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Nachbarn sind für Nachbarn da

Kaltenkirchen Nachbarn sind für Nachbarn da

Rund 40 Frauen und Männern zählt die Gruppe „Nachbarn für Nachbarn“, die seit sechs Jahren in Kaltenkirchen ehrenamtliche und unbürokratische Hilfe für Senioren anbietet. Zum Beispiel: Spaziergänge, Einkäufe, Hilfe beim Schriftverkehr, eine Glühbirne auswechseln oder den Hund ausführen.

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Kein Verein, aber sehr engagiert: Kaltenkirchener Einwohner, die ihren Nachbarn helfen.

Quelle: Heinrich Pantel

Kaltenkirchen. „Jetzt kommt mein liebster Mensch.“ Mit diesem Satz wird die Kaltenkirchenerin Lisa Fischer häufig begrüßt. Einmal in der Woche geht sie für eine Bekannte zur Tafel und bringt den „Einkauf“ vorbei. Eine Unterhaltung ist stets dabei. Lisa Fischer gehört zu den rund vierzig Frauen und Männern der Gruppe „Nachbarn für Nachbarn“, die seit sechs Jahren in Kaltenkirchen ehrenamtliche und unbürokratische Hilfe für Senioren anbietet.

 Zu den regelmäßigen Treffen der Gruppe kommen auch diejenigen, die selbst Unterstützung benötigen. Ansprechpartner sind Ulrich Mildenberger vom Pflegestützpunkt des Kreises Segeberg und Dagmar Drümmer vom Gemeinschaftshaus der Tausendfüßler in der Schützenstraße 45, wo die Zusammenkünfte auch jeden zweiten Monat stattfinden.

 „In der Regel soll es sich nicht um eine langfristige Unterstützung handeln, sondern um kurzfristige Hilfe“, sagt Mildenberger. Zum Beispiel gemeinsame Spaziergänge, Gespräche, kleine Erledigungen, Einkäufe, Hilfe am Computer oder beim Schriftverkehr, einen Nagel in die Wand zu schlagen, ein Loch zu bohren, eine Glühbirne auszuwechseln, den Hund auszuführen oder zu telefonieren. „Professionelle Hilfe wird nicht ersetzt“, betonte der Vertreter des Pflegestützpunktes. Eine Bezahlung gibt es nicht.

 Auf den Weg gebracht wurde die Gruppe durch viele Mitwirkende: Pflegestützpunkt, Stadt Kaltenkirchen, Seniorenbeirat, Arbeiterwohlfahrt, Volkshochschule, Pflegediakonie, Bündnis für Familie und evangelisch-lutherische Kirche. Klaus Stuber, der sich zu den Geburtshelfern von Nachbarn für Nachbarn zählt, sagt: „Dies ist eine informelle Gruppe, ein loser Zusammenschluss, kein Verein. Viele kommen wegen der sozialen Kontakte.“

 Dagmar Drümmer weist darauf hin, dass im Bereich Wulfskampsiedlung/Schützenstraße viele Senioren Interesse am Angebot zeigen. Die Leiterin des Gemeinschaftshauses weiß aber auch: „Es fällt nicht leicht zuzugeben, dass man Hilfe braucht. Es gilt, Schwellenangst zu überwinden.“

 Seit zwei Jahren wohnt Michael Kobrow in Kaltenkirchen. Als 79-jähriger Neubürger sagte er sich: „Nun muss ich mich hier ein bisschen einbringen.“ Er bietet zum Beispiel an, bei Angelegenheiten mit Behörden zu assistieren. Es liege ihm, Briefe zu schreiben, erklärt er. Er könne zum Beispiel Blinden etwas vorlesen oder bei Problemen mit dem Computer behilflich sein.

 Eine weitere Helferin ist Gertraude Stolley. Sie geht mit einer Nachbarin spazieren. „Mir wurde auch schon geholfen“, sagt sie. Die Idee, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich gegenseitig zu helfen, findet sie großartig. „Viele haben keine Angehörigen und sind froh, wenn Hilfe angeboten wird.“

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