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Laubberge halten den Bauhof auf Trab

Kaltenkirchen Laubberge halten den Bauhof auf Trab

Sie sorgen dafür, dass alles läuft: Die Mitarbeiter des Bauhofs entsorgen Laub, streuen Gehwege und kontrollieren regelmäßig jeden Baum in der Stadt. Dafür sind sie notfalls rund um die Uhr im Einsatz. Im Moment liegt der Hauptaugenmerk auf Laubentsorgung, damit Kaltenkirchen nicht in Blättern versinkt.

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Rainer Wendt (rechts) pustet das Laub auf einen Haufen, Volker Domeyer sorgt dann anschließend dafür, dass es in einem Container landet.

Quelle: Lutz Timm

Kaltenkirchen. Bei Bauhofleiter Fritz Haberlah und seinem Stellvertreter Thomas Münz laufen alle Fäden zusammen. „Wir haben hier immer was zu tun“, sagt Haberlah. „Im Moment liegt unser Hauptaugenmerk auf der Laubentsorgung.“ Eine Aufgabe, die die Bauhofmitarbeiter in Bewegung hält: „Es gibt Brennpunkte, da könnten wir mehrmals täglich sammeln. Da sieht es kurz nachdem wir da waren, schon wieder so aus, als hätte da jemand säckeweise Laub ausgekippt, besonders jetzt nach dem ersten Frost“, berichtete der Bauhofchef.

 Um dem braunen Blättermeer Herr zu werden, bekommt der Bauhof Unterstützung von den Kaltenkirchener Werkstätten. In der Hochphase ist die Gärtnergruppe als Verstärkung in den Grünzügen und auf den Wanderwegen im Einsatz. Doch auch mit zusätzliche Kräften bleibt die Laubentsorgung Handarbeit. „Die Mitarbeiter bringen die Blätter mit den Laubpustern zu großen Haufen zusammen, dann kommt unser Mäher mit dem Aufnahmecontainer. Das ganze wird dann in 20-Kubikmeter-Containern gesammelt“, erläuterte Haberlah.

 Rund 350 Kubikmeter Blattwerk kommen so in jeder Saison zusammen. „Das ist dann ein ganz schön großer Haufen, zumal es kein trockenes sauberes Laub ist, sondern meistens nasser und komprimierter Blättermatsch“, erzählte Haberlah. Gesammelt werden die Blätter anschließend auf dem Gelände des Bauhofs, bis sie weiterverwendet werden. „Das Laub von den Grünflächen wird auf den Aufforstungsflächen der Stadt für die Humusbildung ausgebracht. Das Laub von den Straßen müssen wir allerdings vollständig entsorgen, denn das ist praktisch Sondermüll“, sagte Haberlah.

 In diesem Herbst beschert die Natur dem Bauhof besonderes viel Arbeit mit den Blättern. „Das ist jedes Jahr anders, manchmal sind wir schon nach zwei, drei Wochen mit allen Blättern durch. Dieses Jahr sind wir das erste Mal Mitte September unterwegs gewesen und haben bestimmt noch zwei Wochen zu tun, bis die letzten Blätter gefallen sind.“

 Doch nicht nur die Laubentsorgung, auch die zunehmend kalten Temperaturen sorgen für Betriebsamkeit im Bauhof. „Die Temperaturen um Null Grad sind für uns besonders schwierig“, erklärte der stellvertretende Bauhofleiter Thomas Münz. „Da ist immer eine große Ungewissheit im Spiel, da muss man mit allem rechnen.“ Wenn die Temperaturen auf Frost hindeuten, kommt der sogenannte Eiswächter zum Einsatz. „Einer der drei Kollegen aus der 24-Stunden-Bereitschaft macht immer den Eiswächter und überprüft um halb vier, ob gestreut werden muss“, sagte Haberlah. „Wenn es nicht eindeutig ist, macht er nachts die Kontrollfahrt.“ Ist es glatt, geht es für die Mitarbeiter los zum Streuen. Ein Lohnunternehmer übernimmt die Straßen, die Bauhofgruppe kümmert sich um die Fuß- und Radwege sowie die Flächen an öffentlichen Gebäuden.

 „Pro Einsatz streuen wir im gesamten Stadtgebiet bis zu zehn Tonnen Salz aus.“ Dass es mit den Beständen richtig knapp wird, komme eigentlich nicht vor – jedenfalls nicht mehr seit dem Winter 2010. „Damals war der Winter lang und richtig kalt, und wir hatten irgendwann echte Probleme an Salz zu kommen“, erinnert sich Münz. Doch die Mutltitalente vom Bauhof suchten eine kreative Lösung. „Wir haben mit dem Pökelsalz von den Heringen bei Popp experimentiert. Aber das hat leider nicht so gut funktioniert und schon ein bisschen gerochen“, erinnert sich Münz lachend. Für diesen Winter haben Haberlah und Münz trotzdem gut vorgesorgt und 100 Tonnen Streusalz eingelagert, dazu noch 50 Tonnen mit einem Sand-Salz-Gemisch. „Damit sind wir gut gewappnet.“

 Doch auch wenn weder Blätter noch Eis und Schnee die 28 Mitarbeiter des Bauhofs auf Trab halten, ist immer etwas zu tun: Die 27 Regenrückhaltebecken müssen genauso gepflegt und gewartet werden wie die 20 Pumpwerke. Dazu kommen Kontrollen und Reparaturen an den 29, überwiegend selbst gebauten Kinderspielplätzen, acht Sportplätzen und sechs Schulen, um die sich der Bauhof im gesamten Stadtgebiet kümmert. Zudem müssen Haberlah und seine Mitarbeiter die 288 Mülleimer leeren und dafür sorgen, dass die 50 Hundetütenspender immer gut gefüllt sind. „Allein dafür habe ich im vergangenen Jahr 350000 Beutel bestellt“, berichtete Haberlah. „Langweilig wird es hier nie.“

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