22 ° / 15 ° wolkig

Navigation:
Gelbe Lampen: Streit geht weiter

Kaltenkirchen Gelbe Lampen: Streit geht weiter

Die Diskussion um die gelben Lampen in der Innenstadt Kaltenkirchens nimmt kein Ende. Während sich die FDP darüber freut, dass sie erhalten bleiben können, ist das nach Aussage von Bürgermeister Hanno Krause noch offen. Für die CDU ist die Lebensdauer der Lampen ohnehin abgelaufen.

Voriger Artikel
Zeugenaussagen ohne Beweiswert
Nächster Artikel
Begeisterung fürs Lernen wecken

Die markanten gelben Lampen in der Kaltenkirchener Innenstadt sorgen für Gesprächsstoff.

Quelle: Klaus-Ulrich Tödter

Kaltenkirchen. Losgetreten hatte die erneute Diskussion ein Prüfbericht des Landesrechnungshofes (LRH). Der hatte festgestellt, dass die Umrüstung der Jahrzehnte alten gelben Leuchtkörper auf energiesparende LED-Technik entgegen der Auskunft des Bürgermeisters durchaus machbar sei. Zu diesem Ergebnis kam auch die Wählergemeinschaft Pro Kaki, die sich bei Experten Rat geholt hatte. Ihr Fraktionsvorsitzender Reinhard Bundschuh hatte zudem errechnet, dass sich die Umrüstung bereits nach 18 Monaten wegen des geringeren Energieverbrauches amortisiert hätte.

 Durch die neue Entwicklung fühlt sich die FDP in ihrer Meinung bestätigt. „Wir haben bereits im Juni nachdrücklich gefordert, die stadtbildprägenden gelben Lampen zu erhalten und technisch umzurüsten“, erklärt Fraktionsvorsitzender Eberhard Bohn. Und das sei ja jetzt möglich, anders als es den Stadtvertretern von der Stadtverwaltung mitgeteilt wurde. Erfreulich aus Sicht der Liberalen sei zudem, dass Pro Kaki ihre bisher zögerliche Haltung aufgegeben habe und sich jetzt ebenfalls für den Erhalt einsetze. Die SPD hatte sich bereits vorher für den Erhalt ausgesprochen. Somit sei nun nach Bohns Worten für die gelben Lampen eine breite politische Mehrheit vorhanden, die auch die Meinung der Bürger repräsentiere.

 Der FDP-Politiker erinnerte daran, dass seine Partei während des diesjährigen Stadtfestes eine Umfrage zum Erhalt der gelben Lampen gestartet habe. „Binnen kurzer Zeit haben wir über 200 Zustimmungen bekommen“, erklärt Bohn, „unsere Innenstadt hat es verdient, dass sie ein unverwechselbares Flair behält, damit sich unsere Bürger in ihr wohlfühlen können. Wie schön, dass sich kommunalpolitische Vernunft durchsetzt.“

 Die CDU sieht die Zukunft der Leuchten völlig anders. „Die Umrüstung der gelben Lampen, wenn es denn überhaupt gehen sollte, ist weggeworfenes Steuergeld. Man muss doch endlich erkennen, dass ihre Lebensdauer abgelaufen ist“, meint Bauausschussmitglied Kurt Barkowsky. Seiner Ansicht nach könnte die neue Generation auch wieder gelb sein und den bisherigen Lampen in der Form gleichen. Aber sie müssten auf dem neuesten technischen Stand sein. Das könnte auch bedeuten, dass deutlich weniger als bisher aufgestellt werden müssten. Auch deshalb habe seine Partei ein Beleuchtungskonzept für die Stadt beantragt, an dem die Verwaltung bereits arbeite. Das sollte aus Sicht des CDU-Politikers abgewartet werden, bevor es zu nicht zu Ende gedachten Schnellschüssen komme.

 Auch der Bürgermeister hat sich inzwischen in die Diskussion eingeschaltet. Seine Aussage, dass die gelben Lampen nicht auf LED umrüstbar seien, basiere auf einer Stellungnahme einer Fachfirma aus Hohenwestedt. „Deshalb kam die Stadtverwaltung zu der Empfehlung, einen Austausch der Lampen vorzuschlagen.“ Dieser Vorschlag habe rein gar nichts mit der Form oder gar Farbe der Lampen zu tun. „Und ob der Austausch erfolgt beziehungsweise welche Form und Farbe die Lampen haben sollen, ist keine Entscheidung der Verwaltung sondern der Stadtvertretung“, betont Krause. Deshalb könnten Form und Farbe erhalten bleiben. „Ich wünsche mir aber, dass unsere Bürgerinnen und Bürger in der Auswahl der künftigen Lampen mit einbezogen werden.“

 Wegen der erneut aufgeflammten Diskussion hat Krause ein Ingenieur-Büro eingeschaltet. Es soll die Umrüstbarkeit auf LED-Technik ebenso prüfen wie die Standfestigkeit der Lampenmasten. „Ich gehe davon aus, dass das Ergebnis der Überprüfung noch in diesem Monat vorliegt und darauf basierend eine sachliche Entscheidung durch die Stadtvertretung getroffen werden kann“, sagt der Bürgermeister, der hofft, die Umstellung auf LED im nächsten Jahr vornehmen zu können. In diesem Zusammenhang weist er darauf hin, dass bereits einige Straßenlampen – allerdings keine gelben – und auch die Beleuchtung im Parkhaus an der Brauerstraße über energiesparende LED-Technik verfügten.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Ein Artikel von
Klaus-Ulrich Tödter

Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3