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So viel Müll - nicht zu glauben

Kaltenkirchen, Kisdorf So viel Müll - nicht zu glauben

Mit Warnwesten und Müllsäcken ausgestattet zogen rund 100 Kaltenkirchener durch die Stadt. Sie hatten es sich zur Aufgabe gemacht, Knicks, Straßenränder und Grünanlagen vom Unrat zu befreien. Ebenfalls zum Großreinemachen hatte die Gemeinde Kisdorf aufgerufen. Rund 40 Bürger beteiligten sich.

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In Kisdorf war die Aktion „Sauberes Schleswig-Holstein“ eine gelungene Gemeinschaftsaktion.

Quelle: Claudia Stehr

Kaltenkirchen/Kisdorf. Der Kaltenkirchener Treffpunkt war der städtische Bauhof, wo die Helfer von Verwaltungsmitarbeiter Olaf Mordhorst in ihre Aufgabe eingewiesen wurden: Alles, was nicht in die Landschaft gehörte, sollte in die Müllsäcke wandern. Die Kinder und Jugendlichen wurden für die Arbeit im Freizeitpark oder abseits der Straßen eingeteilt, die Erwachsenen nahmen sich derweil die Straßenränder vor. Das Einsatzgebiet umfasste ganz Kaltenkirchen. „Es ist schade, dass viele Bürger ihren Müll einfach in den Knick werfen“, sagte Bürgermeister Krause, der ebenfalls mitsammelte. „Ich hoffe, dass vor allem die hier versammelten Kinder und Jugendlichen anschließend ihren Freunden erzählen werden, dass Abfall in den Mülleimer gehört.“

 Während die Alteingesessenen die Aktion schon kennen, war sie den teilnehmenden Syrern, Irakern, Afghanen und Eritreern neu. Vertreter der Wählergemeinschaft „Pro Kaki“ und der ehrenamtlichen Flüchtlingslotsen hatten die Asylbewerber informiert und rechtzeitig vor dem Müllsammeln mit Fahrrädern bei ihren Unterkünften abgeholt.

 Unrat gab es wieder reichlich. Alte Flaschen und Plastikverpackungen machten einen Großteil aus. Darüber hinaus wanderten aber auch Schuhe, Fahrradreifen und Bauschutt in die blauen Säcke. Insgesamt kamen rund acht Kubikmeter zusammen. „Es ist fast nicht zu glauben, dass Bauhofmitarbeiter täglich Müll sammeln müssen“, sagte Olaf Mordhorst. An manchen Brennpunkten sehe es schon nach Stunden wieder verheerend aus.

 Bei Eintopf und Getränken verständigten sich viele freiwillige Sammler bereits darüber, im nächsten Jahr wieder dabei zu sein.

 Auch in Kisdorf gab es gute Gründe für die Gemeinschaftsaktion. Hier eine weggeworfene Dose, dort Plastiktüten und immer wieder viele Glasflaschen – das ärgert nicht nur Spaziergänger. Daher beteiligten sich rund 40 Helfer an der Aktion „Sauberes Schleswig-Holsteins“, zu der die Gemeinde aufgerufen hatte.

 „Eine saubere Gemeinde und eine müllfreie Landschaft sind für viele Menschen ein Stück Lebensqualität“, erklärte Bürgermeister Reimer Wisch. Vor allem der Plastikmüll ärgere viele Naturfreunde.

 In Teams strömten die fleißigen Bürger – unter ihnen die Landjugend, die Feuerwehr sowie Landwirte mit Traktorgespannen – in verschiedene Richtungen aus. Besonders an den Straßenrändern fand sich viel Müll. Parallel zum Strietkamp stießen die freiwilligen Sammler auf rund leere 150 Weinbrandflaschen. „Da lädt wohl einer seine tägliche Ration ab“, meinte Teilnehmer Alexander Krapp scherzhaft.

 Etliche Eltern hatten ihre Kinder mitgebracht, die fleißig mitsammelten. Auch die Flüchtlingshelfer kamen zahlreich mit ihren Schützlingen. Beim abschließenden Würstchen- und Kuchenessen saßen die Teilnehmer noch gemütlich zusammen. Die Saubermänner und -frauen waren begeistert: „Das war ja eine richtig tolle Gemeinschaft und es hat allen viel Spaß gemacht.“

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