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Privatschule zieht in die Stadt

Kaltenkirchen Privatschule zieht in die Stadt

Seit Jahren war die Leibniz Privatschule auf der Suche nach einem neuen Standort, seit Ende 2014 liefen Verhandlungen mit Kaltenkirchen. Jetzt ist das Geschäft perfekt und der Kaufvertrag unterzeichnet: Am Bahnhof Kaltenkirchen-Süd entsteht ein Schulgebäude, das bereits zum Schuljahr 2017/18 in Betrieb gehen soll.

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Investorin Susanna Engel und Kaltenkirchens Bürgermeister Hanno Krause unterzeichneten im Rathaus den Kaufvertrag für das künftige Schulgrundstück. Ihnen über Schulter blickten (von links) Egon Boesten, Leiter und Geschäftsführer der Leibniz Privatschule Bad Bramstedt, sowie ifb-Geschäftsführer Dr. Christian Engel und Notar Jakob Wendel.

Quelle: Stephan Ures

Kaltenkirchen. Einer der entscheidenden Schritte dorthin waren die Unterschriften, die am Freitag Vormittag im Kaltenkirchener Rathaus geleistet wurden. Bürgermeister Hanno Krause und Investorin Susanna Engel besiegelten den Kauf des rund 12000 Quadratmeter großen Geländes. Im ersten Bauabschnitt ist dort ein dreistöckiges Schulgebäude in L-Form mit rund 3500 Quadratmetern Nutzfläche geplant. Es ist auf rund 460 Schülerinnen und Schüler ausgelegt und wird voraussichtlich 21 Klassenräume erhalten, dazu Gruppenräume für einen Kindergarten, Fachräume und eine Mensa mit eigener Küche für rund 500 Essen pro Tag. Die Investitionskosten für diesen ersten Bauabschnitt betragen nach Angaben von Dr. Christian Engel, Ehemann der Investorin und Geschäftsführer des Ulmer IFB (Gemeinnütziges Institut für Berufsbildung), einschließlich Landkauf rund 10 Millionen Euro.

 IFB tritt ausschließlich als Investor der Immobilie auf. Mieter ist die Leibniz Privatschule, die ihren bisherigen Standort Bad Bramstedt – bestehend aus Schulgebäuden in Hitzhusen und Weddelbrook – nach Kaltenkirchen verlegt. Warum baut ein Unternehmen aus Ulm eine Schule in Kaltenkirchen? Dr. Engel und Egon Boesten, Leiter und Geschäftsführer der Leibniz-Schule Bad Bramstedt, erklärten das übereinstimmend so: „Banken tun sich sehr schwer mit der Finanzierung von Privatschul-Bauten.“ An diesem Punkt kommt IFB ins Spiel, da das Unternehmen unter seinen Marken Progenius, Poligenius und Minigenius bereits 17 private Schulen und Kindertagesstätten in Süddeutschland betreibt. Es konnte daher Erfahrung und Sicherheiten einbringen, wird in Kaltenkirchen aber nicht der Schulbetreiber sein, sondern lediglich Vermieter.

 Schulleiter Boesten sagte nach Vertragsunterzeichnung zum neuen Standort Kaltenkirchen: „Besser geht’s nicht.“ Die Stadt sei zentral gelegen und decke einen Einzugsbereich von Neumünster bis Norderstedt ab. Es habe aus dieser Region bereits viele Anfragen gegeben. Die Leibniz-Schule strebt schon seit Jahren einen Umzug an, „so sehr der Anfang in Hitzhusen und Weddelbrook auch geglückt ist“, wie Boesten sagte. Er räumte ein, dass es bei Eltern und Schülern eine gewisse Unsicherheit gegeben habe, wie es denn nun mit der Leibniz Schule Bad Bramstedt weitergehe.

 Auch Bürgermeister Hanno Krause wirkte zufrieden: „Wir freuen uns, dass es jetzt losgeht.“ Mit Leibniz werde das Schulangebot in Kaltenkirchen weiter ergänzt – in der Stadt gibt es bereits Grund- und Gemeinschaftsschulen, ein Gymnasium und eine Waldorfschule. Er sieht ein großen Vorteil in der unmittelbaren Nachbarschaft des Schulgeländes zur Bahnstation.

 Dem Bau des Schulgebäudes folgt als zweiter Abschnitt, voraussichtlich ein oder zwei Jahre später, die Errichtung einer Sporthalle. Dass sie nicht gleich mitgebaut wird, hat finanzielle und logistische Gründe – auf dem Gelände ist nicht genug Platz für zwei Großbaustellen. So lange werden die Leibniz-Schüler – wie auch jetzt schon – mit Shuttlebussen zur Sporthalle in Weddelbrook gefahren. Auf das Angebot ist Schulleiter Boesten stolz: „Wir sind wohl die einzige Schule in Deutschland, die in jeder Klasse fünf Stunden Sport in der Woche anbietet.“ In Kaltenkirchen standen nach Angaben von Bürgermeister Krause keine Hallenzeiten zur Verfügung.

 Bestandteil des Kaufvertrages ist eine Verpflichtung, mit dem Bau zu beginnen, doch Bauherr und Schulleiter ließen keinen Zweifel daran, dass das so schnell wie möglich passieren soll. Mit der Goldbeck GmbH aus Bielefeld steht ein Generalunternehmer bereit, der im Oktober mit den Arbeiten anfangen könnte. Zum Schuljahresbeginn nach den Sommerferien 2017 fertig zu sein, hält Schulleiter Boesten für sportlich, aber realistisch. Der Schulneubau in Elmshorn sei – einschließlich Sporthalle – in 11 Monaten fertig gewesen, trotz monatelanger Winterpause.

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