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Kaltenkirchen Pfade zum Verständnis

Zuwanderer müssen neben der Sprache auch mit dem deutschen Wertesystem vertraut gemacht werden, wenn ihre Eingliederung gelingen soll. Das soll „PFaDe“ leisten – ein Programm zur Politischen Bildung. Die ersten beiden Kurse sind zu Ende gegangen, ein weiterer beginnt im September.

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Politische Bildung für Flüchtlinge als Deutschunterricht nach Erstorientierung: Klingt ein wenig sperrig. Die Abkürzung PFaDe ist eingängiger. Der erste Kursus in der Volkshochschule Kaltenkirchen ist abgeschlossen, der nächste folgt im September.

Quelle: Heinrich Pantel

Kaltenkirchen. Die Volkshochschule Südholstein in Kaltenkirchen ist schon lange eine wichtige Einrichtung, in der Flüchtlinge auf den Alltag in Deutschland vorbereitet werden. Bislang folgte das Orientierungsprogramm, das sich weitergehend mit gesellschaftlichen Fragen hierzulande befasst, nach dem Integrationskurs. Das Problem dabei: Es vergehen viele Monate, bis Flüchtlinge diese Kurse besuchen dürfen und darin wichtiges Wissen erwerben können. Daher wurde nun in Kaltenkirchen „PFaDe“ vorgeschaltet.

 Derzeit leben in der Stadt etwa 100 Flüchtlinge, die bislang noch keinen Anspruch auf Besuch eines Integrationskurses haben. Für sie ist das neue Programm gedacht. Weil die Zielgruppe bislang nur über geringe Deutschkenntnisse verfügt, bestand die Herausforderung für die fünf Dozenten darin, komplexe politische Themen in leichter Sprache zu vermitteln. Keine einfache Aufgabe, doch der große Zuspruch der Teilnehmer in den beiden Pilotkursen zeugte vom Erfolg des Projektes. Pro Kurs nahmen etwa zehn Schüler regelmäßig an den Unterrichtsstunden teil.

 Die Anregung kam von Kaltenkirchens Bürgermeister Hanno Krause. In der Stadtvertretung fand es breite Unterstützung. Mit der Umsetzung wurde die VHS betraut. Gemeinsam mit deren Leiterin Nadja Hahn erarbeiteten die Dozenten drei Themenblöcke, die innerhalb von 60 Unterrichtseinheiten bearbeitet wurden: 1. Grundrechte und staatsbürgerliche Pflichten, 2. Gleichstellung, Familie und andere Lebensgemeinschaften, 3. Gewaltenteilung, Verfassungsorgane und Parteien. Die Teilnehmer stammten aus Syrien, Eritrea und Afghanistan sowie aus dem Iran und dem Jemen.

 Die Kurse erhielten Besuch von der Kaltenkirchener Gleichstellungsbeauftragten Sabine Schaefer-Maniezki, auch Vertreter politischer Parteien stellten sich vor: die CDU mit Karl-Heinz Krause, die die SPD mit Bernd Schädler, die FDP mit Eberhard Bohn und Gerd Sagemüller, die Wählergemeinschaft Pro-Kaki mit Reinhard Bundschuh und Cornelia Meier. Khaled Zanklo, der zurzeit den Bundesfreiwilligendienst an der Kaltenkirchener Volkshochschule absolviert, übersetzte die Erklärungen der Kommunalpolitiker vom Deutschen ins Arabische. Zwischendurch bekamen die Kursteilnehmer immer wieder Gelegenheit, Nachfragen zu stellen.

 Der Beginn des nächsten „PFaDe“-Kurses ist für September vorgesehen. Es liegen bereits zahlreiche Anmeldungen von Flüchtlingen vor.

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