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Probleme auf dem Containermarkt

Kaltenkirchen Probleme auf dem Containermarkt

Die Nachfrage nach Wohncontainern ist wegen des Flüchtlingszustroms so groß, dass Lieferprobleme bestehen und die Mietpreise gewaltig anziehen. In Kaltenkirchen führt das dazu, dass die Stadt die Container nun nicht mehr mieten, sondern kaufen will.

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Rund zwei Dutzend gemietete Container stehen derzeit als Flüchtlingsunterkunft im Kaltenkirchener Freizeitpark. Weitere 60 will die Stadt nun kaufen.

Quelle: Stephan Ures

Kaltenkirchen. Warum kaufen, wenn man mieten kann? Eine Logik, die beim Leasing von Autos für viele lohnenswert ist, wird bei Wohncontainern derzeit durch die Gesetzmäßigkeiten des Marktes ausgehebelt.

 25 der sechs mal drei Meter großen Container stehen derzeit auf dem städtischen Gelände im Freizeitpark neben dem in Insolvenz gegangenen Hochseilgarten, rund 30 Flüchtlinge leben dort. Zunächst 40 solcher Unterkünfte sollten laut Vertrag vom September 2015 bis Ende März dieses Jahr dort aufgestellt werden, bis zu 190 weitere waren in einer zweiten Stufe angedacht, alle zur Miete. Doch der Vertragspartner, ein Hamburger Unternehmen, hat bereits Schwierigkeiten, die erste Charge von 40 Containern fristgerecht zu komplettieren.

 Knapp 200 Flüchtlinge hat die Stadt im Jahr 2015 in Kaltenkirchen untergebracht, rund die Hälfte davon in Wohnungen, etwa 30 in den Containern und gut 50 in der ehemaligen Tennishalle der Kaltenkirchener Turnerschaft, die damit voll belegt ist, wegen ihrer provisorischen Aufteilung mit planenbespannten Bauzäunen den Bewohnern aber kaum Privatsphäre lässt und damit allenfalls eine Übergangslösung ist. Für dieses Jahr wird laut einer Beschlussvorlage für die Stadtvertretung mit bis zu 350 weiteren Asylsuchenden in der Stadt gerechnet. Da weiterer Wohnraum in Kaltenkirchen für diese Zwecke kaum zur Verfügung steht, sieht die Stadtverwaltung zu Containern keine Alternative.

 Weil die Hamburger Firma nicht absprachegemäß liefern kann, hat sich die Stadtverwaltung umgehört. Es stellte sich heraus, dass für Mietcontainer Wartezeiten nicht unter sechs Monaten gelten. Kauft die Stadt hingegen, sind Lieferfristen von nur vier Wochen möglich. Zudem rechnet sich kurioserweise der Erwerb auch wirtschaftlich. Denn Mietcontainer sind derzeit so gefragt, dass Monatsbeträge von bis zu 1000 Euro verlangt werden, wie die Stadtverwaltung aus dem schleswig-holsteinischen Finanzministerium erfuhr. Damit ist eine Jahresmiete mit 12000 Euro etwa genauso teuer wie der Preis, zu dem der Stadt Container zum Kauf angeboten wurden.

 Da dafür Mittel im Haushalt umgeschichtet werden müssen, hat die Stadtvertretung darüber zu befinden. 1,45 Millionen Euro an Miete für die bis zu 230 Container waren ursprünglich im Jahresetat vorgesehen, dieser Betrag schmilzt auf gut 200000 Euro für die bereits gelieferten Module ab. Statt dessen liegt ein Beschlussvorschlag vor, eine außerplanmäßige Zahlung von 720000 Euro für den Erwerb von zunächst 60 Containern zu genehmigen.

 Nach Überzeugung von Karl-Michael Schroeder, Leiter des Fachbereichs Hauptverwaltung im Kaltenkirchener Rathaus, hat sich die Stadt den zu erwartenden Problemen mit dem Flüchtlingszuzug rechtzeitig gestellt und so gut es ging vorgesorgt. Die Verwaltung sei mit großen Wohnungsunternehmen in der Stadt regelmäßig im Gespräch, um weiteren Wohnraum zu akquirieren: „Da bewegt sich das eine oder andere.“ Und womöglich könnte sich die Lage ein wenig entspannen. „Die Zahlen gehen runter“, hat er beobachtet, „die Prognosen waren schon mal schlimmer.“

 Die Stadtvertretung entscheidet über den Containerkauf in ihrer Sitzung am Dienstag, 26. Januar, ab 19 Uhr im Ratssaal.

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