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Millionen für die „gute Stube“

Kaltenkirchen Millionen für die „gute Stube“

Streit gibt es zur Zeit in der Politik wegen des geplanten Umbaus der Holstenstraße in eine „Straße für alle“. Angepackt werden soll der zwar erst ab 2018. Aber die Fraktionen von SPD, Pro Kaki und FDP brachten dieses Projekt gegen den heftigen Widerstand der CDU schon jetzt auf den Weg.

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Zur „Straße für alle“ möchten drei Fraktionen die Holstenstraße machen.

Quelle: Klais-Ulrich Tödter

Kaltenkirchen. In der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses beauftragten die drei Fraktionen die Verwaltung, der Stadtvertretung im kommenden Jahr einen Zeitplan vorzulegen, der als Grundlage für den Umbau dienen soll. „Die Kosten werden wahrscheinlich nur einen Bruchteil der Kosten für den Feuerwachenbau und die Sanierung des Kisdorfer Weges ausmachen“, heißt es in einer Erklärung der drei Fraktionen.

 Im Raum stehen rund 2,5 Millionen Euro Bau- und etwa 200000 Euro Planungskosten. Summen, die für die CDU angesichts der schlechten Haushaltslage der Stadt nicht finanzierbar erscheinen. Ende 2017 werde die Verschuldung Kaltenkirchens bei etwa 43 Millionen Euro liegen, rechnet CDU-Fraktionschef Kurt Barkowsky vor. Nicht berücksichtigt seien in dieser Summe Unwägbarkeiten, die zum Beispiel aus dem Flüchtlingszustrom auf die Stadt zukommen könnten. Aber offensichtlich würden weitere Schulden die drei anderen Fraktionen nicht belasten, obwohl Pro Kaki immer vor einer zu hohen Neuverschuldung gewarnt habe, bemängelt der CDU-Politiker: „Der Umbau der Holstenstraße wäre purer Luxus, den wir uns in den nächsten Jahren einfach nicht leisten können.“

 Immer wieder wurde an der sich durch die Innenstadt ziehenden Holstenstraße herumgedoktert. Die FDP wollte sie schon lange verändern, um die Innenstadt zu beleben. Aktuell brachte Pro Kaki das Thema wieder ins Gespräch und führte dazu im Frühjahr eine Bürgerbefragung durch. „Wir setzen den dabei gewonnen Bürgerwillen um, wenn wir die Holstenstraße umgestalten“, erklärt Pro-Kaki-Fraktionschef Reinhard Bundschuh: „Und das sollte auch nicht auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben werden.“ Im übrigen sei die Bahnhofsbebauung bald vorläufig abgeschlossen und eine gelungene Anbindung dieses Bereiches an die Innenstadt deshalb nötig.

 Unter der „Straße für alle“ versteht man, dass es keine Gehwege mehr gibt. Auf der dann ebenen Straße wären Auto-, Radfahrer und Fußgänger gleichberechtigt und müssten aufeinander Rücksicht nehmen. Gefahren werden darf nicht schneller als Tempo 20. Die Einbahnstraßenregelung würde wie bisher in Richtung Friedenstraße bleiben. Die Anlieger würden an den Kosten erneut beteiligt. Beim letzten Ausbau hatten sie Glück, weil wegen einer Panne in der Stadtverwaltung die Forderungen verjährt waren.

 Die drei Fraktionen weisen in ihrer gemeinsamen Presseerklärung darauf hin, dass es seit 2009 für das Gebiet einen Rahmenplan gibt, der wiederbelebt werden könne. „Das spart Planungskosten“, heißt es in der Erklärung weiter.

 Diese Aussage relativiert Bürgermeister Hanno Krause erheblich. „Die Ersparnis fällt gar nicht ins Gewicht“, meint der Verwaltungschef. Ein Rahmenplan ersetze die Bauplanung nicht. Er warnte eindringlich davor, sich jetzt schon auf einen Baubeginn festzulegen. Es mache Sinn, erst einmal in Ruhe darüber nachzudenken, „wie wir die Holstenstraße gestalten können“. Das brauche Zeit, weil zuerst auch noch die laufenden Projekte in der Stadt zu Ende geführt werden müssten - das seien nicht wenige. Ferner sei er auch von der Stadtvertretung dazu angehalten worden, 2017 mit dem Schuldenabbau zu beginnen. Das wäre schwierig mit einem 2,5 Millionen Euro teuren Ausbau der Holstenstraße im Gepäck. Und auch die Anlieger müssten in dem Projekt unbedingt mitgenommen werden.

 SPD-Fraktionschef Bernd Schädler argumentiert hingegen, dass schon 2009 die Umgestaltung der Holstenstraße zurückgestellt wurde, um erst die Entwicklung am Bahnhof abzuwarten. Jetzt sei die Innenstadt dran. Sie dürfe nicht veröden, meint der SPD-Politiker: „Und die Holstenstraße ist die gute Stube Kaltenkirchens.“ FDP-Fraktionschef Eberhard Bohn ergänzt, dass auch das Verkehrsgutachten für die Stadt diesem Projekt hohe Priorität einräume.

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