am Laufen. Die Leitung hat Stephanie König übernommen. „Weil wir Helfer alle berufstätig sind, können wir keine regelmäßigen Öffnungszeiten bieten“, sagt sie. Daher habe sich die Gruppe darauf verständigt, spontan zu agieren. „Die Mitglieder können mich jederzeit anmailen und sagen, wann sie in den kommenden Tagen Zeit haben“, berichtet Stephanie König. Dementsprechend stelle sie die Öffnungszeiten zusammen. Die Informationen werden anschließend an die Flüchtlingslotsen und an einen Koordinator aus den Reihen der Asylbewerber weitergegeben. Der Mann hat eine Whatsapp-Gruppe eingerichtet, über die ein Großteil der Flüchtlinge in Kaltenkirchen erreicht werden kann.

 Diese Art der Informationsverbreitung hat sich inzwischen bewährt. An den Nachmittagen und Abenden strömen bis zu 40 Besucher ins Cosmos. Dabei handelt es sich nicht nur um Flüchtlinge aus der Tennishalle, sondern auch um Bewohner des Containerdorfs beim Festplatz sowie Asylbewerber vom Kamper Stieg oder aus dem übrigen Stadtgebiet. Sie treffen sich zum Erzählen, Karten- oder Schachspielen, zum Kickern oder einfach nur zum Tee trinken. Einziger Wermutstropfen: Auch im Café Cosmos bleiben die Flüchtlinge weitgehend unter sich. Abgesehen von den Flüchtlingslotsen finden kaum Einheimische den Weg zu ihnen. „Es kam aber auch schon vor, dass sich Leute aus der Nachbarschaft zu uns setzten“, berichtet Stephanie König. Darüber habe sich das Stammpublikum aus Syrien, Afghanistan, Eritrea und dem Irak sehr gefreut.

 Wer als Gast im Cosmos vorbeischauen möchte, hat in der Regel an den Nachmittagen Glück. Dann hängt an der Eingangstür ein mehrsprachiger Zettel, auf dem darauf hingewiesen wird, dass geöffnet ist. „Garantiert offen ist dienstags zwischen 16 und 18 Uhr sowie donnerstagnachmittags“, erklärt Stephanie König. Wer sich genauer über die Öffnungszeiten informieren möchte, kann sich per E-Mail an sie wenden (stef_koenig@gmx.de).

 Kaltenkirchener, die im Café Cosmos helfen wollen, sind ebenfalls willkommen. Sie dürfen zunächst als Besucher einen Blick in die Einrichtung werfen und dann entscheiden, ob sie als Ehrenamtler in die Arbeit einsteigen wollen. Spezielle Anforderungen werden an die Helfer nicht gestellt. „Bei uns im Café sollen sie in erster Linie Ansprechpartner sein“, sagt Stephanie König. Niemand, der nicht will, müsse Bedienung oder Unterhalter spielen.

 Kaffee, Tee oder auch Gebäck fürs Cosmos bringen meistens die Flüchtlingslotsen mit. Vieles wird aber auch gespendet. „Manchmal stehen einheimische Gäste mit einem Paket Kaffee in der Tür“, berichtet Stephanie König. Das Ziel bestehe darin, den Café-Besuch für die Flüchtlinge kostenlos zu halten.

 Die Tennishalle ist nur als Notunterkunft gedacht und soll nicht dauerhaft zur Unterbringung von Flüchtlingen dienen. Wenn alles klappt, könnte sie noch in diesem Frühjahr geräumt werden. Wie es dann mit dem Café Cosmos weitergeht, ist noch offen. Einen Treffpunkt für Flüchtlinge und Einheimische soll es auch in Zukunft geben.

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