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Rechtsirrtümer im Alltag

Kaltenkirchen Rechtsirrtümer im Alltag

Kann jeder Vertrag innerhalb von 14 Tagen grundsätzlich rückgängig gemacht werden? Nein, das gilt nur für Vereinbarungen per Telefon, Fax und Internet oder am Werbestand in der Fußgängerzone. Mit solchen Rechtsirrtümern im Alltag befasste sich die Vortragsreihe „Kaltenkirchener Perspektiven“.

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Rechtsanwältin Nicole Eichel von der Verbraucherzentrale in Norderstedt klärte über Rechte und Pflichten von Kunden auf.

Quelle: Isabelle Pantel

Kaltenkirchen. Muss ein Geschäft große Geldscheine annehmen? Eine juristische Frage, die im Alltag immer wieder mal vorkommen kann. Um solche Sachverhalte drehte sich der Vortragsabend, der juristische Fragen des täglichen Lebens vom Einkauf bis zum Internetvertrag aufgriff. Referentin war Rechtsanwältin Nicole Eichel von der Verbraucherzentrale in Norderstedt.

 Jedes neue Thema leitete die Juristin mit einer These ein. Zum Beispiel: „Naschen und Probieren ist im Supermarkt erlaubt.“ Die Zuhörer bekamen Gelegenheit, Vermutungen zu dieser Aussage anzustellen und zu begründen. Was das Naschen anging, lagen alle richtig. Es ist nicht gestattet, denn die Ware bleibt Eigentum des Supermarktes, bis sie bezahlt ist. Ausnahmen bilden lediglich Probierstände. Bei der Frage, ob Läden große Scheine zu akzeptieren haben, gingen die Meinungen im Publikum auseinander. Die richtige Lösung: Sie müssen angenommen werden, es sei denn, es wird mithilfe eines Vertrages ausdrücklich ausgeschlossen.

 Ebenfalls zur Diskussion unter dem rund ein Dutzend Zuhörer lud eine andere Problemstellung ein: Sind Taschenkontrollen im Supermarkt statthaft? Nein, sind sie nicht, weil es sich dabei um einen Eingriff in die Privatsphäre handelt. „Zulässig sind Kontrollen aber, wenn ein konkreter Verdacht auf eine Straftat besteht“, sagte Rechtsanwältin Eichel. Das könne auch der Fall sein, wenn ein Kunde keinen Einkaufskorb benutzt, sondern die Ware in eine von zuhause mitgebrachte Tüte packt und dabei von einem Kaufhausdetektiv beobachtet wird.

 Bei den „Kaltenkirchener Perspektiven“ halten die im Kaltenkirchener Beratungszentrum ansässigen Institutionen in regelmäßigen Abständen Vorträge zu ihren Arbeitsfeldern. Dieses Mal war die Schuldner- und Insolvenzberatung dran, die wiederum zur Verbraucherzentrale gehört.

 Der nächste Vortrag der „Kaltenkirchener Perspektiven“ im Beratungszentrum am Flottkamp 13b in Kaltenkirchen ist am Donnerstag, 29. September. Er wird sich mit Pflegeheimen und ambulanter Pflege befassen. Referieren wird ein Mitarbeiter des Pflegestützpunktes im Kreis Segeberg. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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