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Veraltete Technik wurde moniert

Kaltenkirchen Veraltete Technik wurde moniert

Beim Energiemanagement muss Kaltenkirchen nachrüsten. Das ist das Ergebnis einer groß angelegten Untersuchung des Landesrechnungshofes. Die Ergebnisse wurden im Bau- und Umweltausschuss vorgestellt. Bemängelt wurden unter anderem fehlende Investitionen in moderne Anlagentechnik.

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Der Landesrechnungshof kritisiert unter anderem den hohen Energieverbrauch in Schulen in der Stadt, wie zum Beispiel bei der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinschaftsschule.

Quelle: Isabelle Pantel

Kaltenkirchen. Der Landesrechnungshof empfiehlt der Stadt außerdem, dringend einen professionellen Anlagentechniker einzustellen.

 Der Landesrechnungshof hat unter anderem die Aufgabe, das Energiemanagement in allen 19 schleswig-holsteinischen Mittelstädten zu prüfen. Da Kaltenkirchen mehr als 20000 Einwohner zählt, wurde es auch unter die Lupe genommen. Den Bericht trugen im Bau- und Umweltausschuss die beiden Prüfer Dr. Hendrik Glaser und Hans Stüdtje vor. Sie hatten zuvor unter anderem untersucht, in welchem Zustand sich die technischen Anlagen in den stadteigenen Gebäuden befinden, wie die Energieversorgungsverträge der Stadt aussehen und wie die Stadtverwaltung mit dem Thema Energiesparen umgeht.

 Beide Prüfer lobten die offene und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Kaltenkirchener Stadtverwaltung. Sie hoben auch hervor, dass die Stadt 2015 mit dem Aufbau eines nachhaltigen Energiemanagements begonnen habe. Bis das vollständig greife, werde aber noch Zeit vergehen.

 Zu den Kritikpunkten gehörte, dass Kaltenkirchen nach Meinung des Rechnungshofes in den vergangenen Jahren zu wenig Geld für die Erhaltung der eigenen Gebäude ausgegeben hat. „Sie leben von der Substanz“, meinte Dr. Glaser an die Stadtvertreter gewandt. Hier bestehe Handlungsbedarf. Gelder müssten bereitgestellt werden.

 Zu den städtischen Gebäuden gehören unter anderem Rathaus, Bücherei, Dietrich-Bonhoeffer-Schule, Schulzentrum am Lakweg und Grundschule Flottkamp. In puncto Wärmebedarf - bezogen auf die Grundfläche - schnitt beispielsweise die Gemeinschaftsschule Dietrich Bonhoeffer schlecht ab. „Man muss feststellen, woran es liegt“, so Dr. Glaser.

 Unter anderem wurde festgestellt, dass rund die Hälfte der Wärmeversorgungsanlagen in städtischen Immobilien älter als 15 Jahre ist. „Dort besteht kurzfristig Investitionsbedarf“, sagte Dr. Glaser.

 Beim Verbrauch elektrischer Energie sahen die Prüfer viel Einsparpotenzial. Rund 70 Prozent des Stroms entfallen auf Gebäude, knapp 30 Prozent auf die Straßenbeleuchtung. Im Energieverbrauch lagen vor allem Gymnasium, Dietrich-Bonhoeffer-Schule und Schulzentrum deutlich über dem anzustrebenden Wert. „Hier können Sie zum Beispiel mit neuer Beleuchtung und sparsamer Anlagentechnik sparen“, empfahl Glaser.

 Zur Straßenbeleuchtung sagte der Prüfer sogar: „Da kann man sich nur wundern!“ Kaltenkirchen habe seinen Energiebedarf dafür zwischen 2010 und 2014 zwar um 21 Prozent gesenkt, gleichzeitig seien die Ausgaben aber um 134 Prozent gestiegen. Hier seien die Verträge zu prüfen. Einige der Vereinbarungen mit den Stadtwerken seien nicht transparent und zum Nachteil der Stadt. Der Landesrechnungshof riet daher dringend, einen Anlagentechniker einzustellen. Andernfalls sei die Stadt nicht in der Lage, ihr Energiemanagement angemessen einzuschätzen und begebe sich in die Abhängigkeit anderer.

 Auch die markanten gelben Lampen in der Innenstadt fielen beim Landesrechnungshof wegen des Quecksilbergehalts der Leuchtkörper durch. Empfohlen wurde die Umrüstung auf LED-Technik. „Das ist möglich“, sagte Dr. Glaser.

 Der Landesrechnungshof hat vor, Kaltenkirchen in vier bis fünf Jahren wieder zu besuchen. Was er empfiehlt, muss nicht umgesetzt werden, denn er hat in erster Linie eine beratende Funktion. Die Aufgabe der Prüfer besteht darin, Denkanstöße zu geben. Das ist mit dem aktuellen Prüfungsergebniss auch gelungen. Einige Stadtvertreter wirkten betroffen.

 Erster Stadtrat Hauke von Essen, der Bürgermeister Hanno Krause in der Sitzung vertrat, sagte eine baldige Stellungnahme der Verwaltung zu. Sie soll spätestens bis zum nächsten Treffen des Bau- und Umweltausschusses vorliegen. Dann wird das Thema also wieder auf der Tagesordnung stehen.

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