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Trucks lockten Tausende

Kaltenkirchen Trucks lockten Tausende

Gespräche mit kernigen Kerlen, dieseldurstige Lkw mit mehreren hundert PS und ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm wurden den über 2500 Besuchern der Wohltätigkeitsveranstaltung „Trucks for charity“ am Wochenende auf dem Kaltenkirchener Festplatz an der Norderstraße beschert.

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Auf dem Festplatz konnten sich die Besucher die aufgereihten Trucks ansehen.

Quelle: Alexander Christ

Kaltenkirchen. Auf der Autobahn werden ihre Kolonnen auf der rechten Spur oder ihre Überholmanöver mitunter verwünscht, doch diesmal waren sie die Stars. 150 Lastwagenfahrer – aus ganz Norddeutschland, aber auch aus Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus – waren in ihren Trucks angerollt, fast doppelt so viele wie im Vorjahr mit 89 Teilnehmern. Dass für viele von ihnen der Arbeitsplatz hinter dem Steuer weit mehr ist als nur der Ort, wo sie ihren Lebensunterhalt bestreiten, bestätigte der 47-jährige Berufskraftfahrer Matthias Pfeffer. „Seit meinem 18. Lebensjahr bin ich Lkw-Fahrer und habe immer noch Spaß an diesem Job“, sagte er. Sein Gefährt ist ein 18 Tonnen schwerer MAN mit 440 PS, mit dem er für seinen Arbeitgeber, die Naher Firma Andreas Giese Schüttgut wie beispielsweise Sand und Kies sowie Baustoffe zu Kunden in ganz Schleswig-Holstein und Hamburg transportiert. Zwischen 36 bis 45 Liter Diesel schluckt sein Lastwagen auf 100 Kilometer. Pfeffer: „Pro Jahr lege ich etwa 75000 Kilometer zurück.“

 Solche Distanzen schaffen die beiden Kaltenkirchener Michael Ballstädt und Christoph Homberg mit ihrem IFA Framo V 901/3 bei weitem nicht. Denn das in den 1950er Jahren in der ehemaligen DDR gebaute Nutzfahrzeug holen Neffe und Onkel lediglich bei gutem Wetter und zu besonderen Anlässen heraus. Nur einige hundert Kilometer fahren sie jährlich mit dem perfekt restaurierten Pritschenwagen, der von einem 28 PS starken Dreizylindermotor angetrieben wird. „Den Framo hat mein Onkel vor einigen Jahren in halb restaurierten Zustand gekauft und die letzten Wiederaufbauarbeiten selbst erledigt. Meist fahren wir damit zu Oldtimer- und Truckertreffen“, erzählte Ballstädt.

 Wie bei solchen Veranstaltungen üblich, wurden zahlreiche Pokale vergeben. Der Preis für den schönsten Truck, einen Volvo FH 500, ging an Detlef Döll aus Oberhavel (Brandenburg), Sieger beim sogenannten Dezibel-Test für den Truck mit dem kernigsten Sound wurde Dirk Spengler aus Neumünster mit seinem Scania Streamline 143. Den Pokal für den ältesten Teilnehmer holte sich Urban Harderlein (73), der in einem 1955 gebauten Magirus Deutz aus Castrop Rauxel (Nordrhein-Westfalen) angereist war. Die weiteste Anreise mit 735 Kilometer hatten Sabine und Peter Bruckmann aus Kehl am Rhein (Baden-Württemberg), die sich mit einem Scania R450 und einem Volvo FH 500 auf den Weg nach Kaltenkirchen gemacht hatten.

 Die Erlöse aus dem Verkauf von Tombolalosen sowie Speisen und Getränken werden die Veranstalter wieder einer gemeinnützigen Einrichtung stiften, die Kinder unterstützt. Dieses Mal darf sich die Kaltenkirchener Kindertagesstätte „Pusteblume“ des Vereins Lebenshilfe am Flottkamp auf eine Finanzspritze freuen. „Wir werden noch in dieser Woche Kassensturz machen und das Geld dann sofort überweisen“, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Vereins Truck Team Schleswig-Holstein, Holger Holz aus Ruhwinkel (Kreis Plön), der federführende Organisator der Benefizveranstaltung. Sein besonderer Dank galt vor allem den rund 50 freiwilligen Helfern, darunter sämtliche 33 Mitglieder des Vereins, sowie den zahlreichen Sponsoren, die insgesamt 700 Sachpreise für die üppig bestückte Tombola gestiftet hatten.

 Spaß hatten nicht nur die Trucker und erwachsenen Besucher, sondern auch die Jüngeren. Sie konnten sich auf einer Hüpfburg austoben oder sich bei Rundfahrten amüsieren, bei denen Anhänger von einem umgebauten Aufsitzrasenmäher gezogen wurden.

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