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Keine Mehrheit für LeBe-Schule

Kaltenkirchen Keine Mehrheit für LeBe-Schule

Die Grundschule Marschweg wird nicht in LeBe-Schule umbenannt. Das beschloss die Stadtvertretung bei ihrer jüngsten Sitzung und folgte damit nicht der Empfehlung des Jugend-, Sport- und Bildungsausschusses. Die Debatte war erneut hitzig und lang.

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Die Grundschule Marschweg will sich in LeBe-Schule (für Lesen und Bewegung) umbenennen.

Quelle: Klaus-Ulrich Tödter

Kaltenkirchen. Der hatte sich noch mit knapper Mehrheit für den neuen Schulnamen ausgesprochen. Doch mit der jetzigen Entscheidung nach langem Hick-Hack könnte die Diskussion um den Schulnamen noch nicht vom Tisch sein. Schulelternbeiratsvorsitzende Carola Reiser überlegt, die Bezeichnung LeBe-Schule vielleicht noch über einen Bürgerentscheid durchzusetzen.

 In der ausgiebigen Diskussion prallten die kontroversen Argumente erneut aufeinander. Die SPD stellte sich hinter LeBe-Schule (der Name steht für das Schulprofil Lesen und Bewegung). „Wir werden nie einen Namen finden, der allen gefällt“, sagte ihr Fraktionschef Bernd Schädler. Die Schule habe sich diese Bezeichnung gewünscht und auch begründet. „Wir wollen immer mehr Bürgerbeteiligung. Dem sollten wir auch Rechnung tragen.“

 Die FDP lehnt den Wunsch der Schule weiter strikt ab. „LeBe ist kein Name für eine Schule. Das sind einfach die Anfangsbuchstaben zweier Worte“, führte Katahrina Loedige aus. Und auch die Wählergemeinschaft Pro Kaki blieb bei ihrer ablehnenden Haltung. Thies Rickert findet den Namen „verkrampft“ und einen Großbuchstaben mitten im Wort unpassend. Auch die Schwerpunkte, die über den Namen ausgedrückt werden sollen, seien für eine Grundschule eigentlich eine Selbstverständlichkeit, fand Rickert. Sein Pro-Kaki-Fraktionskollege Frank Güten sagte, dass ein Schulname nicht Sache der Lehranstalt alleine sei, sondern auch der Stadt, die damit leben müsse.

 Die CDU nahm an der inhaltlichen Diskussion nicht teil. Ihr stellvertretender Fraktionsvorsitzende Hans-Jürgen Scheiwe sagte, dass seine Fraktion mehrheitlich gegen LeBe-Schule sei und es deshalb ein unterschiedliches seiner Kollegen Abstimmungsverhalten geben werde. Im Bildungsausschuss hatte es eine Mehrheit für LeBe gegeben, weil sich zwei CDU-Vertreter enthalten und einer dafür gestimmt hatte.

 Die unklare Haltung der CDU kritisierte FDP-Fraktionschef Eberhard Bohn scharf. Dadurch sei bei der Schule eine Hoffnung geweckt worden, die kurz darauf von derselben Partei wieder zerstört wurde. „Das war unangemessen der Schule gegenüber“, fand Bohn.

 Schließlich stimmten nur die acht SPD-Vertreter und Martin Eßmann von der CDU für die LeBe-Schule, so dass die Umbenennung mit großer Mehrheit abgelehnt wurde.

 Daran konnte auch der engagierte Auftritt von Schulelternbeiratsvorsitzende Carola Reiser und Lehrerin Carem Sommer nichts ändern, die sich ausnahmsweise in die Diskussion einschalten durften. „Ich bin total entsetzt, was hier passiert. Ich wusste nicht, dass Politik in unserer Stadt so funktioniert“, wetterte Reiser.

 „Wir sind bestürzt über die ablehnende Entscheidung der Stadtvertretung“, sagt SPD-Fraktionschef Schädler. „Die Schulkonferenz der Schule hat sich in einem aufwendigen, basisdemokratischen Verfahren für den Namen LeBe-Schule ausgesprochen. Hier das letztlich einstimmige Votum der Beteiligten zu ignorieren, ist mehr als bedauerlich. Wir sind uns sicher, dass das letzte Wort in dieser Sache noch nicht gesprochen ist.“ Er könnte Recht behalten. So überlegt die Schulelternbeiratsvorsitzende, die Ablehnung des Namens durch die Stadtvertretung über einen Bürgerentscheid zu kippen. Um die Bevölkerung darüber entscheiden zu lassen, müsste erst einmal das vorgeschaltete Bürgerbegehren klappen, indem genügend Unterstützerunterschriften dafür zusammenkommen. Das wären in Kaltenkirchen knapp 1200.

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Ein Artikel von
Klaus-Ulrich Tödter

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