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Über 500 Mal Drogenberatung

Kaltenkirchen Über 500 Mal Drogenberatung

Die ambulante und teilstationäre Suchthilfe (ATS) ist im vergangenen Jahr wieder intensiv genutzt worden. Insgesamt suchten 537 Personen persönliche Gesprächskontakte in Kaltenkirchen. Außerdem wurden etwa 100 weitere Männer und Frauen unterstützt, die von harten Drogen loskommen wollen.

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Dr. Hans-Jürgen Tecklenburg und Diplom-Sozialarbeiterin Judith Maiwald beraten für die ATS.

Quelle: Isabelle Pantel

Kaltenkirchen. Die Beratungsnachfrage hat sich damit auf einem hohen Niveau eingependelt.

 Das ATS-Beratungszentrum Sucht befindet sich im Haus der Sozialen Beratung am Flottkamp 13b. Direkt dahinter liegt die Anlaufstelle Flottkamp, die ebenfalls zur ATS gehört. Dort werden Drogenkranke in der Substitution unterstützt. Ferner gibt es ein Angebot für Abhängige, die nach Wegen aus der Sucht fragen. Oftmals befinden sie sich in akuten Krisensituationen und brauchen umgehend Hilfe, wenn sie bei der ATS ankommen. Im vergangenen Jahr konnten über die Anlaufstelle allein 20 Personen in eine Entgiftungsbehandlung vermittelt werden.

 Insgesamt verzeichnete die ATS den höchsten Beratungsbedarf beim Thema Alkohol, gefolgt von illegalen Drogen, Glücksspiel und Mediensucht. Wegen Essstörungen sowie Medikamentenabhängigkeit hingegen gab es nur wenige Nachfragen.

 Dienstags zwischen 16 und 19 Uhr sowie mittwochs zwischen 9 und 12 Uhr werden offene Sprechstunden ohne Termin angeboten. Dienstags von 17.30 bis 18.30 Uhr gibt es seit dem vergangenen Jahr zudem eine Sprechzeit speziell für Jugendliche. Sie wird gut angenommen. Die meisten Betroffenen kamen bislang aus eigener Motivation und ohne ihre Eltern. In vielen Fällen ging es in den Gesprächen um Probleme mit Cannabis.

 Ein weiteres Betätigungsfeld der ATS-Mitarbeiter ist die Suchtprävention. So konnten im vergangenen Jahr 254 Projekte zur allgemeinen Suchtvorbeugung sowie im Bereich Öffentlichkeitsarbeit umgesetzt werden. „Dadurch konnten 4960 Personen, vorwiegend Kinder und Jugendliche, direkt und teilweise auch mehrfach erreicht werden“, berichtet Dr. Hans-Jürgen Tecklenburg von der ATS-Beratungsstelle.

 Die Präventionsarbeit wird vom Kreis Segeberg finanziert. Weitere finanzielle Mittel werden von umliegenden Kommunen beigesteuert, beispielsweise von der Stadt Kaltenkirchen und von der Gemeinde Henstedt-Ulzburg.

 Aktuell in der Vorbereitung befindet sich ein Projekt für Kinder und Jugendliche, die suchtgefährdet sind oder in Familien mit sogenannter Suchtbelastung aufwachsen. „Im Herbst soll außerdem ein Gruppenangebot für Cannabis-Konsumenten im Alter von 16 bis 21 Jahren starten“, sagte Tecklenburg. Ziel sei dabei die Auseinandersetzung mit dem eigenen Konsumverhalten und möglichen Risiken sowie die Suche nach geeigneten Ausstiegsmöglichkeiten.

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